Fußball

"Nicht zum Arschloch werden" Elgert warnt vor Arroganz bei Fußballtalenten

Seit 26 Jahren betreut Norbert Elgert die größten Talente des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. "Die Jungs sind noch genauso in Ordnung wie wir früher", sagt der Ausbilder bei n-tv. Die erhöhte Medienpräsenz durch Social Media berge aber Gefahren.

Leroy Sané, Manuel Neuer oder Julian Draxler haben alle die Talenteschmiede des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 durchlaufen. Immer mit dabei: Junioren-Cheftrainer Norbert Elgert. Entgegen der weit verbreiteten Annahme hätten sich die Spielertypen über die Jahre hinweg nicht verändert, sagte Elgert bei n-tv. Dafür sei der Druck deutlich größer geworden. "Die Jungs sind noch genauso in Ordnung wie wir früher", betonte Elgert. Großen Einfluss auf die Spieler nähmen allerdings die sozialen Medien. Dadurch sei der Fußball "transparenter" geworden und der Druck größer. "Jeder Schritt wird verfolgt."

Das bringe dann auch negative Randeffekte mit sich. "Diese Medienpräsenz kann dazu führen, dass die Egoversuchungen größer werden", so der U19-Trainer der Gelsenkirchener, der anmahnte: "Du musst ja nicht zum Arschloch werden, nur weil du in jungem Alter Autogramme schreiben darfst."

Daher sei es für Trainer im Nachwuchsbereich wichtig, "traditionelle Werte" zu vermitteln. Spieler bräuchten "vor allem Demut. Selbstbewusstsein ja, Arroganz nein", erklärte Elgert. "Wenn du ganz oben ankommen willst, brauchst du mentale Stärke."

Elgert geht in Rolle als Talenteschmied auf

Der Nachwuchscoach aus der Knappenschmiede hat viele Nationalspieler wie Leroy Sané, Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Joel Matip, Sead Kolasinac, Julian Draxler oder Thilo Kehrer hervorgebracht. Zuletzt gelang Ahmed Kutucu der Sprung aus Elgerts U19 zu den Profis. Im Jahr 2013 wurde Elgert vom DFB als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Der gelernte Schornsteinfeger hatte bereits mehrfach die Chance, als Trainer im Profibereich zu arbeiten, wie er in seiner nun erschienenen Autobiografie "Gib alles - nur nie auf!" enthüllt. "Ich hatte so oft die Chance, wieder in den Profifußball zurückzukehren. Zweimal als Cheftrainer auf Schalke, bei einem österreichischen Spitzenklub und mehrfach in der deutschen 2. Liga. Aber es kam für mich nicht infrage, weil ich meine Erfüllung als Ausbilder gefunden hatte", heißt es darin.

Quelle: n-tv.de, mba

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