Fußball

Stareinkauf hängt in der Luft Für RB-Coach Marsch wird es langsam eng

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Erreicht Jesse Marsch seine Spieler?

(Foto: imago images/Revierfoto)

Jesse Marsch ist ein Produkt der RB-Schule. Doch der Druck wächst. Droht dem US-Amerikaner sogar die Entlassung? Soweit ist es noch nicht. Aber in Köln müssen Punkte her. Sonst wird es eng für ihn. Im Rheinland hat man immer noch großen Respekt vor dem letztjährigen Vize-Meister.

Jesse Marsch merkt man nicht an, dass es sportlich bei RB Leipzig gerade brenzlig ist. Der neue Trainer des Vizemeisters der Fußball-Bundesliga gibt sich auch bei drei Niederlagen in vier Spielen und der 3:6-Demontage in der Champions League bei Manchester City betont optimistisch. "Wir glauben an unseren Prozess", sagte Marsch vor dem Spiel beim 1. FC Köln am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky). Allerdings sollte dieser Prozess so langsam in den Ergebnissen ablesbar sein.

Dieser Situation ist sich Marsch durchaus bewusst. "Gegen Köln müssen wir kämpfen und gewinnen und dann mehr und mehr Rhythmus in der Saison finden", sagte der 47-Jährige und forderte von seinen Spielern das, was man oft die guten, alten Tugenden nennt. "In schwierigen Momenten muss man ein bisschen mehr laufen und kämpfen. Es hat nicht nur mit taktischen Dingen zu tun, es hat mit Willen zu tun."

Star-Neuzugang funktioniert noch nicht

Die sportliche Führung des Clubs ist noch gewillt, dem Trainer öffentlich Deckung zu geben. "Wir haben einen neuen Cheftrainer, auf den wir stolz sind und den wir sehr bewusst verpflichtet haben", sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Man sei von dem Trainer überzeugt und gehe den Weg weiter, "wohlwissend, dass der Druck da ist, sich auch in dieser Saison für die Champions League zu qualifizieren".

Dafür müsste RB so langsam eine Aufholjagd starten. Die Tore bei dieser soll der dafür vorgesehene André Silva schießen. Schließlich bezahlte man im Sommer fast 25 Millionen Euro für den Portugiesen. Doch dem technisch versierten Strafraumstürmer fehlt noch die Bindung zum Spiel, er wird zu selten in Szene gesetzt.

Was es für Marsch zusätzlich knifflig macht, ist, dass Silva für das vom Coach bevorzugte schnelle Umschalten nicht zwingend prädestiniert ist. "André ist kein reiner Umschaltspieler. Er ist clever, er ist gut im Strafraum, hat gute fußballerische Qualität", sagte Marsch. Letztlich wird er Silvas Tore brauchen, um im Zweifel seinen eigenen Job zu retten.

Für Baumgart ist Leipzig immer noch top

Kölns Steffen Baumgart lässt sich vor der Partie nicht von der Auftaktpleite RB Leipzigs in der Champions League blenden. "Das ist nicht das Spiel, das für die Bundesliga relevant ist", sagte der 49-Jährige am Donnerstag zum 3:6 der Mannschaft seines Kollegen Marsch bei Manchester City. Er habe das Spiel auch nicht verfolgt, sondern lediglich "die Tore gesehen. Ich hatte einen schönen Abend in anderer Gesellschaft", sagte Baumgart.

Für den neuen Kölner Trainer gehört Leipzig "zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat". Aber Leipzig liegt unter Marsch nach drei Niederlagen in den ersten vier Spielen - darunter das jüngste 1:4 gegen den FC Bayern - nur in der unteren Tabellenhälfte. Köln hingegen holte aus den ersten vier Partien sieben Punkte und musste sich in München nur knapp mit 2:3 geschlagen geben.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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