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Sport
Dienstag, 27. Februar 2018

"Nur einmal nach Europa": Die spektakulären Reisen des 1. FC Köln

Von Ben Redelings

Nach 25 Jahren das erste Mal wieder im Europapokal. Die Fans des 1. FC Köln sind selig. Doch nach nur sechs Partien ist schon wieder Schluss. Vor allem die Auswärtsfahrten hatten es dabei allerdings in sich - wie ein neuer Bildband eindrucksvoll zeigt.

Genau 25 lange Jahre war es her, dass der 1. FC Köln im Europapokal spielte. Umso intensiver genossen die Fans des Fußball-Bundesligisten ihre Freude und ihre Euphorie nach der Qualifikation im vergangenen Sommer. Und als es losging, bewahrheitete sich wieder einmal auf bemerkenswerte Art die alte Liedzeile: "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen". Der Fotograf und Grafiker Sebastian Bahr hat die Ausflüge festgehalten, in seinem just erschienenen Bildband: "Nur einmal nach Europa: Der 1. FC Köln in der Europa League".

Mit mehr als 20.000 Kölnern durch London marschieren: kein Problem. Polizisten fotografieren: strikt verboten.
Mit mehr als 20.000 Kölnern durch London marschieren: kein Problem. Polizisten fotografieren: strikt verboten.(Foto: Sebastian Bahr)

Die erste Fahrt des 1. FC Köln führte den Verein im September des vergangenen Jahres nach London. Ein Abend beim FC Arsenal. Doch die Veranstaltung schien noch vor dem Anpfiff am Chaos rund ums Stadion zu scheitern. Die Meldungen, die in Deutschland über die Ticker gingen, beschrieben teils unglaubliche Zustände. Am Ende war es wohl so, wie es eine Bildunterschrift in Bahrs Buch ausdrückt: "Aufgrund des Missmanagements von Arsenal und des Verhaltens einiger FC-Fans soll das Spiel sogar kurz vor dem Abbruch gestanden haben."

Viele Beobachter, die selbst in Londons Norden waren, sahen es hinterher Bahr, FC-Anhänger seit Kindheitstagen: "Fazit: ein legendärer Auftritt, den wir da hingelegt haben. Bei Arsenal fragen die sich bis heute, wie es sein kann, dass 15.000 Kölner ins Stadion kommen, um dort zu zeigen, was Stimmung und Fußballkultur bedeuten. Frei nach dem Motto: This is Football! This is Cologne! Allerdings macht besonders der Boulevard-Journalismus in England und in Deutschland die Bild ein Riesenfass auf und schreibt anschließend von der 'Schande Londons' und ähnlichem Blödsinn."

Herrliche Randnotiz aus Borissow

Europapokal in Weißrussland: Angeführt von der Dolmetscherin Irina (nicht im Bild) geht es vom Bahnhof mitten im Nichts einen Trampelpfad entlang zum Stadion.
Europapokal in Weißrussland: Angeführt von der Dolmetscherin Irina (nicht im Bild) geht es vom Bahnhof mitten im Nichts einen Trampelpfad entlang zum Stadion.(Foto: Sebastian Bahr)

Die ausdrucksstarken Fotos in Bahrs Buch von den Kölner Anhängern an diesem Tag in Londons Straßen zeigen in jedem Fall eine friedliche Fan-Demonstration im Sinne der guten, alten Fußballkultur. Die faszinierenden Impressionen, die Bahr bildstark eingefangen hat, und die fragwürdigen Reaktionen in gewissen Medien rissen einen englischen Twitter-Nutzer zu einem viel beachteten Beitrag hin: "Last night, 20,000 Cologne fans reminded us of what we lost as supporters. This morning's press/media reports remind us why we lost it."

Doch die Fahrt nach London war erst der Beginn der Abenteuerreise mit dem 1. FC Köln nach Europa. Als es zur zweiten Partie zum weißrussischen Klub Bate Borissow ging, quartierten sich Mannschaft und Fans in Minsk ein. Bahr hält in seinem Besuch eine herrliche Randnotiz dieses Trips fest: "Die Einreise läuft problemlos - wenn man das total wichtige Dokument der Auslandskrankenversicherung dabeihat (fragt mal die Kollegen Zoller und Lehmann, die ihre vergessen hatten und am Flughafen von ihrem Taschengeld eine neue für knapp zwei Euro kaufen mussten)."

Sebastian Bahrs Bildband hält auf schonungslose Weise die Faszination Auswärtsfahrt fest. Die Fotos geben einen spannenden wie beeindruckenden Einblick in eine Welt, die den allermeisten Fußballanhängern, die ihre Leidenschaft für diesen Sport und ihren Klub daheim am Fernsehapparat ausleben, wohl zeitlebens verborgen bliebe, wenn es nicht von Zeit zu Zeit solch Dokumentationen gäbe.

Auch wenn die Reisen selbst sicherlich nie jedermanns Sache sein werden: "Bis zur serbischen Grenze gibt es keine Probleme. Die Stimmung ist gut, das Bier fließt in Strömen, ebenso wie die 'kroatische Toilette', die aus einem einfachen Eimer am Eingang besteht. Die örtliche Polizei gibt uns aber den Killer-Tipp: einfach die Tür während der Fahrt öffnen und rauspinkeln." Echte Abenteuer, über die die FC-Fans noch lange sprechen werden, sind es aber in jedem Fall.

Nur einmal nach Europa: Der 1. FC Köln in der Europa League
EUR 24,90
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Quelle: n-tv.de