Fußball

SGE fahrlässig vor dem Tor Frankfurts Europa-Feuer fehlt der Funke

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Alles reingelegt, aber die Kaltschnäuzigkeit fehlte der Eintracht gegen den FC Arsenal.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Der Auftakt in die Europa League beginnt für Eintracht Frankfurt mit dem Schmankerl gegen den FC Arsenal. In einem offenen Schlagabtausch fehlt dem hessischen Fußball-Bundesligisten aber in der Offensive die Kaltschnäuzigkeit und in der Defensive klaffen eklatante Lücken.

Wehende Fahnen, Konfettifeuerwerk, eine riesige Blockfahne mit der Aufschrift "Eintracht Frankfurt, mein Verein" und lautstarke Gesänge - so eröffneten die Fans von Eintracht Frankfurt die Europa-League-Saison für den Fußball-Bundesligisten. Ihre Mannschaft brillierte dagegen noch nicht: Im Spiel gegen den Vorjahresfinalisten FC Arsenal zeigte sich das Team von Trainer Adi Hütter inspiriert, in der Chancenverwertung aber äußert fahrlässig. Gegen die Gunners wollte der Funke nicht richtig überspringen und so endete die Partie mit einer 0:3 (0:1)-Niederlage.

Auffällig bei der Eintracht: Die Fehlerquote im eigenen Spielaufbau war desolat hoch. Gleich mehrere gefährliche Angriffe der Gäste wurden durch die Dreierabwehrkette um Martin Hinteregger, David Abraham und Makoto Hasebe eingeleitet. Dem Umschaltspiel der Briten konnte dieses Trio auf Tempoebene nicht standhalten - und weil das Stellungsspiel an diesem Abend ebenfalls zu wünschen übrig ließ, wurde die letzte Defensivreihe ständig in Sprints verwickelt. So wie beim 0:1 durch Joe Willock, der erst seine Geschwindigkeitsvorteile ausnutzte und nach einem kleinen Haken zur Führung traf.

Wenn der Spielaufbau bei den Hessen doch mal funktionierte, wurde es auch gleich gefährlich. Bas Dost, Daichi Kamada und Andre Silva bekamen reihenweise große Chancen gegen das Team aus London. Doch die Verwertung war weder europa- noch bundesligatauglich. Da die Offensivreihe einer Komplettumwandlung unterzogen wurde, war das Chancenplus zum Europa-League-Auftakt allerdings auch eher überraschend.

"Luft nach oben"

Eintracht Frankfurt - FC Arsenal 0:3 (0:1)

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - da Costa (74. Chandler), Kohr, Kostic - Sow, Kamada - Dost (66. Paciencia), Silva. - Trainer: Hütter
Arsenal: Martinez - Chambers, Mustafi, Luiz, Kolasinac (80. Maitland-Niles) - Xhaka - Torreira, Willock (72. Ceballos) - Smith-Rowe (60. Pepe), Aubameyang, Saka. - Trainer: Emery
Schiedsrichter: Davide Massa (Italien)
Tore: 0:1 Willock (38.), 0:2 Saka (85.), 0:3 Aubameyang (87.)
Zuschauer: 47.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Hinteregger, Kamada - Willock, Kolasinac, Chambers
Gelb-Rote Karte: Kohr wegen wiederholten Foulspiels (79.)

 

Mittelstürmer Dost erklärte nach Schlusspfiff: "Ich bin noch nicht da, wo ich sein muss." Der Niederländer gestand ein, dass er auf dem Platz noch sehr mit sich selbst beschäftigt war. Die Fehler in der Defensive seien dagegen nicht seine Baustelle. "Ich bin erst kurz hier und kann da noch nicht über die Mannschaft reden. Bei mir ist auf jeden Fall noch Luft nach oben." Seinem Sturmpartner Silva attestierte Dost dagegen eine gute Leistung und bat um Geduld. "Für ihn ist hier alles neu. Dazu kennt er die Sprache nicht. Dafür hat er das heute sehr gut gemacht. Schade dass er das Tor nicht gemacht hat."

Dabei würde ein Erfolgserlebnis wohl wieder das Europa-Feuer bei den Hessen entfachen. Das weiß auch Trainer Adi Hütter. Er tut gut daran, die Europa-Euphorie zu schüren. Die tollen Leistungen der Vorsaison hatten die Eintracht in einer sensationellen Hinrunde befeuert, ehe im Saisonfinish die Puste ausging. "Das ist heute eine bittere Niederlage. Das Ergebnis und die Leistung passen nicht zusammen", sagte der Coach nach Schlusspfiff. Nun gelte es an der Chancenverwertung zu arbeiten. Nach den Abgängen der Büffelherde um Ante Rebic, Sebastian Haller und Luka Jovic suchen die Hessen neue Helden für die europäische Bühne.

Protest gegen Andi Möller

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Für die Frankfurter Fans sind Spiele in der Europa League immer noch Fußballfeiertage. Über die gesamten 90 Minuten brannten die Anhänger ein Support-Feuerwerk ab. Und auch der Verein hatte einen Glücksbringer dabei: Anthony Yeboah, den Eintracht-Knipser aus den 90er-Jahren. Mit Sprechchören wurde er gefeiert.

Dagegen wurde außerhalb des Stadions mit Plakaten offen gegen eine Anstellung von Andreas Möller als Jugendleiter protestiert. Zu wenig Treuebekenntnisse und zu viele Lügen wurden dem ehemaligen Manager von Erzfeind Kickers Offenbach angelastet, ebenso wie mangelnde Kompetenz. Sportvorstand Fredi Bobic attestierte den eigenen Fans ein "feines Gespür" für das Geschehen auf und abseits des Feldes. Das zeigt: Auf den Rängen lodert das Feuer der SGE bereits, das Team muss es auf den Platz noch entfachen.

 

Quelle: n-tv.de

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