Fußball

Nicht mehr als die Topverdiener FC Bayern setzt Alaba strikte Gehaltsgrenze

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Alaba muss sich ganz schön was anhören beim FC Bayern.

(Foto: imago images/Lackovic)

David Alaba und der FC Bayern: Derzeit wirkt es so, als könnten sie sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen, der Zwist eskaliert immer weiter. Jetzt legt Sportvorstand Hasan Salihamidzic nach. Derweil kassiert Uli Hoeneß für seine Einmischung weitere Kritik.

Sportvorstand Hasan Salihamidzic von Triple-Gewinner Bayern München hat David Alaba im Streit um dessen Vertragsverlängerung in die Schranken gewiesen und dem Österreicher seinen Platz in der "Geldrangliste" vor Augen geführt. "Beim FC Bayern gibt es eine sportliche und finanzielle Obergrenze: Robert Lewandowski und Manuel Neuer", sagte Salihamidzic dem "Kicker": "Ich denke nicht, dass David selbst glaubt, er stünde über diesen zwei Kollegen."

Der Sportvorstand machte klar, dass der Fußball-Rekordmeister auch im Fall Alabas während der Coronakrise wirtschaftlich konservativ agieren wird. "Verrücktheiten, wie er das vielleicht aus anderen Klubs kennt, werden wir nicht machen", äußerte der 43-Jährige: "Und schon gar nicht in einer Zeit, in der Umsätze und Gewinne einbrechen, im Fußball wie überall im Wirtschaftsleben." Angeblich will der 28 Jahre alte Alaba im Falle einer Verlängerung 25 Millionen Euro pro Jahr verdienen.

"Geldgieriger Piranha"

Der Nationalspieler Österreichs hat beim Champions-League-Sieger noch einen Vertrag bis zum kommenden Sommer. Seit Monaten verhandeln der FC Bayern und Alaba über eine Verlängerung. Zuletzt war der Ton deutlich rauer geworden, als Ehrenpräsident Uli Hoeneß Alabas Berater einen "geldgierigen Piranha" genannt hatte. Daraufhin hatte Alabas Vater George, der seinen Sohn ebenfalls berät, via Sky zurückgefeuert: Er sprach von "schmutzigen Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen" und schimpfte über "dreckige Anschuldigungen".

Diese Schärfe hatte die Causa bis dato nicht. Alaba selbst erzählte, dass ihn "ein paar Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und durchaus auch verletzt" hätten. "Viele Dinge, die im Moment geschrieben und gesagt werden, stimmen einfach nicht und entsprechen nicht der Wahrheit." Er wirkt getroffen, Bayern ist für ihn mehr als nur ein Arbeitgeber, sondern eine Herzenssache. Der Defensiv-Allrounder spielt in München seit er 16 Jahre alt ist. "In einer Familie ist man durchaus mal anderer Meinung, man streitet sich vielleicht auch, aber es bleibt immer innerhalb der Familie. Das werde ich auch weiter beherzigen", sagte der österreichische Nationalspieler.

Worum geht es Alaba?

Hoeneß Aussage hatte den Streit erst so richtig in der Öffentlichkeit explodieren lassen. Seine Tirade im Sport1-Doppelpass hat Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg nun als kontraproduktiv einordnet. "Sein Verhalten erleichtert die Situation natürlich in keinster Weise", sagte Effenberg bei t-online.de. Allerdings äußerte der frühere Bayern-Spieler auch Alaba gegenüber Unverständnis: "Als Spieler muss ich doch wissen: Will ich bei meinem Verein bleiben und verlängern? Will ich den Verein verlassen - und das am liebsten heute? Oder will ich meinen Vertrag erfüllen und dann noch mal etwas Neues ausprobieren?", sagte er. Anscheinend gehe es Alaba "gar nicht um zwei, drei Millionen Euro Jahresgehalt, sondern um Respekt und Wertschätzung".

Alaba ist in der vergangenen Saison zum Abwehrchef des Rekordmeisters aufgestiegen. Das stärkt seine Position, denn der Klub machte mehrfach deutlich, ihn nicht verlieren zu wollen. Doch eine Einigung scheint derzeit weit entfernt. Der FC Bayern betonte zudem, dass noch kein Vertragsangebot eines anderen Vereins für Alaba vorliegt.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid