Fußball

Vor 19.770 Zuschauern Hamburg lässt Schalke weiter leiden

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Robin Glatzel trifft doch noch. Michael Langer (liegend) und Malick Thiaw sind nur Zuschauer.

(Foto: imago images/Uwe Kraft)

Furioser Zweitliga-Auftakt. Für den FC Schalke 04 könnte es erst kaum bessern laufen. Neuzugang Terodde trifft früh, Ersatztorhüter Michael Langer hält einen Foulelfmeter. Dann schwinden die Kräfte. Der Hamburger SV übernimmt die Kontrolle. Schalke kommt nicht mehr zurück.

Die geknickten Schalker bedankten sich traurig bei ihren stolzen Fans. Der abgestürzte Traditionsklub hat in einem mitreißenden Duell der Zweitliga-Giganten gegen den Hamburger SV gleich den nächsten Nackenschlag kassiert, sich mit seiner zusammengewürfelten Mannschaft aber teuer verkauft. Der Bundesliga-Absteiger verlor sein erstes Spiel im Unterhaus seit mehr als 30 Jahren durch zwei späte Gegentore mit 1:3 (1:0). Zuvor hatten die Schalker bei der Saisoneröffnung selbst gute Gelegenheiten auf den Siegtreffer vergeben.

Moritz Heyer (86.) und Bakery Jatta (90.) bescherten dem HSV den perfekten Start in seine vierte Zweitliga-Spielzeit in Serie. Ausgerechnet Schalkes Neuzugang Simon Terodde (7.) hatte gegen seinen Ex-Verein die frühe Führung erzielt, Hamburgs Robert Glatzel glich in der 53. Minute vor 19.770 Zuschauern aus. Zudem hielt Schalkes Torhüter Michael Langer einen Strafstoß Glatzels (28.). Erstmals seit März 2020 waren wieder mehr als 300 Zuschauer in der Veltins-Arena zugelassen und sorgten sowohl vor dem Anpfiff als auch während der Partie für Atmosphäre.

"Es war nicht schön, dem schnellen Gegentor hinterherzulaufen, aber diese Mannschaft glaubt daran, was sie tut", sagte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau bei Sky. "Das Führungstor war dann überragend. Wir können jederzeit zwei oder drei Tore schießen." HSV-Trainer Tim Walter sagte: "Wir haben trotzdem noch Nachholbedarf. Wir sind mit dem Tor wachgeküsst worden und besser ins Spiel gekommen." Schalke-Neuzugang Dominick Drexler zeigte sich "sehr enttäuscht" von der Niederlage. "Dass wir ein Spiel verloren haben, ist scheiße, das muss man einfach so sagen. Trotzdem weiß ich, was man für einen langen Atem braucht, da entscheidet nicht der erste Spieltag."

Hamburgs späte Dominanz

Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Flutkatastrophe übernahmen die Schalker sofort die Kontrolle und hatten in der fünften Minute durch Terodde ihre erste gute Tormöglichkeit. Sein Schuss verfehlte das Tor knapp. Doch die Gastgeber blieben aktiv und gingen zwei Minuten später verdient in Führung. Terodde lupfte den Ball nach einem tollen Pass von Stürmerkollege Marius Bülter sehenswert über den Hamburger Schlussmann Daniel Heuer Fernandes ins Tor.

In der Folge zogen sich die Gastgeber, die in der Abwehr mit einer Dreier- bzw. Fünferkette spielten, in die Defensive zurück und ließen dem HSV mehr Platz im Spielaufbau, ohne große Chancen zuzulassen. Schalke, das mit acht Neuzugängen in der Startelf auflief, beschränkte sich auf Konter wie beispielsweise durch Bülter in der 36. Minute. Einziges Ärgernis für die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis bis dahin: Der neue Kapitän Danny Latza musste nach gut einer halben Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Die einzige nennenswerte Chance einer bis dahin offensiv harmlosen Hamburger Mannschaft im ersten Durchgang hatte Stürmer Glatzel. Doch seinen Elfmeter hielt Schalkes Ersatztorhüter Langer.

Die Hamburger starteten besser in die zweite Hälfte und kamen durch einen Treffer Glatzels zum Ausgleich. Schalkes Antwort dauerte nicht lange, doch Linksaußen Thomas Ouwejan scheiterte frei vor Heuer Fernandes (55.). In der Folge entwickelte sich ein ständiges Hin und Her, das vor allem durch Auswechslungen unterbrochen wurde, aber ohne die ganz klaren Torchancen.

Am zweiten Spieltag spielt Schalke 04 sonntags bei Holstein Kiel, während die Hamburger parallel Dynamo Dresden empfangen.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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