Fußball

"Selbstherrliche, asoziale Hohlköpfe" Dynamo Dresden beschimpft brutalen Mob

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Bei schweren Krawallen in Magdeburg werden 15 Polizisten verletzt.

(Foto: dpa)

Es ist ein Tag zum Feiern für Dynamo Dresden. In Magdeburg machen die Sachsen die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt. Doch die Aufstiegsparty wird von schweren Krawallen begleitet. Der Verein reagiert ungewöhnlich scharf.

Mit einem Remis (2:2) in Magdeburg macht Fußball-Drittligist Dynamo Dresden am Samstag nach zwei Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga klar. Doch die Freude über den Aufstieg wird von schweren Krawallen einiger SGD-Fans vor und während dem Spiel sowie bei der späteren Feier in Dresden überschattet. Der Verein reagiert ungewohnt scharf auf die Ausschreitungen seines Anhangs.

In einer offiziellen Mitteilung auf der Vereins-Homepage heißt es: "Neben der großen Zahl friedlicher Dynamo-Anhänger gab es erneut jene, die nicht angereist waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen." Und weiter: "Als die Aufsteiger in Dresden eintrafen, wurde eine bis dahin rauschende und stimmungsvolle Aufstiegsfeier binnen Minuten von einer Horde vermummter, gewaltbereiter, selbstherrlicher und asozialer Hohlköpfe zerstört."

Es knallt bereits vor Anpfiff

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Einige Dresden-Fans waren offenbar nur gekommen, um zu randalieren.

(Foto: imago/foto2press)

Die Krawalle beginnen schon vor dem Spiel. Die Angaben über das, was passiert, variieren allerdings, je nach gehörter Seite. Ein Mob gewaltbereiter Fans soll versucht haben, die Sicherheitskontrolle vor dem Gästeblock zu stürmen, um so etwa 300 Anhängern ohne gültiges Ticket Zugang zum Stadion zu verschaffen.

Gegenstände fliegen, Zäune werden demoliert und Polizisten angegriffen. 15 Beamte werden bei dem Angriff verletzt, ebenso wie ein Ordner. Wie groß der angreifende Mob war? Auch das ist unklar. Die Magdeburger sprechen von bis 300 Personen. Aus Dresdner Fankreisen heißt es dagegen: Nicht mehr als 50. Fest steht aber: Rund 700 Dynamo-Fans durften nicht ins Stadion. Der 1. FCM habe als Gastgeber ein entsprechendes Hausverbot erteilt.

Kritik gibt's von Dresdner Klubseite wegen der eskalierten Krawalle aber nicht nur am eigenen Anhang, sondern auch an den Sicherheitskräften. So heißt es in der Stellungnahme auf der offiziellen Dynamo-Homepage: "Zu den ersten Eindrücken, die weiterer Aufarbeitung bedürfen, zählt aber auch, dass ein Teil der Sicherheitsträger nicht deeskalierend agierte, sondern mit der Situation überfordert war und schließlich hunderten friedlichen Fans mit gültigen Eintrittskarten den Zugang zum Stadion verwehrte."

Augenzeugen berichten von brutalen Polizisten

Laut eines Berichts der "Sächsischen Zeitung" sprechen Augenzeugen von einem äußerst brutalen Eingreifen der Einsatzkräfte. Sie seien ohne Vorwarnung auch auf jene Fans losgegangen, die nicht an der Randale beteiligt waren. Es habe Knochenbrüche und starke Prellungen gegeben, von Pfefferspray und sogar Tränengas seien auch Kinder getroffen worden.

In der MDCC-Arena gehen die Krawalle während des Spiels weiter. Nach dem Ausgleich der Dresdner zum 2:2 fliegen aus dem Dynamo-Fanblock eine Nebelbombe auf den Rasen und eine Silvesterrakete in Richtung Magdeburger Zuschauer. Schiedsrichter Manuel Gräfe muss das Spiel für mehrere Minuten unterbrechen. Später am Abend als der gewaltbereite Dynamo-Mob aus Magdeburg in Dresden eintrifft, kommt es bei der Aufstiegsfeier erneut zu Ausschreitungen. Es ist trotz Zweitliga-Rückkehr ein trauriger Tag für die SGD und so spricht selbst der Verein von einem "Aufstieg mit gemischten Gefühlen".

Zur Wahrheit dieses Krawallsamstags gehört aber auch, dass rund 250 zum Teil vermummte Magdeburger direkt nach dem Spiel Dresdner Fans und Polizisten angegriffen haben. Die Polizei setzte einem Agenturbericht zufolge Wasserwerfer und Pfefferspray ein, um die Gewalttäter zurückzudrängen. Insgesamt waren etwa 1000 Beamte aus sechs Bundesländern im Einsatz.

Quelle: n-tv.de, tno

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