Fußball

Poulsen trifft traumhaft für RB Reus verhindert nächsten Coup von Hoeneß

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Eingewechselte Matchwinner.

(Foto: REUTERS)

Ohne Dortmund-Schreck Andrej Kramaric verpasst die TSG Hoffenheim den nächsten Coup unter Sebastian Hoeneß in der Fußball-Bundesliga. Hertha wird vom VfB Stuttgart überrascht, RB Leipzig jubelt im Topspiel, auch dank eines spektakulären Treffers von Yussuf Poulsen.

TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund 0:1 (0:0)

Borussia Dortmund kann doch noch gegen die TSG Hoffenheim gewinnen. Nach fünf Partien ohne Sieg gegen die Kraichgauer setzte sich der Vize-Meister am 4. Spieltag der Fußball-Bundesliga 1:0 (0:0) bei der TSG durch. Der eingewechselte Marco Reus (76.) traf für den BVB, der neun Punkte auf dem Konto hat. Die Hoffenheimer bleiben bei sechs Zählern.  BVB-Trainer Lucien Favre überraschte mit seiner Startelf, in der viele prominente Namen auch wegen der Länderspiele in den vergangenen Tagen fehlten. So saßen Erling Haaland, Reus, Raphael Guerreiro und Roman Bürki auf der Bank. Die TSG musste auf Top-Torjäger Andrej Kramaric verzichten, der wie Kasim Adams nach Länderspiel-Reisen positiv auf Corona getestet worden war. Zudem saßen aufgrund der Belastung auch bei Hoffenheim viele Nationalspieler auf der Bank.

Hoffenheim - Dortmund 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Reus (76.)
Hoffenheim: Baumann - Posch (79. Grillitsch), Vogt, Akpoguma - Rudy, Samassekou, Geiger, Skov (79. Sessegnon) - Bebou (79. Dabbur), Belfodil (60. Baumgartner), Gacinovic (60. Bruun Larsen). - Trainer: Hoeneß.
Dortmund: Hitz - Piszczek (21. Delaney), Hummels, Can - Meunier (75. Guerreiro), Dahoud (75. Bellingham), Witsel, Passlack - Sancho (64. Reus), Brandt (64. Haaland), Reyna. - Trainer: Favre.
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 6030
Gelbe Karten: Posch (2) - Reyna

Die 6030 Zuschauer in der Sinsheimer Arena sahen bereits in der 4. Minute die erste große Chance für die Gastgeber, die Mijat Gacinovic nicht nutzen konnte. Die Dortmunder, bei denen Thorgan Hazard, Manuel Akanji und Nico Schulz fehlten, wurden kurz darauf durch Jadon Sancho zum ersten Mal gefährlich (8.). Auffällig waren die großen Probleme mit dem neu verlegten Rasen. Ständig rutschten die Spieler weg. Schon nach 20 Minuten musste der Dortmunder Lukasz Piszczek mit einer Augenverletzung vom Platz. Für den Polen, der von Stefan Posch mit der Hand im Gesicht getroffen worden war, kam Thomas Delaney.

Die Hoffenheimer, die ohne Kapitän Benjamin Hübner, Pavel Kaderabek, Ermin Bicakcic, Havard Nordtveit und Konstantinos Stafylidis auskommen mussten, bestimmten in dieser Phase das Geschehen. Der BVB lauerte auf Konter, die Sancho verwerten sollte. Weder die eine noch die andere Strategie führten zum Erfolg, das 0:0 hatte nach einer halben Stunde Bestand. Danach hatten die Hoffenheimer Glück. Zunächst rettete Robert Skov auf der Torlinie gegen Giovanni Reyna (35.), dann traf der Dortmunder Thomas Meunier nach einer Ecke per Kopf die Latte (37.). Zu Beginn des zweiten Durchgangs drückten die Gäste noch mehr aufs Tempo. Die Führung schien eine Frage der Zeit zu sein. Nach einer knappen Stunde kamen die Hoffenheimer aber wieder besser ins Spiel, die Partie war ausgeglichen. Nach dem Willen Favres sollten das Haaland und Reus ändern - beide kamen in der 64. Minute. Sancho und Julian Brandt mussten Platz machen. In der 74. Minute scheiterte Reus an TSG-Torwart Oliver Baumann. Kurz darauf machte er es nach Haalands Vorarbeit besser. Haaland selbst vergab in der 79. Minute eine Großchance.

