Fußball

VfB verhindert schweren Kater Hertha leidet lange, Union leidet spät

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Hauptstadt-Frust.

(Foto: dpa)

Der FSV Mainz 05 vermasselt Herthas Trainer Bruno Labbadia den ersten Weihnachtswunsch. Mit konsequenter Defensivtaktik erkämpfen sich die Gäste einen Punkt in der Hauptstadt. Auch Union Berlin muss mit einem Zähler leben, kassiert das entscheidende Gegentor allerdings erst sehr spät.

VfB Stuttgart - Union Berlin 2:2 (0:1)

Der VfB Stuttgart hat drei Tage nach seinem rauschhaften Sieg bei Borussia Dortmund einen schweren Kater gerade noch verhindert. Sasa Kalajdzic rette den Schwaben mit einem Doppelschlag in der 85. und 90. Minute ein 2:2 (0:1) gegen Union Berlin. Die Gäste hatten durch Marvin Friedrich (4.) und Taiwo Awoniyi (77.) bereits souverän in Führung gelegen. "Das ist sehr ärgerlich, aber es waren auch zwei sehr schöne Tore von Sasa", sagte Unions Christopher Trimmel bei Sky. Das Ergebnis bezeichnete er als "doch gerecht", weil Stuttgart "in der zweiten Halbzeit schon einiges zugelegt hat".

VfB Stuttgart - Union Berlin 2:2 (0:1)

Tore: 0:1 Friedrich (4.), 0:2 Awoniyi (77.), 1:2 Kalajdzic (85.), 2:2 Kalajdzic (90.)
Stuttgart:
Kobel - Mavropanos (53. Stenzel), Anton, Kempf (80. Kalajdzic) - Wamangituka, Endo, Sosa (46. Coulibaly) - Förster (80. Klement), Castro - Klimowicz (46. Didavi), Gonzalez; Trainer: Matarazzo.
Union: Luthe - Friedrich, Knoche, Gießelmann - Trimmel, Griesbeck (87. Gogia), Prömel, Lenz - Becker (61. Bülter), Teuchert (68. Ryerson) - Awoniyi; Trainer: Fischer.
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Nach dem rauschhaften 5:1 am Samstag in Dortmund leistete sich Stuttgart einen Fehlstart. Konstantinos Mavropanos sah gleich in der vierten Minute nach einem Foul an Sheraldo Becker die Gelbe Karte - die folgenden Freistoßflanke von Christopher Trimmel nutzte Friedrich per Kopf zum Führungstor. Torhüter Gregor Kobel verhinderte bei einem gefährlichen Aufsetzer von Cedric Teuchert (23.) Schlimmeres.

Die Gastgeber, die nach dem Aufwärmen kurzfristig Oral Mangala durch Philipp Förster ersetzen mussten, hatten nach dem frühen Gegentor Mühe, sich in Szene zu setzen. Ein Schuss von Mateo Klimowicz, den Andreas Luthe im Berliner Tor hervorragend parierte, blieb zunächst die beste Chance der Stuttgarter (12.). Union hatte mehr vom Spiel, bot kaum Räume an und war dem zweiten Treffer näher als der VfB dem Ausgleich.

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo hatte Probleme bereits befürchtet. "Wir müssen den Resetknopf drücken, wir müssen den Blick auf Berlin richten und eine ähnliche Schärfe zeigen wie in Dortmund", betonte er vor dem Spiel. Besser im Spiel war seine Mannschaft aber erst zu Beginn der zweiten Halbzeit, als Nicolas Gonzalez erst per Seitfallzieher die Latte traf (48.) und kurz danach knapp neben das Tor köpfte (51.).

Auch Gonzalo Castro besaß nach einem Fehler von Luthe eine hervorragende Möglichkeit (64.) zum Ausgleich, doch aus einer zunehmenden optischen Überlegenheit erspielte sich der VfB zu wenig zwingende Chancen. Union stand zumeist sicher und hatte scheinbar wenig Mühe, den Vorsprung zu verteidigen. Dann kam Kaladjdzic, dessen zweiter Treffer erst nach langen Videostudium anerkannt wurde.

Hertha BSC - FSV Mainz 05 0:0

Hertha BSC - Mainz 05 0:0

Tore: Fehlanzeige
Berlin: Schwolow - Zeefuik (72. Pekarik), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt (61. Mittelstädt) - Stark - Tousart (72. Leckie), Guendouzi - Dilrosun (61. Lukebakio), Piatek (80. Ngankam), Cunha; Trainer: Labbadia.
Mainz: Zentner - St. Juste, Alexander Hack, Niakhate - Fernandes, Kunde Malong, Martin - Barreiro, Stöger (77. Latza) - Onisiwo (80. Burkardt), Quaison (80. Mateta); Trainer: Lichte.
Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg)

Der FSV Mainz 05 muss weiter auf den dringend benötigten Befreiungsschlag warten. Der verdiente Punktgewinn beim überaus zähen 0:0 bei Hertha BSC war angesichts der brenzligen sportlichen Situation zu wenig, die Rheinhessen liegen auch nach dem 12. Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Am Mittwoch droht Mainz bei einem Sieg von Schalke 04 sogar der Sturz ans Tabellenende - auch für Trainer Jan-Moritz Lichte wird die Situation nicht leichter. Die Hertha hat weiter mit ihrer Heimschwäche zu kämpfen und läuft den eigenen Ansprüchen hinterher. Lichte rotierte und änderte seine Startelf im Vergleich zur jüngsten Niederlage gegen den 1. FC Köln auf fünf Positionen, unter anderem saß der Mainzer Top-Torjäger Jean-Phillipe Mateta zunächst nur auf der Bank. Hertha-Trainer Bruno Labbadia nahm drei Änderungen vor.

Man wisse um die Wichtigkeit des Spiels, hatte Lichte vorab gesagt, "wir fahren nicht nach Berlin, um Schadensbegrenzung zu betreiben." Dennoch startete Mainz verhalten. Die Gäste zogen sich in der unspektakulären Anfangsphase weit in die eigene Hälfte zurück und überließen Hertha die Initiative. Die Berliner hatten deutlich mehr Ballbesitz, spätestens in Strafraumnähe fehlten trotz der Rückkehr des zuletzt Gelb-gesperrten Kreativspielers Matheus Cunha aber die Ideen.

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Mainz stand tief und defensiv sicher, nach gewonnenen Duellen war der Ball aber viel zu schnell wieder in den Reihen der Berliner. Chancen erspielte sich Hertha trotzdem keine. In einer schwachen und ereignisarmen Begegnung zeigte Mainz im Verlauf der ersten Halbzeit etwas mehr Offensivdrang. Die oft hohen Hereingaben waren für Herthas Hintermannschaft jedoch leicht zu verteidigen. Bei der einzigen großen Möglichkeit vor der Pause waren die Blau-Weißen aber auf ihr Glück angewiesen. Leandro Barreiro lenkt den Ball nach einer Hereingabe an die Latte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spielniveau schwach. Hertha fand keine Lösungen gegen die Mainzer, die kaum Vorstöße ins letzte Drittel zuließen. Bei den Berlinern häuften sich zudem Ungenauigkeiten und individuelle Fehler. Mainz hatte Mühe, daraus Kapital zu schlagen. Chancen wie durch Kevin Stöger, dessen Schuss gerade noch geblockt wurde (53.), hatten Seltenheitswert.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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