Fußball

Youngster bezahlen Lehrgeld Hoffenheim verpasst Überraschungserfolg

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Die TSG gegen Sané.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Julian Nagelsmann muss sein Team ersatzgeschwächt in die Champions-League-Partie gegen Manchester City schicken. Dennoch schockt die TSG Hoffenheim den Gastgeber früh. Drei Minuten vor Schluss aber gibt's den K.o. für den Königsklassen-Neuling.

Julian Nagelsmann nahm die Glückwünsche seines Vorbildes Pep Guardiola mit einem Lächeln entgegen, dann eilte der Trainer der TSG Hoffenheim auf den Platz, um seinen niedergeschlagenen Spielern Trost zu spenden. Der verletzungsgeplagte Fußball-Bundesligist hatte dem Starensemble von Manchester City einen großen Kampf geboten - am Ende aber stand ein bitteres 1:2 (1:1) und die erste Niederlage der TSG in der Champions League.

"Im Anbetracht der Situation mit den vielen verletzten Spielern bin ich sehr stolz", sagte Nagelsmann bei Sky: "Es ist bitter, wenn du so spät ein Tor bekommst. Das tut weh. Aber insgesamt haben wir uns teuer verkauft." Guardiola lobte die TSG für ihren couragierten Auftritt und sagte: "Es ist immer schwer, hier zu spielen. Wir mussten alles geben."

Youngster Posch schenkt Gästen den Sieg

Hoffenheim hatte bereits nach 44 Sekunden durch Ishak Belfodil geführt und das Spiel auch nach dem schnellen Ausgleich durch Manchesters Stürmerstar Sergio Agüero (8.) lange offengehalten. Doch ein grober Fehler von Stefan Posch besiegelte die Niederlage, David Silva (87.) nahm das Geschenk an und traf zum Sieg der Gäste. Entsprechend niedergeschlagen war Posch, der die Verantwortung für die Niederlage übernahm. "Ich muss den Ball wegschlagen und darf ihn nicht annehmen. Dann geht es schnell, das ist sehr bitter", sagte er. Nagelsmann dagegen nahm den Pechvogel in Schutz und meinte: "Er ist ein junger Spieler. Er dachte, er hätte Zeit. Auf diesem Niveau hat er die aber nicht."

Hoffenheim versteckte sich keinesfalls vor dem auf dem Papier übermächtigen Gegner. Nagelsmann machte aus der Not, auf alle seine Stammspieler in der Abwehr verzichten zu müssen, eine Tugend und ließ den Gast aus England extrem früh attackieren. Die furiose Anfangsphase war für Guardiola ein Déjà-Vu: Bereits als Bayern-Trainer hatte der Spanier gegen Hoffenheim ein Tor in der ersten Minute kassiert (im August 2015). Nagelsmann fehlten unter anderem Kapitän Kevin Vogt und Nationalspieler Nico Schulz. Die deshalb neuformierte TSG-Abwehr gab sich große Mühe, die hochkarätig besetzten Gäste, bei denen die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Leroy Sané in der Startelf standen, in Schach zu halten.

Starke Konter nützen nichts

Bezeichnend eine Szene in der 15. Minute, als erst Pavel Kaderabek das 2:1 auf dem Fuß hatte und im direkten Gegenzug der starke TSG-Torwart Oliver Baumann gegen den heranrauschenden Raheem Sterling in höchster Not retten musste. Nagelsmann und Guardiola, der auf Mittelfeldstar Kevin De Bruyne verzichten musste, standen wild gestikulierend in ihren Coaching-Zonen. Im Verlauf der ersten Halbzeit wurde Manchester seiner Favoritenrolle Stück für Stück gerechter. Abwehrchef Vincent Kompany scheiterte nach einer Ecke per Kopf an Baumann (29.), ebenso wie Agüero ein paar Minuten später mit dem Fuß (33. und 35.). Hoffenheim zog sich ein wenig zurück, dem Bundesligisten hätte in dieser Phase etwas mehr Ruhe gut getan. Die Gäste legten weiterhin ein hohes Tempo vor, allerdings hatte auch Belfodil das zweite Tor vor Augen, er scheiterte aber an City-Torwart Ederson (39.).

In der zweiten Halbzeit spielten beide Teams weiter mit offenem Visier. Die TSG setzte immer wieder starke Konter und erarbeitete sich sogar die Feldüberlegenheit. Guardiolas Abwehr hielt aber zunächst dagegen. Auf der Gegenseite zeichnete sich zudem Baumann erneut aus. Nach dem 1:2 durch Silva drängte die TSG auf den Ausgleich.

Quelle: n-tv.de, Jan Mies und Nicolas Reimer, sid

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