Fußball

"Das waren eher Ausreden" Götze trauert einer großen Chance hinterher

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Lucien Favre und Mario Götze: Zwei, die sich nicht mehr viel zu sagen hatten.

(Foto: imago/Team 2)

Mario Götze hat noch viel vor in seiner Karriere, die erst mit seinem Wechsel zur PSV Eindhoven wieder in Schwung gekommen ist. Ob seine Zukunft in Holland liegt, ist nicht ausgemacht. Der Offensivspieler denkt schon wieder in größeren Kategorien.

Mario Götze ist der Mann, der Deutschland den bislang letzten Weltmeister-Titel bescherte. 2014 traf der damals 21-Jährige im Endspiel zum 1:0 gegen Argentinien und während das Land, der Verband, die Mannschaft in Jubel versank, begann für den Finalhelden der Abstieg. In der Bundesliga wurde Götze weder beim FC Bayern glücklich, noch nach seiner Rückkehr bei Borussia Dortmund. Ein Platz in der DFB-Elf geriet schnell außer Reichweite.

Erst der Wechsel nach Holland brachte wieder Schwung in die beinahe zum Stillstand gekommene Laufbahn des Hochbegabten. In Eindhoven fand er zumindest kurzfristig sein sportliches Glück, ein Arrangement für die Ewigkeit ist die Ehe zwischen Götze und dem holländischen Vizemeister aber nicht. "Würde Roger wegwollen, würde ich mir Gedanken machen", sagte der 28-Jährige, der seit Oktober 2020 bei der PSV unter Vertrag steht, im Interview mit "11Freunde".

"An der Seite von Messi ..."

Schmidt allerdings hatte erst jüngst auf der Vereinshomepage verkündet: "Ich bin nicht zur PSV gekommen, um nur ein Jahr zu bleiben." Er habe für "eine Mission von mindestens zwei Jahren" unterschrieben. "Wenn ich jetzt gehen würde, hätte ich nicht das Gefühl, Trainer von PSV gewesen zu sein", sagte Schmidt.

Es gebe aber auch noch eine zweite Motivation, seine Sachen in Eindhoven schnell wieder zu packen, verriet Götze: "Wir haben mit der PSV vereinbart, dass wir uns bei einem außergewöhnlichen Angebot zusammensetzen." Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der FC Barcelona Interesse bekunden würde. "Mit dieser Mannschaft Ballbesitzfußball zu zelebrieren, an der Seite von Lionel Messi, das wäre ein Traum", sagte Götze, der sich zudem weiter als Kandidat für die Nationalmannschaft sieht.

Der angekündigte Abschied von Bundestrainer Joachim Löw sei dabei kein Hindernis. "In der Nationalelf sollten doch die besten deutschen Spieler zusammenkommen, sonst wird es schwierig, gegen die großen Nationen zu bestehen", meinte Götze: "Das wird auch Jogis Nachfolger so sehen. Klar ist, um wieder berufen zu werden, muss ich konstant Leistung bringen."

"War leider nicht mehr der Fall"

An seine zweite Zeit bei Borussia Dortmund hat Götze derweil keine guten Erinnerungen, Trainer Lucien Favre habe ihm nur wenig faire Chancen eingeräumt. "In den letzten beiden Jahren bei Borussia Dortmund gab es aus meiner Sicht keine Performancekultur, die ausschließlich auf Leistung ausgelegt war", so der Weltmeister von 2014: "Ich denke, dass die Leistung im Vordergrund stehen sollte und sich das dann in Einsätzen widerspiegeln muss. Das war unter ihm am Ende leider nicht mehr der Fall." Favre habe Götze mitgeteilt, "dass er nicht glaubt, dass ich der Mann­schaft helfen kann und er keine Posi­tion für mich hat, was für mich grund­sätz­lich wenig Sinn gemacht hat und eher Aus­reden waren."

Trainerwechsel, wie sie der BVB zuletzt mehrfach vollzogen hat, seien zudem hinderlich für den Erfolg. "Als ich 2016 zum BVB zurückkam, hatte ich in vier Jahren vier Trainer und auch das Personal änderte sich dauernd", sagte Götze: "So eine Fluktuation vereinfacht es weder einem Spieler, noch dem Verein, konstant auf hohem Niveau zu spielen. Es spricht auch nicht gerade dafür, dass der Verein weiß, wo er hin will. In vier Jahren seit 2016 haben wir mit dem BVB nur einmal den Pokal geholt. Das ist recht dünn."

Daher bereut es Götze, seinerzeit das Angebot des BVB einem des FC Liverpool vorgezogen zu haben: "Natürlich hadere ich mit der Entscheidung, wenn man sieht, was Jürgen in Liverpool aufgebaut hat. In der damaligen Situa­tion", verrät Götze im "11Freunde"-Interview, "schien mir die Wahrscheinlichkeit, mit Borussia mit­tel­fristig die Champions League zu gewinnen, deut­lich größer."

Jürgen Klopp, unter dem Götze mit dem BVB zweimal Deutscher Meister geworden war, hatte 2016 versucht, Götze aus München nach Liverpool zu lotsen. Statt auf die Insel ging Götze zurück ins Ruhrgebiet und wurde dort nicht glücklich. Der FC Liverpool dagegen erreichte 2018 das Champions-League-Finale, gewann die Königsklasse ein Jahr später und holte 2020 den ersten Meistertitel seit 30 Jahren.

Die Chance, seine Fehlentscheidung zu korrigieren, könnte für Götze noch einmal auf den Tisch kommen: Klopp hatte 2018 versichert, dass "wenn es nach mir geht: Ich würde das gerne sehen. Mario weiß ja, dass ich das durchaus ein paarmal versucht habe. Aber es hat bisher nicht geklappt." Er könne nicht "aufhören, nach ihm zu gucken. Jeder, der was von Fußball versteht, hat genau das Richtige in ihm gesehen: ein außergewöhnliches Talent." Bald an der Seite von Messi oder doch wieder unter dem Kommando von Förderer Klopp? Durch Schmidts Bekenntnis zur PSV heißt Götzes nahe Zukunft wohl erstmal weiter Eindhoven. Bis vielleicht doch noch das ungewöhnliche Angebot kommt.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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