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Nach Konzert wird sie abgebaut Die Zeit der HSV-Uhr ist endgültig abgelaufen

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Nach 54 Jahren, 261 Tagen, 00 Stunden, 36 Minuten und 02 Sekunden war die Bundesliga-Zugehörigkeit des HSV beendet - gut ein Jahr später wird die Stadionuhr abgebaut.

(Foto: imago/Matthias Koch)

Endlich ist sie weg - so denken viele Fußballfans in Deutschland und auch beim Hamburger SV: Nach der verpassten Rückkehr in die Fußball-Bundesliga will der Klub aus Norddeutschland seine legendäre Stadion-Uhr abmontieren und sich nun "in die Zukunft ausrichten".

Die berühmte Stadion-Uhr des Hamburger SV hat ausgedient. Nachdem der Zweitligist den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga verpasste, möchte er sich endgültig von seinem legendären Zeitmesser im Volksparkstadion trennen und nicht mehr an seine Vergangenheit als "Dino" des Oberhauses erinnert werden. "Wir haben bereits zum Ende der vergangenen Saison entschieden, die Uhr abzubauen. Wir möchten uns in die Zukunft ausrichten. Dabei hilft der ständige Blick in den Rückspiegel nicht", sagte der HSV-Vorsitzende Bernd Hoffmann der "Bild"-Zeitung.

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Die Uhr hatte die Dauer der Erstliga-Zugehörigkeit des HSV angezeigt: Bis zum Abstieg 2018 war der Verein aus Hamburg das letzte noch nie abgestiegene Bundesliga-Gründungsmitglied gewesen. Nach exakt 54 Jahren, 261 Tagen, 00 Stunden, 36 Minuten und 02 Sekunden war die Bundesliga-Zugehörigkeit des HSV am Ende der Vorsaison vorbei. Seit dem Abstieg zeigte die Uhr im Volksparkstadion die Zeitspanne seit der Gründung des Traditionsvereins am 29. September 1887 an. Nach einem Konzert von US-Popstar Pink am 8. Juli sollen Handwerker die Uhr aus der Tribünen-Verkleidung lösen, berichtet die "Bild".

Die Fanlager anderer Bundesligavereine sahen in dem Kult-Chronographen eine Überheblichkeit und Arroganz der Norddeutschen - besonders, als in den vergangenen Spielzeiten der HSV stets mehr schlecht als recht die Liga hielt. In sozialen Netzwerken wurde die Abbau-Entscheidung begrüßt, wie etwa viele Reaktionen auf Twitter zeigen. Für viele HSV-Fans kommt sie aber ein Jahr zu spät.

Auf dem Prüfstand steht auch der Stadion-Song "Hamburg, meine Perle", in einer HSV-Version vor jedem Heimspiel der Hanseaten von Sänger Lotto King Karl präsentiert. Der einflussreiche "Supporters Club" hält den Text mittlerweile für überholt. "Wollen wir mal ehrlich sein? Bremen hat uns über Jahre abgehängt, hat uns am Ende immer geschlagen, wenn es darauf ankam und wir singen: '...gibt's für dich hier nix zu holen'", heißt es in einem Beitrag bei Facebook. Seine immer noch gültige Bestmarke von insgesamt 1866 Erstligaspielen wird der HSV zu Beginn der kommenden Spielzeit verlieren - ausgerechnet an den grün-weißen Erzrivalen von der Weser.

Quelle: n-tv.de, dbe/sid/dpa

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