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Achtelfinale gegen Inter Eintracht Frankfurt lebt den Traum

Eintracht Frankfurt will auch gegen Inter Mailand wieder jubeln

Eintracht Frankfurt will auch gegen Inter Mailand wieder jubeln.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt empfängt heute Inter Mailand zum Hinspiel im Achtelfinale der Europaliga. Die Chancen auf das Weiterkommen gegen den dreimaligen Champions-League-Sieger stehen gar nicht so nicht schlecht. Beim Gegner brodelt es.

Andreas Köpke stand bei Eintracht Frankfurt im Tor, Rudi Bommer gab den Strategen, ein junger Spieler des SSC Neapel namens Fabio Cannavaro holte sich im Hinspiel in Frankfurt eine Gelb-Rote Karte ab - und Ralf Falkenmayer entschied mit seinem Treffer im Rückspiel das Achtelfinale des Wettbewerbs, der in der Saison 1994/95 noch Uefa-Cup hieß, zugunsten der Hessen. Ein Blick auf die Namen zeigt: Das bisher letzte Mal, dass die Frankfurter ein europäisches Achtelfinale für sich entschieden haben, ist lange her. Nun geht die italienische Reise weiter, die Mannschaft von Adi Hütter spielt an diesem Donnerstag (ab 18.55 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen Inter Mailand, damit wieder gegen ein Team aus der Serie A - und kann nicht nur auf den Blick in die Geschichtsbücher setzen.

"Baku ist noch ganz weit weg", sagte Innenverteidiger Martin Hinteregger, sein Sportdirektor Bruno Hübner dagegen "hat Baku im Kopf." So oder so: Die aserbaidschanische Hauptsadt ist in Frankfurt derzeit allgegenwärtig. Dort findet am 29. Mai das Finale der Europaliga statt. Und bei Hütter ist das Träumen ausdrücklich erlaubt: "Es ist ein besonderes Spiel gegen einen besonderen Gegner, gegen den es einer besonderen Leistung bedarf", sagte der Trainer. "Wir werden uns nicht verstecken und versuchen vorzulegen und zu Null zu spielen." Dass man im Klub schon an Finale und Titel denkt, hält er für legitim: "Träumen darf man. Ich kenne auch das Datum und die Stadt."

Mauro Icardi braucht mehr Geld - und fehlt deswegen auch in Frankfurt

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(Foto: imago/Gribaudi/ImagePhoto)

Doch mit Träumen alleine gewinnt man keine Spiele, die Aufgabe gegen den dreifachen Champions-League-Gewinner wird knackig, aber nicht unlösbar. "Inter ist eine Hausnummer in Europa", betonte bei aller Euphorie am Main auch Hübner, und zwar "eine über Schachtjor Donezk". Den ukrainischen Topverein hatte der Bundesligist in der ersten K.-o.-Runde eliminiert. Doch die Italiener sind weit vom einstigen Glanz entfernt, an den Main reist die Mannschaft von Trainer Luciano Spalletti mit der "Empfehlung" einer 1:2-Niederlage in Cagliari - und satten 22 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Juventus Turin.

Dazu rumort es innerhalb des Vereins mächtig, die Stimmung ist vergiftet, seit sich Mauro Icardi heftige Auseinandersetzungen mit der Klubspitze liefert. Der Stürmerstar pokert schon die ganze Saison um einen neuen Vertrag, Mitte Februar war die Klubspitze dann so genervt, dass man dem Torjäger die Kapitänsbinde abnahm und vorerst auf die Dienste des Spitzenverdieners verzichtete, obwohl er zuletzt in den sozialen Medien verlauten ließ, "in den schweren Momenten zeigt sich die wahre Liebe." Er habe Angebote abgelehnt, "die wahrscheinlich niemand sonst abgelehnt hätte - aus Liebe zu unseren Farben". Einen Platz im Flieger nach Frankfurt brachte ihm diese Liebesbekundung allerdings nicht ein.

Viel Ärger bei Inter

"Da gibt es Unruhe und Störfeuer. Nebengeräusche gehen an keinem Verein spurlos vorbei", hat Bruno Hübner die Ausläufer des Inter-Bebens natürlich auch registriert. Für Hütter wiederum ist "ein angeschlagener Gegner aber auch ein besonders gefährlicher" – und erinnert daran, dass die angeschlagenen Italiener in der laufenden Champions-League-Saison in ihrer Gruppe mit dem FC Barcelona und Tottenham Hotspur nur durch ein Tor Unterschied ausgeschieden waren. Neben Icardi wird auch der belgische Spielmacher Radja Nainggolan im Aufgebot des 18-fachen italienischen Meisters fehlen. Der Nationalspieler verletzte sich im Training.

Eine Gemengelage, die bei den Hessen gerade mit dem Blick auf die eigene Stärke für Selbstvertrauen sorgt: "Wir sind seit neun Spielen ungeschlagen und haben Selbstbewusstsein", sagte Hütter und verriet auch den Plan für das Hinspiel: "Es sind K.o.-Spiele. Da müssen wir versuchen, zu Null zu spielen. Gegen Schachtjor Donezk haben wir gezeigt, dass wir ein anderes Gesicht haben und nicht nur nach vorne laufen, sondern auch den Kopf einschalten. Es ist ein besonderer Gegner, gegen den es einer besonderen Leistung bedarf." Bruno Hübner will dem Gast dagegen gleich eine ordentliche Hypothek auf die Rückreise mitgeben. "Das Rückspiel muss für Mailand eine Herkulesaufgabe werden", sagte der Sportdirektor, der auch Gelassenheit verspürte, wenn das Hinspiel nicht die gewünschte Ausgangsposition bringt: "Wir können jederzeit auch auswärts ein, zwei Tore schießen." Für die könnte dann eventuell auch Ante Rebic wieder sorgen: Der Kroate fällt im Hinspiel mit Kniebeschwerden aus, für ihn könnten Mijat Gacinovic oder Gonçalo Paciência neben Sebastien Haller und Luka Jovic auflaufen.

Quelle: n-tv.de

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