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Balakow? Schuster? Oder doch Meyer? Herthas Preetz sucht einen Trainer

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"Es ist nicht aufgegangen": Michael Preetz sucht einen neuen Fußballlehrer für die Berliner Hertha.

(Foto: dpa)

Da sind sie wieder, seine drei Probleme: Fußball-Bundesligist Hertha BSC steht dicht vor einem Abstiegsplatz, nun kommt der Deutsche Meister - und Manager Michael Preetz sucht wieder einmal einen Trainer. Nach dem Flop mit Michael Skibbe wird er sich genau überlegen, was er tut.

"Sie können davon ausgehen", würde Hans Meyer sagen, wenn ihn jemand fragte, "sie können davon ausgehen, dass sich Michael Preetz die Sache mit der Trainersuche gut überlegen wird". Nun hat aber, zumindest offiziell, noch niemand Hans Meyer gefragt, weder, was er zur verzwickten Lage beim Berliner Bundesligisten sagt, noch, ob er nicht selbst versuchen möchte, die Hertha vor dem Abstieg zu retten. Dabei ist Hans Meyer, 69 Jahre alt, bis auf Widerruf Fußballlehrer in Ruhestand und seit vergangenem Sommer im Vorstand der Mönchengladbacher Borussia, durchaus einer, der weiß, wie das geht.

Kurz vor dem Weihnachtsfest im Jahr 2003 hatte er die Berliner übernommen, die mit nur 13 Punkten aus 17 Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz standen. Am Ende der Saison belegte die Hertha Rang zwölf mit sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. In der Hauptstadt feierten sie Hans Meyer als Retter und gaben ihm 500.000 Euro als Dankeschön. So einen könnten sie jetzt gut gebrauchen, auch wenn sie das Geld wohl nicht mehr haben. 500.000 Euro soll, wie die "Bild"-Zeitung berichtet, auch Michael Skibbe bekommen haben.

Allerdings nicht dafür, dass er irgendetwas oder irgendjemanden gerettet hätte, sondern als Abfindung, weil die Herthaner ihn nach nur fünf Spielen - und fünf Niederlagen - wieder weggeschickt haben, obwohl sie ihm erst kurz vor dem Weihnachtsfest des vergangenen Jahres einen Vertrag bis 2014 gegeben hatten. Michael Skibbe scheint jedenfalls, den Umständen entsprechend, zufrieden zu sein. Zumindest ließ er ausrichten, dass er zwar sicher sei, dass er das mit dem Klassenerhalt geschafft hätte, andererseits verstehe er die Gründe für die Trennung. "Ich trete nicht nach und wünsche Hertha viel Glück."

Dicht vorm Abstiegsplatz und ohne Trainer

Das kann vor allem Manager Michael Preetz gut gebrauchen. "Es ist nicht aufgegangen, was wir beide uns vorgenommen haben", hatte er nach der Demission Skibbes gesagt. "Es ist aber auch meine Verantwortung für Hertha BSC, diese Fehleinschätzung zu korrigieren, wenn ich das Gefühl habe, es geht nicht mehr." Das mag so stimmen, hatte doch bei der jüngsten 0:5-Niederlage beim VfB Stuttgart nicht nur Franz Beckenbauer den Eindruck, als verweigere ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mannschaft die Arbeit.

Michael Preetz hat jetzt nur das Problem, dass die Hertha nach zehn Ligaspielen ohne Sieg zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz steht und am Samstag der Deutsche Meister Borussia Dortmund zur 1000. Bundesligapartie der Hertha ins Olympiastadion kommt. Dann wird der bisherige Nachwuchstrainer René Tretschok zusammen mit Ante Covic auf der Bank sitzen, die beiden Ex-Profis fungieren als Notlösung. Michael Preetz sucht derweil einen neuen Coach, den fünften, seit er vor zweieinhalb Jahren das Amt von Dieter Hoeneß übernahm. Das ist keine gute Bilanz, das haben sie jetzt auch in Berlin erkannt. Noch stärkt Präsident Werner Gegenbauer seinem Manager demonstrativ den Rücken. "Er steht nicht zur Debatte."

Die Kandidaten stehen nicht gerade Schlange

Doch damit das so bleibt, sollte Michael Preetz sich die Sache mit dem neuen Trainer gut überlegen. Noch so einen Flop wie mit Michael Skibbe kann er sich nicht leisten. Schlange stehen die Kandidaten offenbar nicht, vielleicht, weil sie wissen, wie viel Rückhalt sie in Berlin erwartet. Der ehemalige Schalker Trainer Ralf Rangnick soll bereits abgesagt haben, der jüngst bei der TSG Hoffenheim entlassene Holger Stanislawski plant, so heißt es, eine längere Auszeit.

Aktuelle Favoriten sollen der ehemalige bulgarische Nationalspieler Krassimir Balakow und Thomas Doll sein. Der Ex-Stuttgarter Balakow trainiert momentan den kroatischen Klub Hajduk Split. Doll, einst beim Hamburger SV und bei Borussia Dortmund auf der Bank, war im Januar beim saudi-arabischen Klub Al-Hilal zurückgetreten. Auch Eyjolfur Sverisson und Bernd Schuster sind im Gespräch - wie das so ist, wenn eine von 18 Stellen in Deutschlands höchster Fußballliga vakant ist. Aber vielleicht fragt ja doch noch jemand Hans Meyer.

Quelle: n-tv.de

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