SC Freiburg - Werder Bremen 1:1 (1:1)

Nach der verkorksten Vorsaison betreibt Werder Bremen in der neuen Spielzeit Wiedergutmachung. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt blieb durch ein 1:1 (1:1) beim SC Freiburg zum dritten Mal im vierten Ligaspiel ungeschlagen und nährt damit die Hoffnung auf ein sorgenfreies Jahr. Torjäger Niclas Füllkrug (25.) bescherte den Bremern mit seinem vierten Saisontreffer per Foulelfmeter den nächsten Punkt - Werder festigt mit sieben Zählern den Platz in der oberen Tabellenhälfte. Für Freiburg hatte Philipp Lienhart (15.) zur Führung getroffen.

SC Freiburg - Werder Bremen 1:1 (1:1)

Tore: 1:0 Lienhart (16.), 1:1 Füllkrug (25. Foulelfmeter)
Freiburg:
Florian Müller - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter - Santamaria, Höfler - Sallai (69. Jeong), Grifo (69. Kwon) - Petersen, Höler (89. Demirovic). - Trainer: Streich.
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Friedl - Maximilian Eggestein - Mbom (77. Toprak), Bittencourt (65. Rashica), Woltemade (46. Möhwald, 87. Groß), Augustinsson - Sargent, Füllkrug (77. Selke). - Trainer: Kohfeldt.
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Höfler, Santamaria, Schmid - Augustinsson, Mbom (2), Sargent

Eigentlich waren 3800 Fans zum Spiel zugelassen, aufgrund der sprunghaft angestiegenen Inzidenz im Freiburger Stadtgebiet erteilten die Behörden dem aber eine Absage. Für Werder war das Geisterspiel in Freiburg jedoch keine neue Erfahrung - in höchster Abstiegsnot hatten die Gäste kurz nach dem Restart im Mai ohne Zuschauer einen überlebenswichtigen Sieg (1:0) im Breisgau geholt. Dennoch warnte Kohfeldt: "Freiburg ist ein Brett." Seine Worte bestätigten sich gleich zu Beginn: Die ballsichere Heimelf von Trainer Christian Streich wurde immer wieder über die rechte Seite gefährlich. Erst bewahrte Jiri Pavlenka seinen Teamkollegen Theodor Gebre Selassie (15.) vor einem Eigentor, dann schob Lienhart nach der folgenden Ecke ein. Ein Treffer von Jonathan Schmid (20.), der nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde, weckte Werder auf. Füllkrug sorgte für die schnelle Antwort, nachdem Leonardo Bittencourt bei einem beherzten Antritt in den Strafraum mit einem Foul gestoppt worden war.

Nach dem Ausgleich entwickelte sich ein völlig offenes Spiel, in dem Bremen früh attackierte und auf Umschaltmomente lauerte. Die mutiger agierenden Gäste kamen durch Youngster Nick Woltemade (40.) und erneut Füllkrug zu weiteren Möglichkeiten. Freiburg meldete sich kurz vor der Pause noch einmal mit einem Versuch von Vincenzo Grifo. Streichs Team startete nach dem Seitenwechsel wie schon im ersten Durchgang. Insbesondere über Standards sorgten die Gastgeber für Gefahr, doch Petersen (52.) setzte den Ball aus spitzem Winkel nur ans Außennetz. Anschließend verlor Freiburg den Zug zum Tor. Hochkarätige Möglichkeiten erspielte sich vor allem Bremen: Bittencourt (61.) und Kevin Möhwald (64.) zielten aber zu ungenau. Mit der Einwechslung von Milot Rashica, der erstmals seit seinem geplatzten Wechsel nach Leverkusen auf dem Feld stand, erhöhte Kohfeldt in der Schlussphase nochmals die Offensivkraft.

