Fußball

Elfmeter? Chile ist bereit Empörter Bravo will's dem DFB zeigen

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"Ein Elfmeterschießen ist kein Glücksspiel", sagte Chiles Penalty-Profi Claudio Bravo.

(Foto: dpa)

Chile will ein Zeichen setzen für die Fußball-WM 2018. Als Gegner haben sich die Copa-Profis Löws Confed-Cup-Talente ausgesucht. Das Ziel: Ein Sieg. Das Problem: Tore aus dem Spiel. Die Lösung: Elfmeterschießen - ausgerechnet gegen Deutschland.

Nur ein Zufall? Chiles Torwartheld Claudio Bravo ist empört. "Ein Elfmeterschießen ist kein Glücksspiel", sagt der Keeper des Südamerika-Meisters und stellt damit klar: Beim Endspiel um den Confed Cup am Sonntag (20 Uhr/ZDF und n-tv.de-Liveticker) in St. Petersburg gegen Weltmeister Deutschland ist auch diese mögliche finale Entscheidung ein wichtiger Bestandteil des Matchplans. Schließlich sind die jüngsten Erfahrungen des 34-Jährigen im Speziellen und seiner Landsleute im Allgemeinen mit dem dramatisch zugespitzten Spielende prächtig.

So könnten Sie spielen

Deutschland: ter Stegen - Süle, Mustafi, Ginter - Kimmich, Rudy, Goretzka, j. Hector - Stindl, Draxler - Werner; Trainer: Löw.
Chile: Bravo - Isla, Medel, Jara, Beausejour - M. Diaz - Aranguiz, Vidal - Vargas, Sanchez, Hernandez; Trainer: Pizzi
Schiedsrichter: Mazic (Serbien)
Stadion: Krestovsky, St. Petersburg

Zweimal hat die Mannschaft von Trainer Juan Pizzi zuletzt die Copa America im Elfmeterschießen für sich entschieden, am Mittwoch wurde auf die gleiche Weise Portugal in der Vorschlussrunde der WM-Generalprobe besiegt. Dass Bravo gegen den Europameister alle drei Schüsse vom Punkt abwehren konnte, war für den 34-Jährigen eben keine Laune des Schicksals, sondern das Resultat sorgfältiger Vorbereitung: "Da steckten viel Arbeit, viel Intelligenz und eine Menge Information drin. Wir haben im richtigen Moment einen perfekten Job gemacht."

Anders als Schlussmann Bravo wäre dem impulsiven Arturo Vidal ein für "La Roja" positiver Spielausgang nach 90 Minuten lieber gewesen. "Wenn wir kämpfen wie verrückt, werden wir auch Deutschland schlagen können", glaubt der "Krieger" des deutschen Rekordmeisters Bayern München und wagte gar einen Ausblick: "Dieses Turnier ist der Wartesaal für die WM. Wenn wir hier gewinnen, ist das ein klares Zeichen für die anderen Mannschaften für nächstes Jahr." Unbestreitbar ist aber: Eine Verlängerung könnte Chile (Durchschnittsalter: 29 Jahre) deutlich mehr weh tun als der jungen deutschen Mannschaft.

"Einheit, Einsatzwillen und chilenisches Herz"

Kontakt mit seinen deutschen Vereinskollegen hatte Vidal bereits: "Joshua Kimmich und ich haben viel gesprochen. Nach dem Gruppenspiel haben wir gesagt, dass wir uns im Finale wiedersehen." Schon im Halbfinale gegen Portugal und auch in der Vorrunde gegen Deutschland (1:1), so der 30-Jährige weiter, hatte Chile die wichtigsten Tugenden auf den Platz gebracht. "Unsere Mannschaft hat bewiesen, dass sie in schwierigen Momenten ihre besten Seiten zeigt: Einheit, Einsatzwillen und chilenisches Herz", sagte Vidal.

Was nichts daran änderte, dass sich das Pizzi-Team bei der WM-Generalprobe in Russland beim Toreschießen bislang schwer tat. Immer wieder wurden beste Einschussmöglichkeiten nicht genutzt, ein Manko, das man sich gegen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes eigentlich nicht leisten kann.
Doch Pizzi geht erstaunlich gelassen mit den Abschlussschwierigkeiten seiner Schützlinge um. "Ich werde mir erst richtig Sorgen machen, wenn wir uns gar keine Chancen mehr erarbeiten", sagte der 49 Jahre alte Argentinier. Oder er hofft ganz einfach auf weitere Heldentaten von Elfmeter-Killer Bravo.

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Quelle: n-tv.de, Andreas Frank, sid

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