Fußball

Trainerfrage bleibt offen HSV dementiert Abschied von Wolf

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Was wird? Hannes Wolf, noch beim HSV.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Der Hamburger SV sucht nach dem gescheiterten ersten Versuch den passenden Trainer für den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga - in der kommenden Saison. Kandidaten gibt es viele. Der Verein widerspricht aber einer Meldung, dass für Hannes Wolf nach dem letzten Spieltag definitiv Schluss sei.

Der Hamburger SV dementiert die angebliche Trennung von Trainer Hannes Wolf zum Saisonende. "Die Aussagen von Bernd Hoffmann am Vortag zum Trainer haben Bestand", teilte der Verein mit. Demnach soll, wie es der Vorstandschef angekündigt hatte, über Wolfs berufliche Zukunft beim HSV erst nach dem letzten Saisonspiel am Sonntag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen den MSV Duisburg beraten werden. Das ist sportlich bedeutungslos, da die Mannschaft am Wochenende mit dem 1:4 beim SC Paderborn die letzte Chance auf den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga verspielt hatte.

Die "Bild"-Zeitung hatte den Hamburger Sportvorstand Ralf Becker mit den Worten zitiert: "Ich habe Hannes nach dem 0:3 gegen Ingolstadt gesagt, dass es für ihn hier im Sommer nicht weitergehen wird, dass wir etwas anderes machen wollen." Becker ließ mitteilen, in seiner Aussage sei das Wort "vielleicht" unterschlagen worden. Damit bleibt zunächst die Frage offen, ob die katastrophale Rückrunde mit nur 16 Punkten aus 16 Partien in der zweiten Fußball-Bundesliga Wolf letztlich den Job kostet.

Erschütterndes Dokument des Scheiterns

Die Liste der Kandidaten, die Wolf nach dem Scheitern im Aufstiegskampf beerben könnten, ist dennoch schon lang. Wenngleich: Schlange stehen werden sie beim Hamburger Trainer-Verschleiß-Verein nicht. Die Namen von 18 Übungsleitern in den ersten 19 Jahren dieses Jahrtausends, zu denen Wolfs Nachfolger nun noch hinzugerechnet werden muss, sind ein erschütterndes Dokument des Scheiterns. Als Referenz für den Arbeitsplatz HSV lässt sich das wahrlich nicht nutzen. Wer setzt sich schon gern auf einen Schleudersitz?

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Tut er sich das an? Dieter Hecking.

(Foto: imago/Hübner)

Aus der Gerüchteküche dringt am lautesten der Name Dieter Hecking. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat der HSV bereits beim Noch-Trainer der Mönchengladbacher Borussia angerufen. Hecking wird genau überlegen, ob er als gestandener Erstliga-Coach zum seit Jahren erfolglosen HSV in die zweite Liga absteigen soll. Der Job dort verheißt weder viel Geld noch Superprofis. Und auf die gelegentlichen Leistungseinschätzungen durch Investor Klaus-Michael Kühne kann Hecking sicher verzichten.

Bruno Labbadia hingegen scheint raus. "Damit habe ich mich nicht beschäftigt", sagte er der "Sport Bild" auf die Frage nach einem erneuten Engagement in Hamburg. Er befasse sich mit einem Wechsel ins Ausland, teilte der Noch-Trainer des VfL Wolfsburg mit. Zwei Angebote habe er jedoch abgelehnt, weil ihm "die sportliche Perspektive nicht gefallen" habe. Labbadia, der zweimal in Hamburg vom Hof gejagt wurde, im April 2010 und im September 2016, obwohl er 2015 als Relegationsretter und "Hamburger des Jahres" gefeiert worden war, ist kein Masochist. Eine dritte Demütigung gehört wohl nicht zu seiner Lebensplanung. "Wenn nichts Spannendes kommt, mache ich Pause und genieße mein Leben und die Zeit mit meiner Familie."

Und Peter Stöger? Der Österreicher hat bewiesen, dass er mit schwierigen Vereinen umgehen kann. Von Juli 2013 bis Ende 2017 war er beim 1. FC Köln. Der anschließende Einsatz bei Borussia Dortmund ging nur ein halbes Jahr gut. Seither ist er ohne Job. Auf dem Markt ist auch Markus Anfang. Der beim 1. FC Köln kürzlich trotz Zweitliga-Tabellenführung beurlaubte Trainer kennt den Weg aus den Ligen-Niederungen ans Licht. Der frühere Leverkusener Nachwuchstrainer führte Holstein Kiel in einem Rutsch von der dritten Liga bis in die Relegation zur Bundesliga. Beim HSV würde er auf einen Bekannten aus Kieler Zeiten treffen: Sportvorstand Becker, der Anfang einst für Holstein entdeckt hat.

Quelle: n-tv.de, Franko Koitzsch und Thomas Prüfer, dpa

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