Fußball

"Verstehen nichts von Fußball" Hitzlsperger kritisiert Konzernlenker scharf

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Thomas Hitzlsperger: "Viele Konzern-Manager, das muss man leider so nehmen, wie es kommt, verstehen vom Fußball null bis nichts."

(Foto: picture alliance / Andreas Geber)

"Sie fühlen sich wohl in autoritären Strukturen und in der Gesellschaft von B- und C-Promis." Gemeint sind Konzern-Manager, die sich im Fußball herumtreiben. Aber nicht nur das stößt dem ehemaligen Profi Thomas Hitzlsperger sauer auf. Die Liga habe keinen Reiz.

Der Fußballexperte und frühere deutsche Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat massive die Führungsstrukturen mancher Vereine kritisiert. "Viele Konzern-Manager, das muss man leider so nehmen, wie es kommt, verstehen vom Fußball null bis nichts", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Sie fühlen sich wohl in autoritären Strukturen und in der Gesellschaft von B- und C-Promis. Ob die Mannschaft gut oder schlecht spielt, vermögen sie nicht zu beurteilen."

Seinen eigenen Verein, den VfB Stuttgart, nahm er davon ausdrücklich aus. Dass der Verein gegen den Widerstand vieler Mitglieder seine Profi-Abteilung in eine Aktiengesellschafts ausgegliedert hat, sei von großer Bedeutung dafür, dass der Verein nach turbulenten Jahren und Ab- und Aufstieg sich im Mittelfeld der Bundesliga festgesetzt hat. Der Daimler-Konzern habe 11,75 Prozent der Anteile übernommen und dafür 41,5 Millionen Euro bezahlt, die der Verein in neue Spieler, aber auch in seine Infrastruktur und die Jugendarbeit investiere.

50+1: Sorgen der Fans "nicht aus der Luft gegriffen"

"Für ein Unternehmen wie Daimler ist die herkömmliche Struktur eines Fußballvereins nicht attraktiv. Er gibt Geld und kann nur hoffen, dass die Weichen richtig gestellt werden. Jetzt besitzt Daimler 11,75 Prozent der Anteile, hat zwei Mitglieder im Aufsichtsrat und kann mitbestimmen." Weitere Investoren seien erwünscht.

Anders als in England hätten die meisten Vereine zu wenig Geld, um auf höchstem Niveau zu spielen. "Eine Liga, in der sich außer dem FC Bayern niemand Hoffnung auf die Meisterschaft machen kann, hat keinen Reiz. Man tröstet sich damit, dass ja der Abstiegskampf so spannend sei. Das ist im Sinne des Wettbewerbs bedauernswert." In Deutschland verhindert die 50+1-Regel, dass ein Investor einen Verein mehrheitlich beherrschen darf, entsprechend wird das große Geld im Ausland ausgegeben.

"Viele Funktionäre würden sich gerne öffnen", sagt dazu Hitzlsperger, "sie fürchten aber den Unmut der Fans. Teile der Fans sind skeptisch, haben Angst vor Eigentümern, die mangels Identifikation und Wissen den Verein in den Ruin treiben. Ich kann beide Positionen nachvollziehen. Die Sorge, dass jemand den Verein übernimmt und dann herunterwirtschaftet, ist nicht aus der Luft gegriffen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir Geld auftreiben müssen, wenn wir international mitspielen wollen."

Quelle: ntv.de, bad

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