Fußball

"Noch nicht genug informiert" Haaland will Katar-WM nicht boykottieren

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Haaland in Marbella, mit Lust auf Turniere.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Die Boykott-Frage der Fußball-WM 2022 in Katar spaltet Norwegens Verband: Während einige Vereine, eine breite Fan-Basis und auch der Nationaltrainer mit einem Boykott sympathisieren, ist Erling Haaland dagegen. Der Stürmer will zwar mit den "Teamkollegen diskutieren", hat aber "Lust auf Turniere".

Erling Haaland steht einem möglichen WM-Boykott der norwegischen Fußball-Nationalmannschaft kritisch gegenüber. "Ich habe mich darüber noch nicht ausreichend informiert und muss das noch mit meinen Teamkollegen diskutieren. Aber ich habe Lust, mit Norwegen Turniere zu spielen", sagte der Jungstar von Borussia Dortmund im Trainingslager der norwegischen Nationalmannschaft im spanischen Marbella. "Am Mittwoch geht's los", ergänzte Haaland mit Blick auf das erste Spiel in der WM-Qualifikation bei Fußball-Zwerg Gibraltar: "Ich will mit diesem Land zu Turnieren und hoffe, dass wir das irgendwann schaffen werden."

Mehrere norwegische Erstligisten und eine breite Fan-Basis haben sich der vom Klub Tromsö IL ins Leben gerufenen Boykott-Bewegung angeschlossen. "Ich habe alles dazu gelesen, was ich in die Finger kriegen konnte", hatte im Gegensatz zu Haaland sein Nationalcoach Stale Solbakken Mitte März zu dem Thema Katar gesagt und offen mit einem Boykott sympathisiert. Die Vereine und Anhänger sehen die WM-Vergabe an den Wüstenstaat wegen der dortigen Menschenrechtslage als schwerwiegenden Fehler an. Der norwegische Verband NFF will über die Frage auf einer außerordentlichen Versammlung am 20. Juni abstimmen. Haaland hatte bislang zu dem Thema geschwiegen.

Der BVB-Stürmer entschuldigte sich im Trainingslager auch dafür, dass er seinem Kölner Gegenspieler Jorge Mere nach dem enttäuschenden 2:2 beim FC am Samstag sein Trikot vor die Füße geworfen hatte. "Ich gebe gerne zu, dass das ein bisschen die falsche Reaktion war", sagte der 20-Jährige, "aber ich hatte mich nicht mehr ganz unter Kontrolle, ich war so wütend". Mere habe "um das Trikot gebeten - und er hat es bekommen", ergänzte er.

Jüngst hatte der niederländische Rasenproduzent "Hendriks Gras", der eigentlich die WM-Stadien in Katar mit dem Grün für das Turnier 2022 bestücken sollte, mitgeteilt, das Turnier zu boykottieren. Grundlage für die Entscheidung war ein Bericht des englischen "Guardians", der aufgedeckt hatte, dass bisher mehr als 6500 Menschen bei den Bauarbeiten für die WM-Stadien ums Leben gekommen sind. In den sozialen Netzwerken wurde der Boykott vielfach lobgepriesen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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