Fußball

Kaum einer fit und weit hinten Geprügeltes Chelsea hofft auf Bayern-Wunder

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Im FA-Cup-Finale verletzte sich dann auch noch Christian Pulisic.

(Foto: imago images/PA Images)

Es ist lange her, aber das 0:3 im Hinspiel gegen den FC Bayern hat der FC Chelsea natürlich nicht vergessen. Und auch wenn mit Frank Lampard ein Held des "Finale dahoam" an der Seitenlinie steht - so richtig glauben die Londoner nicht an einen Erfolg in München. Das soll sich allerdings bald ändern.

An München hat Frank Lampard nur die allerbesten Erinnerungen. Am 19. Mai 2012 stemmte er in der Allianz-Arena als Kapitän des FC Chelsea den silbernen Champions-League-Pokal jubelnd in die Höhe. Mit einem 4:3 im Elfmeterschießen hatten die Blues dem klar favorisierten FC Bayern das berühmte "Drama dahoam" beschert.

Dass Lampard als Teamchef acht Jahre später das Stadion in Fröttmaning erneut derart beschwingt verlässt, ist eher nicht zu erwarten. Nach dem historischen 0:3 an der heimischen Stamford Bridge im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen die Bayern würde der Einzug von Chelsea ins Finalturnier in Lissabon einem Fußball-Wunder gleichen - zumal die Engländer arg ramponiert anreisen. Dennoch: "Wir glauben daran. Wir müssen daran glauben. Sonst wären wir nicht hier", sagte Lampard eher pflichtbewusst. Vom großen Spiel 2012 werde er seinen Schützlingen nicht erzählen: "Da wären sie bestimmt gelangweilt, wenn ich immer mit meinen Geschichten von früher ankomme", sagte er.

Entsprechend scheint die Partie am Samstagabend (21.00 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de) gegen den deutschen Rekordmeister für die Blues nur noch eine Pflichtaufgabe zu sein. Spätestens seit dem 1:2 im Finale des FA-Cups gegen den FC Arsenal am vergangenen Samstag sehnt sich der Premier-League-Vierte nach Urlaub.

Klar ist, wer die Schuld trägt

Nach elf Ligaspielen in 35 Tagen wirkte die Mannschaft schon gegen die Gunners ermattet - in München ist sie zudem erheblich dezimiert: Der ehemalige Dortmunder Christian Pulisic, Cesar Azpilicueta und Pedro ergänzten die Verletztenliste, auf der schon Willian, Ruben Loftus-Cheek und Billy Gilmour standen. Jorginho und Marcos Alonso sind in München zudem gesperrt. Lampard muss improvisieren.

Die Schuldigen für die Misere hat Lampard bereits ausgemacht: die Verantwortlichen der Premier League. Die hätten seiner Mannschaft zu viel in zu kurzer Zeit zugemutet. Auch der geplante Premier-League-Start am 12. September käme für die Europacup-Teilnehmer "viel zu früh", klagte Lampard. Er würde "gerne denken, dass die Liga sich ernsthaft damit befasst, uns einen fairen Start in die neue Saison zu ermöglichen. Wir verdienen das als Premier-League-Verein, der in der Champions League spielt", sagte er.

Spätestens am Samstagabend dürfte das Kapitel Königsklasse 2019/20 für Chelsea allerdings erledigt sein. Um in Zukunft international wieder wettbewerbsfähig(er) zu sein und national wieder näher an den FC Liverpool und Manchester City heranzurücken, rüsten die von Roman Abramowitsch finanzierten Blues nun aber erheblich auf.

Bisher nur für vorne eingekauft

Timo Werner, in der Champions League erst ab der neuen Spielzeit einsetzbar, ist für 53 Millionen Euro bereits verpflichtet, ebenso Spielgestalter Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam (40 Millionen). Auch Kai Havertz von Bayer Leverkusen soll noch kommen. Für ihn stehen rund 100 Millionen als Ablöse im Raum.

Dabei täten die Blues gut daran, ihre Defensive zu stärken: In der abgelaufenen Saison kassierten sie mit 54 Gegentreffern neben Brighton die meisten in der Liga. "Alles Talent und Potenzial der Welt wird zu nichts führen, wenn Lampard keine grundlegende Defensivstruktur hinbekommt", urteilte der Guardian.

Dem Vernehmen nach hat Chelsea eine ganze Reihe von Defensivspielern als dringend erforderliche Unterstützung für den deutschen Nationalverteidiger Antonio Rüdiger im Auge: Ben Chilwell (Leicester City), Declan Rice (West Ham United), Sergio Reguilon (Real Madrid). All die Neuen und möglichen Neuen könnte Lampard freilich schon am Samstag gut gebrauchen.

Quelle: ntv.de, Thomas Niklaus und Thomas Häberlein, sid

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