Fußball

Klopp und BVB gehen leer aus Freiburg landet Coup mit Top-Talent

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"Manchmal noch zu hibbelig", sagt Streich über Schade.

(Foto: picture alliance / sampics / Stefan Matzke)

Nach zwölf Spieltagen steht der SC Freiburg in der Bundesliga auf Platz drei. Auch dank exzellenter Kaderplanung. Das beweisen die Macher erneut. Nach ntv.de-Informationen binden sie U21-Nationalspieler Kevin Schade langfristig. Er steht bereits im Notizbuch von Hansi Flick und etlichen Topklubs.

Es läuft beim SC Freiburg. Platz drei in der Bundesliga, mit bescheidenen finanziellen Mitteln. Eine neue, selbstfinanzierte Arena, trotz des tränenreichen Abschieds aus dem alten Dreisamstadion ein wichtiger Baustein für den nachhaltigen Erfolg, ein Trainer, der weit über die Landesgrenzen hinaus den Namen des Vereins bekannt macht, und eine Talentschmiede, die Jahr für Jahr neue Talente hervorbringt. So wie den aktuellen U21-Nationalspieler Kevin Schade, den die Breisgauer nun nach ntv.de-Informationen bis in die zweite Hälfe des Jahrzehnts an sich binden können.

Der 19-jährige Schade ist ein Symbol für die gelungene Freiburger Personalpolitik der letzten Jahre. Die aktuelle Bundesliga-Position und auch die ruhige Vorsaison, die die Breisgauer auf Platz zehn beendeten, sind das Resultat des Zusammenwirkens eines außergewöhnlichen Trainers und einer hervorragenden Kaderplanung. Coach Christian Streich ist seit nunmehr zehn Jahren für die bundesligasportlichen Geschicke des Vereins verantwortlich. Der nun 56-Jährige ging mit seinem Herzensklub durch Höhen - und auch Tiefen wie dem Abstieg im Jahr 2015.

Kaum Abgänge im Sommer

Streich, der so viel mehr als nur ein Trainer ist, dessen Worte zu gesellschaftlichen Themen immer einen Nerv treffen, hat in dieser Saison einen starken Kader zur Verfügung. "Wir haben in diesem Sommer fast niemanden verloren und haben viele Junge dazubekommen. Wir haben uns in der Qualität einfach extrem verbessert, in den letzten Jahren schon. Dieses Jahr scheint es noch mal ein Extraschritt zu sein", sagte Kapitän Christian Günter Anfang November. Und tatsächlich muss Freiburg nach den Abgängen von Luca Waldschmidt, Robin Koch und Keeper Alexander Schwolow im Sommer 2020 in dieser Saison nur Baptiste Santamaria und Torhüter Florian Müller ersetzen. Für Müller rückte der lange verletzte Mark Flekken zwischen die Pfosten. Der verdiente sich neulich sogar eine Berufung in die niederländische Nationalmannschaft. Santamaria, der für 14 Millionen Euro zu Stade Rennes wechselte, wurde durch Maximilian Eggestein von Absteiger Werder Bremen ersetzt. Nur 5 Millionen Euro wanderten dafür in die klammen Kassen des ehemaligen Meisters.

Verstärkt wurde der Kader zusätzlich noch durch den Rückkehrer Nico Schlotterbeck, der zum Abwehrchef aufgestiegen ist und durch Youngster wie Noah Weißhaupt oder eben Kevin Schade, der sich in kürzester Zeit als wertvolle Alternative etablierte und auf dem Sprung in die Stammelf steht. Der pfeilschnelle Stürmer, so ist aus seinem Umfeld zu hören, fühlt sich im Biotop Breisgau pudelwohl. Der 19-jährige Potsdamer ist eine der Entdeckungen der Bundesliga-Saison. Erst kürzlich feierte der bei Energie Cottbus ausgebildete Stürmer sein Debüt in der U21-Nationalmannschaft. Die Zukunft steht ihm weit offen. "Er ist schnell, kopfballstark, torgefährlich", sagte Hansi Flicks Co-Trainer Hermann Gerland über den Spieler, den einige Beobachter auf einer Stufe mit Salzburgs Karim Adeymi sehen.

Einer der schnellsten Spieler der Liga

Schnell, kopfballstark und torgefährlich. Gerade seine Schnelligkeit konnte Schade in der Bundesliga bereits unter Beweis stellen. Mit gemessenen 36,37 km/h ist er momentan der zweitschnellste Spieler der deutschen Elite-Liga, nur knapp hinter dem Mainzer Jeremiah St. Juste, aber eben vor Bayerns Alphonso Davies oder BVB-Superstar Erling Haaland, der den Freiburger Youngster direkt bei dessen Debüt Ende August in Aktion sehen konnte. Damals nervte er vor allen Dingen Verteidiger Manuel Akanji mit seinen starken Antritten. Tore hingegen sind in der Bundesliga bislang noch Mangelware. Bei zehn Pflichtspieleinsätzen wollte ihm bislang kein Treffer gelingen. Ganz anders bei der U21. Dort traf der sprungstarke Spieler in vier Spielen dreimal, dort konnte er seine Kopfballstärke unter Beweis stellen.

"Kevin ist ein sehr großes Talent, lernfähig. Kevin macht uns Spaß, er ist ein interessanter Spieler mit großen Fähigkeiten", sagt Gerland über Schade, der sich mit seinen bislang vier U21-Länderspielen auch in die Notizbücher großer englischer Klubs wie Liverpool und auch zahlreicher Bundesliga-Klubs gespielt haben soll. Freiburgs Trainer Streich sagt: "Er ist schnell, kann hoch springen und gut kicken. Dazu ist er selbstbewusst und hat keine Angst. Wir werden bei ihm genau draufschauen und mit ihm akribisch weiterarbeiten. Er war in manchen Situationen auch schon ein bisschen hibbelig, was aber in dem Alter normal ist."

Zeit für akribisches Arbeiten bleibt Streich nun noch für die nächsten fünf Jahre. Noch so ein Merkmal der Freiburger. Nicht nur der Trainer, sondern auch die Spieler gehören zu den treusten der Liga. Vier Jahre und acht Monate sind die, die in dieser Saison eingesetzt wurden, im Schnitt im Verein. Noch liegt Schade, der 2018 aus Cottbus kam, ein wenig darunter. Bald schon wird er die Marke erreicht haben. Und irgendwann klappt es auch mit den Toren.

Quelle: ntv.de

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