Fußball

"Hat mich emotional getroffen" Hummels schaut keine DFB-Spiele mehr

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Mats Hummels kritisiert das BVB-Spiel und spricht über seine Nationalelf-Gedanken.

(Foto: imago images/Bernd König)

Es sei "eine Art Schock" gewesen, als er vor gut zwei Jahren von Bundestrainer Jogi Löw aus der Nationalelf geworfen wurde, sagt Mats Hummels in einem Interview. Der Rio-Weltmeister leidet immer noch darunter, äußert sich aber nur zur BVB-Zukunft. Dort will er endlich "Erwachsenen-Fußball" sehen.

Seit dem 19. November 2018 muss Mats Hummels zuschauen. An dem Tag hatte der BVB-Verteidiger sein letztes von bislang 70 Länderspielen bestritten. Dass der Rauswurf durch Bundestrainer Joachim Löw immer noch an ihm nagt, gestand der Weltmeister von 2014 nun in der "Sport Bild": "Es war surreal, dann nicht mehr Teil des Ganzen zu sein, schon eine Art Schock." Schließlich sei er von der U21 an, ab 2007, elf, zwölf Jahre immer dabei gewesen.

Seit diesem Tag habe Hummels bei den Spielen der Nationalmannschaft nur sehr selten im Fernsehen zugeguckt, "weil es mich emotional wirklich getroffen hat, zuschauen zu müssen". An der Diskussion um seine Rückkehr in die DFB-Elf - und die von den Bayern-Profis Jérôme Boateng und Thomas Müller - wollte der Verteidiger sich dagegen nicht beteiligen. "Sich über eine theoretische Situation den Kopf zu zermartern bringt nichts: Das wird sich erst herausstellen, sollte es dazu kommen", sagte der 32-Jährige. Er würde sich dann kurzfristig damit beschäftigen, sollte Löw sich doch noch mal umentscheiden.

"Zu oft kein Erwachsenen-Fußball"

Auch zu seiner Zukunft äußerte der BVB-Profi sich in dem Interview und erklärte, er wolle definitiv noch zweieinhalb Jahre in Dortmund spielen. "Dann muss ich sehen, wie mein Gesundheitszustand im Sommer 2023 ist: Es ist alles vorstellbar, auch, dass ich aufhöre. Beispielsweise wenn der Kopf 'Nein' sagt", erklärte Hummels. Auch wenn es dann für einen Wechsel ins Ausland "fast zu spät" wäre, wollte er solch einen Karriereschritt auch nicht ausschließen, da seine Erfahrung im Profigeschäft ihm gezeigt hätte, dass man nichts genau planen könne.

Über die sich in der jüngeren Vergangenheit häufenden Fehler im Spiel Borussia Dortmunds schimpfte Hummels, dass die Art, wie die Mannschaft Fußball gespielt hätte, "zwangsläufig dazu führen musste, dass wir immer wieder Punkte liegen lassen." Zu leicht hätte man Bälle, Tore und Punkte hergeschenkt. Der 32-Jährige wolle wieder dahin kommen, dass "kein Vergnügen" sei, den BVB zu schlagen.

Trotz des jüngsten 2:0-Erfolgs über den VfL Wolfsburg sparte Hummels nicht mit Kritik: Der BVB besitze zwar viele sehr starke Talente, spiele aber "zu oft keinen Erwachsenen-Fußball". So könne man einen Meisterschaftstitel einfach nicht gewinnen: "Fünf Tage locker trainieren und dann zum Spiel hochfahren - das funktioniert halt nicht." Der BVB steht momentan auf Platz vier in der Tabelle der Fußball-Bundesliga und hat acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München. Am Samstag (18.30 Uhr im Liveticker auf ntv.de) kommt es zum wegweisenden Duell mit RB Leipzig.

Quelle: ntv.de, dbe

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