Fußball

Streit um Lauterbach-Zitat Flick geht gegen AfD-Abgeordneten vor

Am Sonntag schimpft Bayern-Trainer Hansi Flick auf die Corona-Politik. Dabei bezeichnet er SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach als "sogenannten Experten". Ein AfD-Bundestagsabgeordneter versucht nun, das Zitat zu nutzen. Flick will "mit allen Möglichkeiten dagegen vorgehen".

Trainer Hansi Flick vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München geht wegen eines Beitrags in den sozialen Medien gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Johannes Huber vor. "Ich möchte mit dieser Partei nicht in Verbindung gebracht werden. Das sind nicht meine Überzeugungen, nicht meine Werte, die diese Partei vertritt. Deshalb ist es klar, dass ich mit allen Möglichkeiten dagegen vorgehe", sagte Flick.

Der Politiker der rechtspopulistischen Partei hatte ein Bild von Flick mit der Überschrift "Bayern-Trainer Flick kontert Lauterbach" versehen und den Coach mit dem Satz zitiert: "Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören." Besagte Aussage fiel am vergangenen Sonntag, als Flick die Corona-Politik kritisierte und den SPD-Gesundheitsexperten angriff. Er sieht sich jedoch sinnentstellt zitiert und hat nach einem Bericht der Münchner "tz" per einstweiliger Verfügung eine Unterlassung gegen Huber erwirkt. Dieser hat seinen Post inzwischen gelöscht.

Mit Lauterbach hat sich Flick inzwischen ausgesprochen. "Es war ein sehr gutes, ein sehr interessantes Gespräch", sagte Flick: "Ich habe mich sehr wohlgefühlt und denke auch, dass es eine sehr gute Atmosphäre war. Jeder konnte etwas mitnehmen." Auch für Lauterbach äußerte sich ähnlich: "Es war für mich ein spannendes und konstruktives Gespräch mit gegenseitiger Wertschätzung. Jeder Streit ist beigelegt", schrieb er am Donnerstag auf Twitter, nachdem er "eine Halbzeit lang" mit dem Bayern-Trainer über die Lage des Profifußballs gesprochen hatte. "Unterschiede in der Meinung kann es immer geben. Entscheidend ist aber: in der Bewältigung der Corona-Krise zählt Teamgeist. Den habe ich im Gespräch durchaus wahrgenommen."

Quelle: ntv.de, ses/dpa/sid