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Früherer Schalke-Manager Fußball-Legende Rudi Assauer ist tot

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Rudi Assauer hatte seine Alzheimer-Erkrankung 2012 öffentlich gemacht und lebte zuletzt zurückgezogen von der Öffentlichkeit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Rudi Assauer war eine Kult-Figur des deutschen Fußballs, als Dauer-Manager wurde er Architekt des modernen FC Schalke. 2012 machte er öffentlich, dass er an Alzheimer erkrankt ist und zog sich weitestgehend ins Private zurück. Nun ist Assauer im Alter von 74 Jahren gestorben.

Die deutsche Fußball trauert um den legendären Schalke-Manager Rudi Assauer. Der ehemalige Bundesliga-Profi und Schalker Kult-Manager starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen seiner jahrelangen Alzheimer-Erkrankung. Im Januar 2012 war bekannt geworden, dass Assauer an Alzheimer erkrankt ist. Seitdem lebte der gelernte Stahlbauschlosser weitestgehend zurückgezogen. Die Krankheit machte Assauer immer mehr zu schaffen. Bis zuletzt wurde er von seiner Tochter Bettina Michel, die mit ihm zusammen in einem Reihenhäuschen in Herten lebte, gepflegt.

Dort schlief Assauer am Mittwochnachmittag in den Armen seiner Tochter ein, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Auch Zwillingsschwester Karin war bei ihrem Bruder. Assauer wäre am 30. April 75 Jahre alt geworden.

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Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies reagierte mit großer Bestürzung auf die Nachricht von Assauers Tod. "Wir sind tief betroffen und traurig. Umso mehr trifft uns die Nachricht von seinem Tod ausgerechnet am Pokalspieltag", sagte Tönnies vor dem Schalker Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf: "Wir wussten alle um seinen Gesundheitszustand. Rudi ist der Architekt des modernen Schalke. Er hat unendlich viel für Schalke getan und wir werden sein Andenken immer in Ehren halten."

"Ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich"

Assauer war ein Kind der Fußball-Bundesliga und prägte sie über mehrere Jahrzehnte als Spieler und Funktionär. Zwischen 1964 und 1976 bestritt er für Borussia Dortmund und Werder Bremen insgesamt 307 Bundesligaspiele, ehe er seine aktive Laufbahn mit 32 Jahren beendete und ihn der damalige Werder-Chef Franz Böhmert zum jüngsten Bundesliga-Manager machte.

Bei Werder Bremen war er von 1976 bis 1981 als Manager tätig und, nach seinem überraschenden Wechsel, vom 15. Mai 1981 bis zum 4. Dezember 1986 in gleicher Funktion zum ersten Mal bei Schalke 04. "Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich", lautet einer der bekanntesten Sätze Assauers, der den Revierklub insgesamt 18 Jahre als Manager führte. Der Erfolg stellte sich allerdings erst in der zweiten Amtszeit ein, nachdem die erste nach fünf wechselvollen Jahren auf Schalke 1986 mit seiner Entlassung geendet war.

Nach vier Jahren Fußball-Abstinenz und einer Tätigkeit in der Immobilienbranche wurde Assauer 1990 zunächst Manager des damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg, ehe er am 1. April 1993 zum FC Schalke zurückkehrte. Schalke lag finanziell am Boden, es drohte der Lizenzentzug. Doch in mühsamer Kleinarbeit gewannen Assauer und seine Vorstandskollegen in den Folgejahren das Vertrauen der Banken und Sponsoren zurück und legten damit die Basis für den späteren sportlichen Erfolg.

1997 holt Schalke den Uefa-Cup

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1997 feierte Assauer mit dem FC Schalke den Sieg im Uefa-Cup und damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

(Foto: imago/Brenneken)

Während seiner zweiten Amtszeit gewann Assauer mit Schalke 1997 den Uefa-Cup sowie 2001 und 2002 den DFB-Pokal. In diese Ära fiel auch der Bau des neuen Schalker Stadions. Als man ihn als "Frühstücksdirektor" und "Grüßaugust", wie er es empfand, auf das Präsidentenamt abschieben wollte, lehnte er ab. Am 17. Mai 2006 kam er seiner Abberufung durch den Aufsichtsrat zuvor und trat als Manager zurück.

Längst gab es erste Anzeichen für Assauers Alzheimer-Erkrankung, die er aber zunächst ignorierte und dann vertuschte. "Man will es nicht wahrhaben. Wenn es eine Sache in der Welt gibt, vor der ich immer Angst habe, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer", gestand er später: "Bloß nicht die Birne."

2012 machte er seine Erkrankung öffentlich, auch in der Biografie "Wie ausgewechselt - verblassende Erinnerungen an mein Leben" und einer TV-Dokumentation. Für große Aufmerksamkeit sorgte auch seine Beziehung mit der Schauspielerin Simone Thomalla (2000 bis 2009), über die Aussauers einst liebevoll frotzelte: "Vom Fußball hat sie keine Ahnung, aber sonst ist die Alte schwer in Ordnung."

DFL-Präsident Reinhard Rauball würdige Assauer als "ein Urgestein und eine Identifikationsfigur". Er sei über viele Jahre "eines der prominentesten Gesichter des deutschen Fußballs" gewesen, wird Rauball in einer von der Deutschen Fußball Liga (DFL) verbreiteten Mitteilung zitiert: "Einen Mann wie Rudi Assauer wird man im deutschen Fußball nicht vergessen."

Quelle: n-tv.de, cwo/sid/dpa

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