Fußball

Ein Schlitzohr names Kramer Gladbach zerlegt abstiegsreife Wolfsburger

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Schlau, schlauer, Christoph Kramer (m.)

(Foto: imago/Jan Huebner)

Im Eilverfahren überrumpelt Borussia Mönchengladbach den VfL Wolfsburg, der nach Niederlage weiter um den Klassenerhalt zittern muss. Die Spieler der Fohlen-Elf zeigen sich abgezockt - vor allem der listige Christoph Kramer.

Dem VfL Wolfsburg droht auf dem Weg zum angepeilten Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga erneut das Nachsitzen in der Relegation. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia unterlag nach einer nicht erstligataugliche Leistung bei Borussia Mönchengladbach mit 0:3 (0:3) und könnte am Sonntag auf Relegationsrang 16 abrutschen.

Durch die Wolfsburger Niederlage gibt es für den Hamburger SV und den 1. FC Köln zumindest eine Gnadenfrist. Die beiden Traditionsklubs können an diesem Wochenende unabhängig ihrer eigenen Ergebnisse noch nicht absteigen.

Die Gladbacher haben durch ihren erst vierten Sieg im 14. Rückrundenspiel noch einmal die Europacupplätze ins Visier genommen. Durch die Tore von Lars Stindl (8.), Raffael (35.) und Schlitzohr Christoph Kramer (44.) verkürzte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking den Rückstand auf Platz sieben, der für die Teilnahme an der Europa League genügen dürfte, zumindest vorübergehend auf drei Punkte.

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Christoph Kramer - wacher als die Wölfe.

(Foto: imago/Moritz Müller)

Kramers kurioser Geistesblitz

Kramer sorgte dabei vor 47.797 Zuschauern im Borussia-Park für einen kuriosen Treffer. Als VfL-Torwart Koen Casteels nach einem Freistoßpfiff noch seine Mauer stellte, reagierte der Weltmeister nach der Freigabe durch Schiedsrichter Tobias Stieler sofort und schoss den Ball ins Wolfsburger Tor. Casteels stand da noch am anderen Pfosten.

Hecking veränderte sein Team im Gegensatz zur 1:5-Niederlage bei Bayern München nur auf einer Position. Der zuletzt gelbgesperrte Kapitän Stindl ersetzte Josip Drmic. Bei den Gästen kam Abwehrchef John Anthony Brooks nach überstandener Zehen- und Knieverletzung erstmals in der Rückrunde zum Einsatz.

Labbadia-Maßnahmen greifen nicht

Stindl stand sofort im Mittelpunkt. Nach einem Fehlpass von Riechedly Bazoer hämmerte der Nationalspieler den Ball zur frühen Führung ins Netz. Es war der sechste Saisontreffer des Offensivspielers. Wolfsburg zeigte sich über das erste Gegentor nach 282 Minuten geschockt. Die Niedersachsen waren hinten konfus und vorne harmlos. Labbadia reagierte und nahm den unsicheren Brooks bereits in der 28. Minute vom Feld.

Das Spiel der Gäste gewann durch diese Maßnahme aber nicht an Sicherheit - im Gegenteil. Raffael erzielte seinen ersten Treffer seit dem Rückrundenauftakt in Köln im Januar. Der Brasilianer traf im Nachschuss, zuvor war Jonas Hofmann noch an Casteels gescheitert. Noch vor der Pause sorgte Kramer mit seinem kuriosen Tor für die Entscheidung, daran änderten auch die Wolfsburger Proteste nichts. Von den enttäuschenden Gästen kam auch nach dem Wechsel nicht viel. Häufig versuchte es der VfL mit hohen Bällen auf Landry Nany Dimata, der dabei gegen Gladbachs Innenverteidiger Jannik Vestergaard auf verlorenem Posten stand.
Die Gastgeber spielten mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken nicht mehr ganz so zielstrebig nach vorne, dennoch hatte Hofmann nach schönem Solo die große Chance zum nächsten Treffer (66.).

Quelle: ntv.de, mba/sid