Hertha BSC - VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

Der Fehlstart ist perfekt: Hertha BSC hat den nächsten harten Rückschlag kassiert. Gegen Aufsteiger VfB Stuttgart verloren offensiv lange unglückliche Berliner am vierten Spieltag mit 0:2 (0:1). Nach drei Niederlagen in Serie stehen die ambitionierten, aber personell durchgeschüttelten Hauptstädter in den kommenden Wochen unter Zugzwang. Verteidiger Marc-Oliver Kempf (9.) und Kapitän Gonzalo Castro (68.) trafen für den VfB vor 4000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion zum zweiten Saisonsieg, in der Tabelle kommen die Stuttgarter nun bereits auf sieben Punkte. Hertha steht bei drei Zählern und die folgenden Aufgaben werden nicht leichter: Am Samstag in einer Woche geht es für das Team von Trainer Bruno Labbadia zu Tabellenführer RB Leipzig.

Hertha BSC - VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Kempf (9.), 0:2 Castro (68.)
Berlin:
Schwolow - Pekarik (20. Zeefuik, 78. Löwen), Stark, Boyata, Plattenhardt (66. Dilrosun) - Tousart, Mittelstädt - Leckie (46. Lukebakio), Darida (78. Piatek), Cunha - Cordoba. - Trainer: Labbadia.
Stuttgart: Kobel - Stenzel, Karazor, Kempf - Wamangituka (89. Kaminski), Mangala, Endo, Coulibaly (64. Gonzalez) - Didavi (64. Klimowicz), Castro (89. Egloff) - Kalajdzic (87. Al Ghaddioui). - Trainer: Matarazzo.
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Zuschauer: 4000
Gelbe Karten: Cunha (2), Stark - Kalajdzic, Didavi (2)

Die Tage vor dem Stuttgart-Spiel waren für die Berliner nicht einfach gewesen: Erst am Donnerstag waren die Stürmer Matheus Cunha (Brasilien) und Jhon Cordoba (Kolumbien) von ihren Nationalmannschaften zurückgekehrt - und standen gleich in der Startelf; Matteo Guendouzi, die sehnlichst erwartete Mittelfeld-Leihe vom FC Arsenal, musste nach einem positiven Coronatest in Quarantäne. Zudem hatte Aufsichtsrat Jens Lehmann im Sport-Bild-Interview die Zielvorgabe Europapokal ausgegeben, was der sportlichen Leitung nicht gefiel. Schlechte Vorzeichen für eine Partie, in der die Berliner in den ersten Minuten gegen Stuttgart um Spielkontrolle bemüht waren. Mehr Gefahr ging aber von den Gästen aus. Vor der Führung hatte Sasa Kalajdzic (8.) ans Aluminium geköpft, Sekunden später lenkte der ungedeckte Kempf einen Freistoß von Daniel Didavi ebenfalls per Kopf ins Netz.

Hertha wollte danach gerne mehr zeigen, aber die Fünferkette der Schwaben machte es ihnen schwer. Nach dem offensiv annehmbaren Auftritt beim 3:4 bei Bayern München vor der Länderspielpause fehlte den Berlinern diesmal im ersten Durchgang die letzte Konsequenz. Bezeichnend war, dass ein Stuttgarter für die erste Herthaner Großchance sorgte. Orel Mangala (40.) verlängerte eine harmlose Hereingabe merkwürdig Richtung eigenes Tor und Schlussmann Gregor Kobel rettete in höchster Not. Gleich nach der Halbzeit schenkte Hertha dem VfB mit leichtfertigen Ballverlusten die Möglichkeit auf das zweite Tor, Kalajdzic (47.) köpfte nur Zentimeter daneben. Wie aus heiterem Himmel hätte Hertha jedoch im Gegenzug fast den Ausgleich erzielt: Erst schoss Cordoba (52.) aus der Drehung links vorbei, danach scheiterte der agile Cunha (53.) an Kobel, der dem Brasilianer den Ball davor in den Fuß gespielt hatte. Kurz nachdem Cunha (66.) eine starke Flanke des eingewechselten Dodi Lukebakio über das Tor beförderte, traf dann Castro per Rechtsschuss aus 20 Metern mitten in die Berliner Drangphase.

1. FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)

Im Duell zwischen den Sieglosen und den Punktlosen ist Bayer Leverkusen ein Befreiungsschlag gelungen, der Fehlstart des FSV Mainz 05 nimmt indes immer krassere Züge an. Der Champions-League-Aspirant, der in den vorangegangenen drei Partien jeweils unentschieden gespielt hatte, siegte 1:0 (1:0) in Mainz. Die 05er kommen hingegen auch unter dem neuen Trainer Jan-Moritz Lichte nicht aus dem Negativstrudel und verbleiben ohne Punkte im Tabellenkeller. Der argentinische Stürmer Lucas Alario (30.) sorgte mit seinem Tor dafür, dass Leverkusen-Trainer Peter Bosz auch aus seinem vierten Duell mit den Mainzern als Sieger hervorging. Die zwar kampfstarke, aber zu ideenlose Vorstellung der Gastgeber reichte nicht, um Trainer Lichte nach der 0:4-Klatsche bei Union Berlin vor der Länderspielpause im zweiten Pflichtspiel auf der Mainzer Bank das erste Erfolgserlebnis zu bescheren.

Mainz 05 - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)

Mainz: Zentner - St. Juste, Kilian, Niakhate, Brosinski - Latza (76. Nebel), Kunde Malong (58. Fernandes) - Öztunali (69. Onisiwo), Boetius, Burkardt (58. Quaison) - Mateta (76. Ji). - Trainer: Lichte.
Leverkusen: Hradecky - Lars Bender, Sven Bender, Tapsoba, Sinkgraven - Aranguiz (46. Baumgartlinger) - Demirbay (69. Palacios), Amiri - Bailey (69. Bellarabi), Alario, Diaby. - Trainer: Bosz.
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Tore: 0:1 Alario (30.)
Zuschauer: 250
Gelbe Karten: Latza (3), Fernandes, Ji - Lars Bender

Der Wille war den zuletzt gebeutelten Mainzern vor der Mini-Kulisse von 250 Zuschauern nicht abzusprechen, sie hielten gegen die um Spielkontrolle bemühten Leverkusener gut dagegen. In gefährliche Räume, geschweige denn zu Torchancen, kamen die Gastgeber so jedoch zunächst nicht. Nach 25 Minuten spitzelte Jonathan Burkardt eine Hereingabe knapp am langen Pfosten vorbei. Aber auch Bayer brachte außer einem Heber von Leon Bailey (7.), der das Tor knapp verfehlte, in der Anfangsphase offensiv wenig Sehenswertes zustande. Da aus dem Spiel heraus wenig ging, war der Führungstreffer durch Alario nach einem Eckball folgerichtig - und aufgrund der größeren Spielanteile auch durchaus verdient.

Die Werkself war zuletzt vom Verletzungspech verfolgt gewesen: So fehlte nicht nur das 17 Jahre alte Toptalent Florian Wirtz (Bauchmuskelzerrung), sondern in Santiago Arias (Wadenbeinbruch) und Patrick Schick (Muskelfaserriss) weitere prominente Namen. Auch nach dem Führungstreffer blieben beide Teams offensiv recht harmlos, die Torhüter Robin Zentner und Lukas Hradecky verlebten weitestgehend ruhige Nachmittage. Mainz-Coach Lichte war im Vergleich zur heftigen Niederlage zum Einstand in Berlin mit vier neuen Spielern in die Partie gegangen, unter anderem kam Verteidiger Luca Kilian zu seinem Startelfdebüt für die Mainzer. Zumindest wirkten die 05er so wesentlich stabiler als zuletzt, nach dem Seitenwechsel wurden sie auch mutiger und störten die Gäste früher. Einen Schuss aus guter Position von Levin Öztunali (55.) blockte Sven Bender stark. Leverkusen nahm im Vorwärtsgang nur wenig Risiko, die beste Chance scheiterte an der ungenauen Flanke von Flügelstürmer Moussa Diaby (51.). Auch die Mainzer gingen mit ihren wenigen aussichtsreichen Gelegenheiten zu schlampig um - eine Rote Karte (78.) gegen Bayer-Verteidiger Edmond Tapsoba wegen vermeintlicher Notbremse nahm Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) nach Rücksprache mit dem Videoassistenten wegen Abseitsstellung von Karim Onisiwo zurück.

FC Augsburg - RB Leipzig 0:2 (0:1)

RB Leipzig hat in einem einseitigen Topspiel weiteres Selbstvertrauen für das nächste Abenteuer in der Champions League getankt. Der spielerisch wie taktisch überlegene Tabellenführer setzte sich im lange zähen Duell Erster gegen Zweiter beim harmlosen "Verfolger" FC Augsburg hochverdient mit 2:0 (1:0) durch. Es war das neunte Auswärtsspiel in Serie ohne Niederlage - Klubrekord. Der nur 1,70 Meter kleine Angelino (45.) mit seinem zweiten Kopfballtor in dieser Saison brachte RB in Führung. Der Spanier drückte dabei Gegenspieler Raphael Framberger zu Boden, Schiedsrichter Felix Brych wertete dies aber nicht als Foulspiel. Eine klare Fehlentscheidung war es nicht.

FC Augsburg - RB Leipzig 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Angelino (45.), 0:2 Poulsen (66.)
Augsburg:
Gikiewicz - Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Pedersen - Khedira (75. Richter), Strobl (54. Gruezo) - Hahn (54. Vargas), Caligiuri - Gregoritsch, Jensen (54. Niederlechner). - Trainer: Herrlich.
Leipzig: Gulacsi - Klostermann (46. Orban), Upamecano, Halstenberg - Mukiele, Adams, Henrichs, Angelino (90. Kluivert) - Nkunku (90. Sörloth), Dani Olmo (79. Hwang), Forsberg (66. Poulsen). - Trainer: Nagelsmann.
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Upamecano

Ein Traumtor von Joker Yussuf Poulsen, der nur 25 Sekunden nach seiner Einwechslung per Volleyschuss traf (66.), brachte die Vorentscheidung. Am Dienstag (21 Uhr) steigt Leipzig, in der Vorsaison noch Halbfinalist der Königsklasse, gegen Basaksehir FK auch international wieder ein. In Augsburg musste RB nach einem positiven Corona-Test kurzfristig auf Amadou Haidara verzichten. Der Nationalspieler Malis sei aber "nicht infektiös" und daher nicht in Quarantäne, teilten die Leipziger mit. Vorsichtshalber sei Haidara jedoch isoliert worden. Für ihn gab Nationalspieler Benjamin Henrichs sein Startelf-Debüt.

Seine Mannschaft müsse ihr Gegenpressing "so aggressiv wie möglich ausspielen", forderte RB-Coach Julian Nagelsmann bei Sky. Das tat sie, phasenweise wurde Augsburg extrem früh die Luft abgeschnürt. Allerdings kam Leipzig bis zur Führung nur zu einer guten Abschlussmöglichkeit im Strafraum, als der starke Dani Olmo an Rafal Gikiewicz scheiterte (17.). Diese Schwäche mag auch daran gelegen haben, dass Nagelsmann in der Startelf wie zuletzt gegen Schalke 04 (4:0) auf einen echten Mittelstürmer verzichtete. Neuzugang Justin Kluivert saß wie Alexander Sörloth und Poulsen zunächst auf der Bank. "Alex und Yussi haben extrem viel gespielt", begründete Nagelsmann seine Maßnahme. Ins Sturmzentrum beorderte er Emil Forsberg. Kluivert und Sörloth kamen in der 90. Minute.

Auch sein Kollege Heiko Herrlich war bei der Rückkehr nach seiner Lungenerkrankung zu Umstellungen gezwungen. Der kränkelnde Florian Niederlechner kam erst nach einer knappen Stunde, der erkrankte Iago fehlte ganz. Tobias Strobl durfte erstmals von Beginn an ran und stemmte sich im Mittelfeld vehement gegen Leipzigs Power-Fußball. Der FCA setzte dabei Herrlichs Forderung, Leipzig nicht "ins offene Messer" zu laufen, streng um und verteidigte äußerst diszipliniert - aber eben auch nicht mehr als das. Eine echte Augsburger Torchance gab es in der ersten Halbzeit nicht. Das Bollwerk der Hausherren wurde erst von einem starken Olmo-Solo durchbrochen, der sich gegen drei Augsburger durchsetzte und Torschütze Angelino perfekt bediente. Der Rückstand hatte auf den FCA allerdings keine aufrüttelnde Wirkung. RB drängte auch nach dem Seitenwechsel, Augsburg verteidigte. Mads Jensen konnte das 0:2 noch in höchster Not auf der eigenen Linie gegen Dayot Upamecano verhindern. Doch gegen Poulsen, den erneut Olmo eingesetzt hatte, war auch Gikiewicz machtlos.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid