Fußball

Trotz Hamburger Pleitenstart Fink will den Meister ärgern

Die Null steht: Beim Hamburger SV herrscht große Enttäuschung. Auch Debütant Rafael van der Vaart konnte die Niederlage in Frankfurt nicht verhindern. Immerhin gelangen die ersten Saisontore - ein Grund für HSV-Trainer Thorsten Fink nach vorn zu schauen: "Es ist eine andere Elf als vor ein paar Wochen."

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Schaut positiv in die Zukunft: Thorsten Fink.

(Foto: dpa)

Während sich Superstar Rafael van der Vaart im Fitnessraum den Frust von der Seele strampelte, schaute sein Trainer schon wieder nach vorne. Und zwar positiv - trotz des Katastrophen-Starts seines Teams, trotz der dritten Niederlage des Hamburger SV im dritten Bundesliga-Spiel. "Natürlich war ich unheimlich sauer", sagte Chefcoach Thorsten Fink einen Tag nach dem 2:3 (1:2) bei Eintracht Frankfurt, "meine Laune könnte besser sein. Das Positive ist jedoch, dass wir gut reagiert haben. Es ist eine andere Elf als vor ein paar Wochen."

Doch dem HSV drohen weitere Rückschlage, denn das Programm an den kommenden Spieltagen hat es in sich. Der Bundesliga-Dino steckt nach dieser Niederlage im Tabellenkeller fest, dort, wo er sich in dieser Saison gar nicht mehr blicken lassen wollte. Und die Treppe nach oben ist extrem steil. Die nächsten Gegner heißen Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Hannover 96. "Ich glaube, so ein Meister kommt doch gerade mal recht", sagte Fink trotzig, "wir können mal sagen, wir haben nichts zu verlieren und sind krasser Außenseiter."

Lob für Van der Vaart

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Wenn wir gegen Dortmund genauso spielen wie in den ersten 20 Minuten, bekommen wir gleich drei Gegentore: Rafael van der Vaart.

(Foto: dapd)

Hoffnung schöpft der 44 Jahre alte Cheftrainer dabei vor allem aus dem starken Debüt seines 12,5-Millionen-Euro-Transfers. Rafael van der Vaart holte alles heraus, was in seinen 176 Zentimetern steckte. Der 29 Jahre alte Niederländer spulte 12,6 Kilometer auf dem Platz ab, mehr als jeder andere Spieler. Er hatte die meisten Ballkontakte seiner Mannschaft (74) und war an der Entstehung der ersten beiden HSV-Treffer in dieser Saison durch Heiko Westermann und Son Heung-Min beteiligt.

"Er hat sehr gut gespielt, war an allen gefährlichen Situationen beteiligt", lobte Fink, "er hat auch was gesagt, hat defensiv gut gearbeitet. Ich war sehr zufrieden mit dem Einstand. Das zeigt auch, dass er mit dem Druck umgehen kann."

Doch die Pleite beim Aufsteiger zeigte auch erneut, dass der 100-malige niederländische Nationalspieler damit momentan ziemlich allein ist. Zu groß war die Angst seiner Mitspieler vor Fehlern in der ersten Hälfte, zu zaghaft das Abwehrverhalten. "Die ersten 20 Minuten haben wir sehr schlecht gespielt. Es ist noch ein langer Weg zu gehen", sagte van der Vaart nach dem Spiel ernüchtert: "Wenn das Vertrauen nicht da ist, triffst du auf dem Platz falsche Entscheidungen. Wenn wir gegen Dortmund in den ersten 20 Minuten wieder so auftreten, werden wir sogar drei Tore kassieren."

Beim Superstar schrillen schon jetzt die Alarmglocken, insbesondere das Abwehrverhalten muss der HSV schnell verbessern. Doch die Rote Karte des defensiven Mittelfeldspielers Petr Jiracek wegen groben Foulspiels bedeutet auch hier einen erneuten Rückschlag. "Wir haben vorher gesagt, dass wir Zeit brauchen", sagte Fink, "man muss nicht denken, dass man nach drei Tagen Training mit einigen Leuten gleich Zauberfußball spielt. Das muss sich natürlich einspielen." Dafür bleiben dem Trainer aber nur vier Tage, dann kommt Borussia Dortmund.

Quelle: ntv.de, sid