Fußball

Brasilien fordert Argentinien Heißer Superclásico im 1:7-Schock-Stadion

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Kann Lionel Messi sich nach schwachen Leistungen steigern und Argentinien im Superclasico gegen Brasilien zum Sieg führen?

(Foto: imago images / AFLOSPORT)

Geplant war es als Gran Final der Copa America, nun treffen Brasilien und Argentinien bereits im Halbfinale aufeinander. Für beide Fußballnationen geht es um alles, für Messi um die letzte Chance, einen Titel mit der Albiceleste zu gewinnen. Das Stadion weckt in Brasilien keine guten Erinnerungen.

Das Stadion ein Schreckgespenst, die Strategen gehemmt, die Torgaranten in der Bringschuld: Wenn Brasilien in der Nacht zu Mittwoch (2.30 Uhr MESZ/DAZN) auf Argentinien trifft, wenn der größte Fußball-Klassiker Südamerikas ein Halbfinale der Copa America ist, kann vieles aus Sicht der beiden Teams nur besser werden. Und frei nach ABBA heißt es: "The Winner takes it All!"

Es gibt etliche Besonderheiten, angefangen beim Mineirao, wo Deutschland im WM-Halbfinale 2014 mit einem 7:1 die Selecao für alle Ewigkeit tief in der Seele verletzte. Auch wenn der fünfmalige Weltmeister schon im November 2016 ausgerechnet mit einer 3:0-Gala gegen Argentinien der Arena die bösen Geister ein Stück weit ausgetrieben hatte.

"Mein Niveau ist nicht das beste"

Mit einem Traumtor avancierte an jenem Abend Philippe Coutinho zum Lieblingsschüler von Nationaltrainer Tite, nahm damals seinen Stammplatz ein. Bei der Copa America ist der 27-Jährige aber wie in der abgelaufenen Saison beim FC Barcelona mehr Schatten als Glanz. "Coutinho hat eine große Erwartungshaltung aufgebaut, bis zur WM fantastisch gespielt. Jetzt bezahlt er für das hohe Niveau", betonte Tite, lässt aber seinen für den verletzt fehlenden Neymar auserwählten Fixstern demonstrativ nicht fallen. "Vielleicht hat der Trainer Nachsicht, weil er um die Qualität weiß", sinnierte der 58-Jährige.

Duplizität der Ereignisse: Auch Coutinhos Maestro in Barcelona wirkt bei seinen Copa-Auftritten in Brasilien irgendwie gehemmt. "Mein Niveau ist nicht das beste, ich spiele nicht so wie erwartet", gestand Lionel Messi. Und erhält dennoch Rückendeckung vom Coach. "Messi ist Messi. Der Beste in der Geschichte. Sein Part auf dem Platz und in der Kabine ist essenziell", führte der 41 Jahre alte Trainer-Neuling Lionel Scaloni aus. Beim 0:3 im Mineirao vor knapp drei Jahren stand Messi auf dem Platz, ebenso beim Copa-America-Finale 2007 mit dem gleichen Ergebnis. Aber auch beim Länderspiel 2017 in Australien. Das 0:1 war damals Tites erste Niederlage, die zweite und bislang letzte folgte im WM-Viertelfinale gegen Belgien (1:2).

"Pfundskerl" mit Ladehemmung

Beim Thema Bringschuld fallen zudem die Namen Gabriel Jesus und Sergio Agüero, Teamgefährten bei Manchester City. In den Planungen der Engländer ist der Brasilianer der Erbe der argentinischen Klublegende. Doch noch hat Agüero die Nase vorn, erzielte für die Citizens in der abgelaufenen Saison 32 Tore in 46 Spielen, sein Schüler mit einer Partie mehr 21 Treffer.

"Ich lerne viel von ihm, ein Pfundskerl", lobt der 22-Jährige den neun Jahre älteren "Rivalen". Doch beide haben Ladehemmung. Agüero jubelte ein einziges Mal gegen Katar, Gabriel Jesus verschoss aus dem Spiel heraus gar einen Elfmeter. Und so trifft Tites Rekordtorjäger (16 Treffer) in Turnierspielen einfach nicht. Sprengstoff genug für eine Partie, deren Sieger das Finale im Maracana winkt. Dort, wo Brasilien zuletzt vor exakt sechs Jahren gespielt hat, Messi im gleichen Zeitraum gleich dreimal (zweimal bei der WM plus Copa-Viertelfinale gegen Venezuela). Für den Sieger im Superclasico de las Americas ist der Weg frei zum finalen Duell gegen Titelverteidiger Chile oder Peru (Donnerstag, 2.30 Uhr MESZ/DAZN), für den Verlierer wird es ein Fiasko.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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