Tor-Belohnung eines GasthausesHarry Kane bringt sich selbst um ein Schnitzel

Wieder ein Doppelpack von Harry Kane - der FC Bayern schafft vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Dem Starstürmer unterläuft dennoch ein seltenes Missgeschick. Dafür müssen er, seine Familie und Freunde eine kleine "Diät" verkraften.
Trotz seines seltenen Elfmeter-Fehlschusses gegen Royale Union Saint-Gilloise darf sich Bayern-Torjäger Harry Kane wieder auf zwei Schnitzel freuen. Der Wirt eines Lokals in der Nachbarschaft des Engländers liefert diesem für jedes Tor für den FC Bayern München das Gericht, das der Stürmer zu einem Lieblingsessen erklärt hat.
"Es ist eine schöne Geschichte. Ich finde, es gehört zur Gemeinschaft und dazu, die Leute hier kennenzulernen", sagte Kane nach dem 2:0 gegen Belgiens Champion, mit dem der FC Bayern vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einzog. "Es ist lecker", sagte Kane über die ungewöhnliche Entlohnung mit seinem "deutschen oder bayerischen Lieblingsessen, auch wenn manche Leute sagen, es sei österreichisch."
Der Wirt habe das unbedingt machen wollen, erzählte der 32-Jährige gut gelaunt nach seinem Doppelpack. "Er hat wahrscheinlich nicht erwartet, dass ich so viele Tore schieße." Schnitzel sei vermutlich sein Lieblingsessen in Deutschland, aber allzu viele Schnitzel dürften es auch nicht sein. "Ich kann nicht behaupten, dass ich alle esse", sagte Kane. "Aber sie werden geliefert. Und meine Familie oder Gäste freuen sich darüber."
"Der fast perfekte Elfmeter"
Kane traf gegen die Belgier erst nach einem Eckball von Michael Olise mit dem Kopf. Und dann holte er selbst den Strafstoß raus, den er gewohnt sicher in die rechte Ecke versenkte. In 29 Saison-Pflichtspielen kommt er nun auf 34 Tore. Da konnten es die Münchner verschmerzen, dass er einen weiteren Elfmeter an die Latte ballerte.
Kane ärgerte sich dennoch: "Es ist natürlich enttäuschend, zu verschießen, aber es bereitet mir kein Kopfzerbrechen. Ich werde daraus lernen, das gehört zum Spiel dazu, deshalb übe ich ja." Dabei sei sein Schuss in der 81. Minute "der fast perfekte Elfmeter" gewesen, "aber ich habe den Ball etwas zu sehr angehoben" - und so knallte er an die Latte statt ins Tor. Es wäre sein 100. verwandelter Elfer als Profi gewesen.
"Er kann auch mal verschießen. Ich glaube, er ärgert sich sehr darüber", sagte Sportvorstand Max Eberl zum seltenen Fehlversuch von Kane. "Aber wir sind froh, dass wir Harry haben, weil er im Grunde immer der Flaschenöffner ist."
Heimspiel-Verlockung als Anreiz
Vor dem abschließenden Gruppenspiel in der kommenden Woche bei der PSV Eindhoven belegen die Münchner hinter dem FC Arsenal Platz zwei. Sollte der FC Bayern diesen mit einem Remis behaupten, hätte er bis ins Halbfinale immer das Rückspiel zu Hause.
"Ich denke, das ist ein großer Anreiz", sagte Kane. "Es ist nicht alles entscheidend, aber es ist wichtig. Natürlich wissen wir, dass die Mannschaft mit dem Heimspiel im Rückspiel einen kleinen Vorteil hat." Zudem könnte man dann frühstens im Endspiel auf den FC Arsenal treffen, der dem FC Bayern in dieser Saison die bislang einzige Niederlage zugefügt hat.
Der verschossene Elfmeter von Kane war der dritte vergebene Strafstoß im Bayern-Trikot. Der Torjäger hatte in dieser Saison beim Sieg im Freundschaftsspiel gegen die Tottenham Hotspur und beim Weiterkommen im DFB-Pokal gegen den SV Wehen Wiesbaden verschossen. Vor dem Wiesbaden-Fehlschuss hatte er in Pflichtspielen 31 Mal nacheinander vom Punkt getroffen.