Fußball

Testspiel mit zwei Infizierten Fortunas Corona-Chaos führt in Quarantäne

Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler. Foto: Thilo Schmuelgen/Reuters-Pool/dpa/Archivbild

Auch Uwe Rösler steht nun unter Quarantäne.

(Foto: Thilo Schmuelgen/Reuters-Pool/dpa/Archivbild)

Nach den positiven Corona-Tests bei zwei Spielern von Fortuna Düsseldorf ist der Klub erstmal um Schadenbegrenzung bemüht. Der Trainingsbetrieb des Fußball-Zweitligisten liegt nun lahm. Für die nahe Zukunft hat das negative Auswirkungen auf die Vorbereitung des Absteigers.

Fortuna Düsseldorf bemüht sich nach den positiven Corona-Tests bei zwei Spielern um Schadenbegrenzung. Der Fußball-Zweitligist muss sich dabei aber nach den Anweisungen der Behörden richten - das Gesundheitsamt der NRW-Landeshauptstadt hatte nach Bekanntwerden der Fälle am Freitag für die gesamte Mannschaft bis auf Weiteres häusliche Quarantäne angeordnet. Davon betroffen sind insgesamt rund 40 Personen, darunter auch das Trainer- und Funktionsteam um Chefcoach Uwe Rösler.

Im Laufe des Samstags wurde klar, dass durch eine Verzögerung im untersuchenden Labor alle Beteiligten zu spät von den Infektionen erfahren hatten. "Dass wir die Ergebnisse - auch aufgrund einer derzeit hohen Auslastung des Labors, mit dem wir zusammenarbeiten - erst nach dem Testspiel erhalten haben, ist natürlich sehr bedauerlich", sagte Mannschaftsarzt und Hygienebeauftragter Ulf Blecker im Interview auf der Internetseite des Klubs.

Die Covid-19-Tests waren am Freitagmorgen durchgeführt worden, erfahren hatte die Fortuna von den Befunden aber erst direkt nach dem Testspiel am selben Abend beim TSV Meerbusch (5:0), wo beide Spieler mitgewirkt hatten. "Wir haben sofort alle nötigen Maßnahmen eingeleitet, um die beiden positiv getesteten Spieler umgehend von der Mannschaft zu isolieren. Sie sind auch nicht mehr im Bus nach Hause gefahren, sondern separat abgereist", erklärte Blecker.

"Es gibt keine Lex Fortuna"

Man werde das Gesundheitsamt bei seiner Arbeit "bestmöglich unterstützen", betonte Fortunas Sportvorstand Uwe Klein. "Das Wichtigste ist zunächst, dass alle gesund bleiben und keine neuen Infektionen dazukommen." Entscheidungen, wie es mit der Vorbereitung weitergehe, könnten erst nach weiteren Gesprächen mit dem Gesundheitsamt getroffen werden.

Aktuell werde geprüft, welche Personen mit dem Duo viel Kontakt hatten. Die Gesundheitsverwaltung ließ verlauten, dass die Fälle genauso behandelt würden wie jeder andere: "Es gibt keine Lex Fortuna", so ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Direkt betroffen ist auch der Testspielgegner aus der Nachbarschaft. Die Meerbuscher bekamen ebenfalls - zunächst für fünf Tage - Quarantäne verordnet. Die Saison in der 2. Liga startet am 18. September. Bereits eine Woche zuvor muss die Fortuna beim Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt in der 1. Runde des DFB-Pokals antreten.

Beim Oberligisten TSV Meerbusch ist man alles andere als amüsiert über den Vorfall, zumal die Spieler vor der Partie zweimal getestet wurden. "Bei uns lag kein positiver Befund vor. Wir müssen nun die Ruhe bewahren und abwarten", sagte Meerbuschs Sportlicher Leiter Christoph Peters - zudem auch ein Sponsor der Fortuna - der "Rheinischen Post". Er kritisiert: "Ganz schwach finde ich, dass bis zum Anpfiff keine Ergebnisse der Fortuna-Testung vorlagen. Wenn um halb neun am Morgen getestet wird, muss es möglich sein, die Ergebnisse vor dem Anpfiff zu haben. Alles andere ist fahrlässig."

Quelle: ntv.de, Ulli Brünger und Ulf Zimmermann, dpa