Fußball

Ein Stürmer-wechsel-dich-Spiel? Die große Rotation nach Córdoba

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Löst Jhon Córdoba eine große Sturmrotation in der Liga aus?

(Foto: WITTERS)

Ein Wechsel, große Wirkung? Der Kölner Angreifer Jhon Córdoba steht offenbar unmittelbar vor einem Transfer zu Hertha BSC. Um die Sturm-Lücke zu stopfen, will sich der Effzeh dann offenbar bei Berlins zweitem Fußball-Bundesligisten bedienen. Und was macht der dann eigentlich?

Der 1. FC Köln konnte es verschmerzen. Dass der beste Stürmer des Bundesligisten, Jhon Córdoba ist sein Name, in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen die VSG Altglienicke nicht von Anfang an spielen wollte, weil er in Verhandlungen mit einem anderen Verein ist, war sportlich egal. Zu dominant und souverän trat die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol gegen die Berliner auf. Mit 6:0 (3:0) war's dann schließlich auch eine lässige Nummer für den Effzeh gegen den Regionalligisten. Dass Jhon Córdoba mit einem anderen Klub über einen schnellen Wechsel verhandelt, dürfte den Kölnern indes alles andere als egal sein.

Denn in der vergangenen Saison zeigte der Kolumbianer in der 1. Bundesliga konstant, warum der Effzeh im Sommer 2017 rund 17 Millionen Euro für ihn nach Mainz, zum dortigen FSV, überwiesen hat. So viel Geld wie nie zuvor (und auch nicht danach) für einen Fußballer. Und nun will der 27-Jährige weiterziehen. Sein Ziel soll die Hertha aus Berlin sein. Der neureiche Klub, der nicht erst nach der Pokal-Katastrophe auf der Suche nach Verstärkungen ist. Gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig war's indes weniger das Spiel in der Offensive, dass nach Hilfe schrie, sondern eher das fehlerhafte Verhalten mehrerer Spieler aus dem Defensivverbund. Sei's drum. Einen Stürmer hätte Coach Bruno Labbadia eben gerne noch.

In Berlin soll der wuchtige Córdoba den Platz einnehmen, den Vedad Ibisevic über Jahre besetzt hielt. Der Bosnier hat sich nach seinem Vertragsende Schalke 04 angeschlossen und soll dort die aberwitzige Abschlussschwäche der Königsblauen beenden. In der Rückrunde gab's nur neun Tore - in 17 Spielen (!). Und damit genau so viele wie von Córdoba für Köln. Sollte der Kolumbianer also wirklich gehen, und darauf deutet alles hin, muss sich Coach Gisdol gute Lösungen überlegen. Nach dem Abgang von Simon Terodde zum Hamburger SV und dem Leih-Streit um den Schalker Mark Uth steht im Zentrum nur noch Anthony Modeste bereit. Der ist nach seiner Rückkehr aus China im Winter 2019 längst nicht mehr so stark und treffsicher, wie bei seinem ersten Engagement für den Effzeh.

"Das ist relativ dünn, was wir haben"

Eine gute Lösung könnte Sebastian Andersson sein. Der Stürmer von Union Berlin ist ein wuchtiger Typ, einer der weiß, wo das Tor steht. Für den Aufsteiger traf der 29 Jahre alte Schwede in der vergangenen Saison zwölfmal. Er war damit der beste Schütze seines Teams. Mit Max Kruse haben die Köpenicker in diesem Transfersommer zwar bereits einen Coup für die Offensive gelandet, ob der 32-Jährige aber reicht, um das mögliche Mittelstürmer-Vakuum zu füllen? Seine stärksten Momente hatte er eigentlich immer, wenn er sich als hängende Spitze umtreiben durfte.

Und so wird als Zugang schon der Bochumer Top-Stürmer Silvère Ganvoula gehandelt. Der soll allerdings auch in den Kölner Überlegungen eine zentrale Rolle spielen. Als Kandidat gilt er auch bei Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart. Wobei die Schwaben zuletzt betont hatten, auf dem Transfermarkt nicht mehr unbedingt aktiv werden zu wollen - trotz zahlreicher verletzter Offensivspieler.

Ungeachtet aller Gerüchte um Córdoba fordert Gisdol dringend Neuzugänge: "Das ist relativ dünn, was wir in der Offensive haben. Da muss noch ein bisschen was passieren." Der Transfer von Streli Mamba vom SC Paderborn platzte zuletzt kurz vor Vertragsunterschrift, weil beim Medizincheck eine Verletzung festgestellt wurde. Der griechische Nationalspieler Dimitrios Limnios, mit dem sich der FC einig ist, kann momentan nicht nach Deutschland reisen - weil er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Kurz vor dem Saisonstart könnte es in der Bundesliga noch zu einem großen Stürmer-wechsel-dich-Spiel kommen.

Quelle: ntv.de, tno