Fußball

Trio als Trainer-Zwischenlösung Entnervter Luhukay gibt in Stuttgart auf

imago25225647h.jpg

"Diese Basis ist beim VfB Stuttgart nicht mehr vorhanden": Jos Luhukay.

(Foto: imago/Sportfoto Rudel)

Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart muss sich einen neuen Trainer suchen. Jos Luhukay jedenfalls mag nicht mehr und schmeißt hin. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser - und ein Warnschuss des Aufsichtsrats.

Jos Luhukay, Trainer des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart, ist entnervt vom Streit mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser zurückgetreten. Luhukay, seit Mai beim Bundesliga-Absteiger im Amt, bat den VfB, seinen bis 2019 laufenden Vertrag aufzulösen. Dies teilte Luhukays Anwalt Markus Buchberger mit. Der 53-Jährige werde "keinerlei Abfindung verlangen", hieß es.

Der VfB bestätigte die Trennung und präsentierte als Interimslösung Olaf Janßen, bisher als Co-Trainer unter Luhukay tätig. Ihm zur Seite stehen die Ex-VfB-Profis Andreas Hinkel und Heiko Gerber. "Ich kann betonen, dass es eine reine Interimslösung ist", sagte Schindelmeiser: "Ob über ein oder mehrere Spiele, das kann ich ihnen noch nicht sagen."

Streit zwischen Luhukay und Schindelmeiser

Luhukay bedauerte die Entwicklung. "Mir fällt dieser Schritt nicht leicht, weil ich in den ersten Wochen meiner Tätigkeit für den VfB Stuttgart bei Fans, Mannschaft und Verantwortlichen das Vertrauen gespürt habe." Basis seiner Arbeit sei jedoch stets "eine einheitliche Linie aller sportlich Verantwortlichen bei Zusammenstellung und Führung des sportlichen Bereichs und ein uneingeschränktes Vertrauen der Vereinsverantwortlichen in meine Arbeit" gewesen. Diese Basis sei nun nicht mehr vorhanden. Zuvor hatte es Streit zwischen Luhukay und Schindelmeiser gegeben, der Verein stellte sich an die Seite des Managers.

"Wir hatten eine Reihe von Gesprächen, in der Hoffnung es hinzubekommen, haben aber festgestellt, das Jos andere Vorstellungen hat", sagte Schindelmeiser. "Wir sind der festen Überzeugung, dass wir nur erfolgreich arbeiten können, wenn wir alle an einem Strang in eine Richtung ziehen." Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Wilfried Porth hatte Luhukay gerüffelt. "Ich sehe mit Sorge, dass die Eskalation nach außen getragen wird. Ich sage bewusst: Das gilt besonders für den Trainer." Der solle "sich auf das konzentrieren, wofür wir ihn geholt haben". Den direkten Wiederaufstieg also, doch den muss nun ein anderer bewerkstelligen. Stuttgart ist mit je zwei Siegen und zwei Niederlagen aus vier Spielen derzeit Tabellenneunter.

Quelle: ntv.de, sgi/sid