Fußball

"Widerlicher geht es nicht" Herthas neuer Trikotsponsor erzürnt die Fans

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Ob Matteo Guendouzi schon vom neuen Hertha-Trikotsponsor gehört hat?

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Kein Tesla und kein Amazon blitzt demnächst auf der Brust der Hertha-Profis: Der Fußball-Bundesligist aus Berlin hat in einem Immobilienmaklerunternehmen den neuen Trikotsponsor gefunden. Immobilien sind in der Hauptstadt ein heikles Thema - und der Frust der Hertha-Fans entlädt sich schnell.

Nach monatelanger Suche hat Hertha BSC einen neuen Trikotsponsor für den Rest der aktuellen Saison gefunden. Aber nein, nicht Tesla, nicht Amazon und auch kein Berliner Bier: Wie der Fußball-Bundesligist bekannt gab, steigt das Maklerunternehmen Homeday bei der Hertha am 1. Januar ein.

Nach dem Engagement als Hauptsponsor reiht sich das Berliner Unternehmen aus der Immobilienbranche, bei dem Axel Springer ein Beteiligungsinvestor ist, ab der nächsten Spielzeit bei den sogenannten Exklusiv-Partnern ein. Dieses Engagement ist zunächst bis Ende Juni 2024 vertraglich befristet. Über die Höhe des finanziellen Aufwandes wurden keine Angaben gemacht.

"Ausgerechnet Immobilien"

Ende Juli hatten sich die Hertha-Verantwortlichen mit dem damaligen Hauptsponsor Tedi geeinigt, den Vertrag vorzeitig aufzulösen. Der Kontrakt mit dem Discounter wäre normalerweise bis Ende der laufenden Saison gültig gewesen. Seit 2018 war Tedi Herthas Hauptsponsor gewesen. Wer im kommenden Sommer nach Homeday den Werbeplatz auf der Trikotbrust übernehmen wird, ist offen. Es hatte vor Monaten auch Berichte gegeben, dass der Hauptstadtklub um die Weltmarken Tesla und Amazon als neue Partner buhlen würde. Stadtrivale Union Berlin hat in Aroundtown wie nun auch die Hertha einen Hauptsponsor aus der Immobilienbranche.

Die Hertha-Fans entluden auf Twitter ihren Frust: "Ausgerechnet Immobilien. In Berlin. Widerlicher geht es nicht", schrieb ein User. Schließlich ist die Hauptstadt für Wohnungsnot und stetig ansteigende Immobilienpreise bekannt, die immer wieder Menschen aus ihren Häusern oder Stadtteilen drängen. Ein anderer Herthaner fragte: "Was Unsympathischeres habt ihr auf die Schnelle nicht gefunden?" Manch einer wunderte sich bei der kriselnden Hertha schon gar nicht mehr und vermerkte nur: "Den Umständen entsprechend."

Auch am Stil gab es Kritik: "Wie lieblos das Logo einfach über das Trikot gelegt wurde. Sieht aus wie mit Paint gemacht." Der allgemeine Tenor: Dann lieber gar keinen Sponsor. Vereinzelt gab es allerdings auch Lob: "Alles ist besser als Tedi. Passt also", schrieb eine Userin.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa