Fußball

Bundesligist stockt Team auf FC Schalke nimmt sich BVB zum Vorbild

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Michael Reschke ist der neue Technische Direktor beim FC Schalke 04.

(Foto: imago images / Pressefoto Baumann)

Der FC Schalke 04 nimmt sich die ungleich erfolgreichere Borussia aus Dortmund zum Vorbild. Der Fußball-Bundesligist stockt sein sportliches Funktionsteam auf. Michael Reschke, in Stuttgart gescheitert, kommt als Technischer Direktor. Jetzt fehlen noch ein Sportdirektor - und der Erfolg.

Der FC Schalke 04 wandelt auf den Spuren der sportlich wesentlich besser aufgestellten Nachbarin Borussia Dortmund - was die Aufstellung im sportlichen Kompetenzteam anbelangt. Die Zeiten einer One-Man-Show wie einst unter Ikone Rudi Assauer sind vorbei, das Scheitern von Sportvorstand Christian Heidel in der just beendeten Saison hatte wohl auch mit dessen Uneinsichtigkeit zu tun, den Klub im Management breiter aufzustellen.

Der BVB hatte im Sommer 2018 genau das getan, Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielerabteilung, Matthias Sammer als externen Berater verpflichtet und die sportliche Kompetenz an der Seite von Sportdirektor Michael Zorc verstärkt. Borussias Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte es als nowendig angesehen, die sportliche Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Ähnliches schwebt den Schalkern vor. Ein wichtiger Mosaikstein ist der neue Technische Direktor Michael Reschke, der am Sonntag verpflichtet wurde. Zuletzt war der langjährige Leverkusener und Münchner Kaderplaner als Sportvorstand beim Ligakonkurrenten VfB Stuttgart und damit als Entscheidungsträger in der ersten Reihe nicht so gut aufgehoben. "Als Technischer Direktor kann Michael Reschke seine großen Stärken passgenau auf Schalke einbringen: Er ist durch seine jahrzehntelange Arbeit im Profibereich auf nahezu allen Ebenen hervorragend vernetzt. Dazu besitzt er großes Fachwissen und Erfahrung - gerade im Bereich der Personalplanung im Profibereich", sagte der neue Schalker Sportvorstand Jochen Schneider, der nun noch einen Sportdirektor sucht.

Wagner "verkörpert das, was wir auf Schalke wollen"

Horst Heldt, der Anfang April beim Absteiger Hannover 96 rausflog, steht allerdings nicht - wie zuletzt kolportiert - vor einer Rückkehr zum Schalker Markt. Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies sagte dem Bezahlsender Sky: "Wir werden uns Zeit lassen. Die Entscheidung über den Sportdirektor wird vom Sportvorstand getroffen." Klar sei, dass Schneider die Richtlinienkompetenz hat. "Er ist federführend verantwortlich. Wir trauen ihm das zu und sind überzeugt, dass er uns konzeptionell auf die Schiene bringt."

Und David Wagner soll als neuer Trainer nach einer missratenen Saison den Traditionsklub wieder in Richtung Europacupplätze führen. "Er ist sehr empathisch, kann die Leute mitnehmen", sagte Tönnies über den Ex-Eurofighter, "und er hat den Fußball spielen lassen, den wir sehen wollen. Es ist vorteilhaft, dass er Schalke 04 kennt. Er verkörpert das, was wir auf Schalke wollen".

Das Scheitern von Trainer Domenico Tedesco auf Schalke hat für Tönnies auch mit der Person Heidel zu tun. Dieser sei nicht nah genug am Coach drangewesen, so der Fleisch-Großfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück, "wir hatten einen jungen Trainer, der unbedingt Hilfe gebraucht hätte". Diese habe am Ende gefehlt. Und die Vizemeisterschaft 2018 "hat uns natürlich vernebelt". Die Folge: "Wir sind abgeschmiert wie noch nie", so Tönnies. Die Lehren wurden gezogen, ein breit aufgestelltes Kompetenzteam im sportlichen Bereich a la BVB soll es richten.

Quelle: n-tv.de, Ralph Durry, sid

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