Fußball

"Mr. 1:0" bringt die Power Dortmund siegt und sorgt sich doppelt

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Lucien Favre sorgt sich wegen der aktuellen Corona-Lage.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Erstmals seit 2012 gewinnt Borussia Dortmund wieder bei der TSG 1899 Hoffenheim. Der BVB profitiert dabei auch vom Ausfall von Torjäger Andrej Kramaric, der bei den Kraichgauern positiv auf Corona getestet wurde. Trainer Lucien Favre bereitet die aktuelle Lage Sorgen.

Schon vor Jahren hat Mats Hummels seinen Teamkollegen Marco Reus mal "einen Dosenöffner in Person" genannt. Weil der Kapitän von Borussia Dortmund mehr als 50 Mal in Bundesligaspielen das 1:0 erzielt hat - und nun tat er es wieder. Dabei blieb es dann auch: Reus erzielte mit seinem ersten Ligatreffer seit Februar das entscheidende Tor (76.) für einen müden BVB zum wichtigen Sieg bei der TSG Hoffenheim. Es war dritte am 4. Spieltag. Angesprochen auf ein mögliches Titel-Duell mit dem FC Bayern reagierte Coach Lucien Favre derweil genervt: "Mir ist egal, was der FC Bayern macht, denn wir müssen auf uns schauen. Jedes Spiel ist anders und jedes Spiel hat seine Geschichte. Es ist für uns gegen alle Gegner schwierig."

Hoffenheim - Dortmund 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Reus (76.)
Hoffenheim: Baumann - Posch (79. Grillitsch), Vogt, Akpoguma - Rudy, Samassekou, Geiger, Skov (79. Sessegnon) - Bebou (79. Dabbur), Belfodil (60. Baumgartner), Gacinovic (60. Bruun Larsen). - Trainer: Hoeneß.
Dortmund: Hitz - Piszczek (21. Delaney), Hummels, Can - Meunier (75. Guerreiro), Dahoud (75. Bellingham), Witsel, Passlack - Sancho (64. Reus), Brandt (64. Haaland), Reyna. - Trainer: Favre.
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 6030
Gelbe Karten: Posch (2) - Reyna

Fünfmal in Folge hatten die Dortmunder ihren "Angstgegner" nicht bezwingen können. Diesmal gelang es, rechtzeitig vor den kraftraubenderen Wochen, die für den BVB am Dienstag mit dem ersten Champions-League-Spiel bei Lazio Rom beginnen. "Wir haben uns hier in den letzten Jahren schwergetan, deshalb war es enorm wichtig", sagte Reus bei Sky. "Wir haben sehr verdient gewonnen", betonte Sportdirektor Michael Zorc:" Mit der Einwechslung von Erling Haaland und Reus haben wir noch mal einen offensiven Push bekommen und uns Torchancen en masse erarbeitet."

Während der BVB seine Stars zunächst schonen und einwechseln konnte, mussten die Hoffenheimer auf Andrej Kramaric verzichten. Der kroatische Torjäger war direkt nach der Rückkehr von der Länderspielreise positiv auf das Coronavirus getestet worden, ebenso wie der Ghanaer Kasim Adams. Zudem befindet sich Pavel Kaderabek wegen eines Falls in der Familie ebenfalls in Quarantäne. "Ich hatte mit allen drei Jungs heute noch Kontakt, allen geht es gut. Sie sind zu Hause, halten sich an die Quarantäneverordnungen", sagte Sportchef Alexander Rosen vor dem Anpfiff bei Sky.

Kramarich fehlt der TSG schmerzlich

Der Ausfall von Kramaric, bereits sechs Saisontore, schmerzte die Hoffenheimer ganz besonders. Der BVB hatte so nicht das Schreckgespenst von der letzten Begegnung vor sich: Der 29-Jährige erzielte beim 4:0 der Hoffenheimer im Juni in Dortmund alle vier Treffer. Im munteren ersten Durchgang fehlte der TSG öfter der letzte Pass, dem BVB die letzte Entschlossenheit im gegnerischen Strafraum. Der Ex-Frankfurt Mijat Gacinovic hatte bereits in der 4. Minute die Chance zur Führung, als er mit der Fußspitze nach einer weiten Flanke von Robert Skov am Ball war, der aber am Pfosten vorbeiging.

Kurz vor der Pause erhöhten die Dortmunder den Druck: Bei Giovanni Reynas Schuss nach einem feinen Dribbling des Talents rettete gerade noch Skov vor der Torlinie. Zudem köpfte Thomas Meunier auf die Oberkante der Latte. Haaland durfte dann in der 64. Minute ebenso wie Reus auf den Rasen. Zunächst war es jedoch Routinier, der TSG-Keeper Oliver Baumann zu einer Parade zwang. Kurz danach makierte der Nationalspieler auf Vorlage von Haaland den Führungstreffer. Der Norweger vergab später noch freistehend vor Baumann die große Chance zum 2:0.

So zufrieden die Dortmunder mit ihrem Sieg waren, so besorgt ist Trainer Favre. Und das nicht nur wegen Lukasz Piszczek, der nach 20 Minuten mit einer Augenverletzung vom Platz musste. Für den Polen, der vom Hoffenheimer Abwehrspieler Stefan Posch unglücklich mit der Hand im Gesicht getroffen worden war, kam Thomas Delaney. Sorgen bereitet dem Schweizer auch die aktuelle Corona-Situation. Bei der Borussia ist der Schweizer Manuel Akanji betroffen. Favre meinte mit Blick auf die Liga, die auch bei den Zuschauern wieder immer größere Einschränkungen hinnehmen muss: "Wir müssen weiter probieren zu spielen, so lange wie möglich."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid