Fußball

Halbzeitführung verschenkt Gent verschärft die Wolfsburger Krise

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Joao Victor traf zur Führung für Wolfsburg, blickte letztlich aber doch enttäuscht drein.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Mit einem Sieg kann der VfL Wolfsburg an die Spitze der Vorrundengruppe. Gegen KAA Gent gehen die Wölfe zwar wie schon in Belgien in Führung - doch am Ende steht nur ein Punkt aus beiden Europa-League-Partien. Zwei Eckbälle entscheiden das Spiel.

Böse Überraschung statt erhoffter Vorentscheidung: Nach derben Niederlagen im DFB-Pokal und in der Bundesliga hat sich die Formkrise des VfL Wolfsburg auf der europäischen Bühne noch einmal verschärft. Nach einer über weite Strecken schwachen Leistung verloren die Niedersachsen in der Europa League gegen KAA Gent mit 1:3 (1:0) und verpassten vor 11.620 enttäuschten Zuschauern auf dem Weg in die Zwischenrunde die erhoffte Vorentscheidung.

VfL Wolfsburg - KAA Gent 1:3 (1:0)

Wolfsburg: Pervan - Knoche (81. Klaus), Bruma, Tisserand - William, Guilavogui, Arnold (70. Nmecha), Steffen - Joao Victor, Weghorst, Brekalo (66. Malli). - Trainer: Glasner
Gent: Kaminski - Lustig, Plastun, Ngadeu-Ngadjui, Asare - Owusu - Kums, David, Odjidja-Ofoe - Depoitre (90.+1 Kwilitaia), Jaremtschuk (81. Castro-Montes). - Trainer: Thorup
Schiedsrichter: Massimiliano Irrati (Italien) Tore: 1:0 Joao Victor (20.), 1:1 Jaremtschuk (50.), 1:2 Depoitre (65.), 1:3 Ngadeu-Ngadjui (76.)
Zuschauer: 11.620
Gelbe Karten: Arnold (2), Knoche, Steffen - Asare (2), Plastun

Auch die recht frühe Führung durch einen Flachschuss des Brasilianers Joao Victor nach 20 Minuten brachte keine Ruhe in die Aktionen der Platzherren. Der nicht unverdiente Ausgleich für die Gäste gelang dem Ukrainer Roman Jaremtschuk mit einem sehenswerten Volleyschuss fünf Minuten nach Wiederbeginn, ehe Laurent Depoitre (65.) und Michael Ngadeu-Ngadjui (76.) den Endstand herstellten. Es war die erste Heimniederlage der "Wölfe" in dieser Spielzeit. Spielerische Klasse konnten die Norddeutschen in keiner Phase dieser enttäuschenden Begegnung nachweisen.  "Vielleicht haben wir uns zu sicher gefühlt, vielleicht haben wir die ersten 30 Minuten zu gut gespielt", sagte Maximilian Arnold nach der Partie: "So geht es nicht." Teamkollege Renato Steffen sagte: "In den letzten Spielen haben wir uns immer selber ein Bein gestellt, und das ist sehr schade."

VfL verliert die Ordnung

Selbst nach der Führung wurden die Aktionen der Platzherren kaum zielstrebiger, und da auch die Flamen nicht mehr als biederen Sicherheitsfußball zu bieten hatten, war die Partie insbesondere in der ersten Halbzeit ein Langweiler. VfL-Trainer Oliver Glasner wirkte in der Coaching Zone aktiver als so mancher seiner Schützlinge auf dem Platz. Nach dem Seitenwechsel ging der ehemalige belgische Meister, der bis dahin viel zu abwartend agiert hatte, vom Wiederanstoß an mehr ins Risiko und wurde nach dem ersten wirklich gelungenen Angriff gleich mit dem Ausgleich belohnt. Ein Tor, das die Truppe von Coach Jess Thorup sichtlich beflügelte.

Nach dem 1:2-Rückstand ging beim Bundesliga-Achten mehr und mehr die Ordnung verloren. Auch die Einwechslung von Yunus Malli für den stark nachlassenden Josip Brekalo brachte keine Wende mehr. Das bis dahin erstaunlich langmütige Publikum verlor nach dem 1:3 die Geduld, Pfiffe hallten durch die gerade einmal zu einem guten Drittel gefüllte Arena.
Durch diese Niederlage steht bereits fest, dass die Wolfsburger nach dem 2:2 im Hinspiel den direkten Vergleich gegen Gent verloren haben. Das könnte am Ende der Vorrunde bei Punktgleichheit ein entscheidender Nachteil sein.

Quelle: n-tv.de, Andreas Frank, sid

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