Fußball

Erklärung erst am 29. August Hoeneß lässt den FC Bayern lange warten

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Ob Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge weiter gemeinsam an der Spitze des FC Bayern München stehen, scheint unwahrscheinlich.

(Foto: imago images / Lackovic)

Uli Hoeneß wird sich erst am 29. August zu seinen Zukunftsplänen erklären. Das sagte der Präsident des FC Bayern München dem "Kicker". Die "Bild"-Zeitung hatte gemeldet, Hoeneß werde sich auf der Jahreshauptversammlung im November nicht mehr zur Wahl stellen.

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß wird die Entscheidung über seine Zukunft "dem Aufsichtsrat am 29. August mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung". Das sagte der 67-Jährige am Mittwoch dem "Kicker". Hoeneß wollte dabei weder ein Dementi noch eine definitive Bestätigung zur Meldung der "Bild"-Zeitung abgeben, wonach er seine Ämter im Herbst aufgeben wolle. Auch der "Kicker" geht jedoch davon aus, dass Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung der Bayern im November nicht mehr als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters kandidieren werde. Damit würde er auch seinen Posten als Chef des Aufsichtsrates abgeben.

Seine Nachfolge in beiden Ämtern soll in Personalunion der frühere adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer, derzeit Aufsichtsrats-Vize, übernehmen. Hoeneß will dann laut "Kicker" aber seinen Sitz im Kontrollgremium der FC Bayern AG behalten.

Uli Hoeneß spielte von 1970 bis 1978 für den FC Bayern München und gewann mit dem Klub dreimal den Europapokal der Landesmeister, einmal den Weltpokal und wurde dreimal Deutscher Meister. Noch als Profi fädelt Hoeneß seinen ersten Deal ein und ermöglicht über einen Sponsorenvertrag die Rückkehr von Paul Breitner nach München. Am 1. Mai 1979 legt er dann als Manager los - und wird bald als "Raubritter" und "Geier" beschimpft. "Ich wollte den FC Bayern nach oben bringen - um jeden Preis", sagte er im Rückblick. Das gelingt ihm mit Bravour. Der Visionär Hoeneß ist seiner Zeit voraus, er prägt die Bundesliga wie kein anderer.

2009 wird Hoeneß Präsident "seines" FC Bayern, 2010 auch Aufsichtsratsvorsitzender. Aufgrund einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung gab Hoeneß beide Ämter 2014 ab, seit dem 25. November 2016 steht er wieder an der Spitze des erfolgreichsten und wertvollsten deutschen Fußball-Klubs.

"Aus der Zeit gefallen"

Das vergangene Jahr war jedoch geprägt von zahlreichen Scharmützeln innerhalb der sportlichen Leitung des FC Bayern München. "Zunächst einmal ist es durchaus verständlich, wenn er sich zurückziehen würde. Die ganzen Querelen mit Kalle Rummenigge, die Kritik an ihm auf der Mitgliederversammlung, dazu das fortgeschrittene Alter", kommentierte Philipp Köster, Chefredakteur des Magazins "11 Freunde", den möglichen Rückzug von Hoeneß bei n-tv. "Ich finde der richtige Zeitpunkt wäre noch viel früher gewesen, nämlich nach seiner Gefängnisstrafe. Da hätte er gerne die Ehren-Präsidentschaft übernehmen können, aber dann nochmal in das operative Geschäft zurückzukehren war ein Fehler. Ich glaube, es braucht jüngere Leute die insbesondere die rasante Dynamik auf dem Fußball-Markt ein bisschen besser abbilden können als er selbst."

Quelle: n-tv.de, ter/dpa/sid