"Einer der Größten seiner Zeit"Hans-Jürgen Kreische ist tot

Hans-Jürgen Kreische ist einer der besten Fußballer seiner Zeit: Mit der Nationalmannschaft der DDR besiegt er 1974 den späteren Weltmeister Deutschland, mit seinem Klub Dynamo Dresden wird er fünfmal Meister und schießt Hunderte Tore. Nun ist der einstige Torjäger im Alter von 78 Jahren gestorben.
Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden trauert um seinen Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische. Wie der Verein mitteilte, verstarb der frühere Nationalspieler der DDR in der Nacht zu Mittwoch im Alter von 78 Jahren. Vor dem kommenden Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstagabend (20.30 Uhr/NITRO) wird es eine Gedenkminute zu Kreisches Ehren geben. Die Dresdner Mannschaft wird zudem mit Trauerflor auflaufen.
"Auch wenn ich nicht mehr das Glück hatte, 'Hansi' Kreische selbst auf dem Rasen erleben zu dürfen, so waren die Geschichten um die von ihm geschlagenen Schlachten legendär. Mit großem Interesse lauschte ich seinen Anekdoten, die immer für einen Schmunzler zu haben waren", sagte Dynamos Präsident Ronny Rehn. Es mute unfassbar an, "dass er nun nicht mehr unter uns weilt. Die Sportgemeinschaft ist Dir auf ewig zu größter Dankbarkeit verpflichtet."
Der gebürtige Dresdner Kreische kam als Zehnjähriger zur SGD und durchlief im Klub alle Nachwuchsmannschaften. In der Saison 1970/71 wurde er erstmals Torschützenkönig der DDR-Oberliga und hatte großen Anteil am ersten Double-Gewinn in der Geschichte des DDR-Fußballs. Die Torjägerkanone sicherte er sich 1972, 1973 und 1976 noch drei weitere Male. Insgesamt kam er auf 344 Einsätze für Dynamo, dabei gelangen ihm 188 Tore und 74 Vorlagen.
Insgesamt feierte Kreische, der "Gerd Müller Sachsens", fünf Meisterschaften mit Dynamo. Der DDR-Fußballer des Jahres 1973 kommt zudem auf 50 Einsätze für die DDR-Nationalmannschaft. Beim legendären 1:0 gegen die Bundesrepublik bei der WM 1974 stand Kreische in der Startelf. Später war er auch als Trainer für Dynamo Dresden tätig. Zunächst im Nachwuchsbereich, wo er spätere Stars wie Ulf Kirsten oder Matthias Sammer trainierte, später, nach dem Absturz des Klubs bis in die Oberliga auch als Cheftrainer.