Fußball

"Schmutzige Lügen" Im Alaba-Poker wird es richtig hässlich

imago0047939278h.jpg

David Alaba und die hohen Herren des FC Bayern: Im Augenblick gibt es offenbar manche Disharmonie.

(Foto: Peter Schatz)

Der FC Bayern München lässt keinen Zweifel aufkommen, dass man mit Innenverteidiger David Alaba in die Zukunft gehen möchte. Doch die Vertragsverhandlungen kommen nicht zu einem Ende, nun fliegen Giftpfeile hin und her.

Der öffentlich ausgetragene Vertragspoker zwischen David Alaba und Bayern München wird immer schmutziger. Nach der bitterbösen Verbal-Attacke von Uli Hoeneß schlägt Alabas Vater George nun ebenso heftig zurück und bezichtigt den Ehrenpräsidenten des Fußball-Rekordmeisters der Lüge. David Alaba wählte hingegen beschwichtigende Worte, auch wenn ihn "ein paar Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und durchaus auch verletzt" hätten. "Ich wünsche mir sehr, dass wir zeitnah eine Lösung finden, damit der Klub, die Verantwortlichen, meine Mitspieler aber auch die Fans wissen, woran sie sind", sagte Alaba der "Bild"-Zeitung.

"Dieser Klub ist für mich nicht irgendein Verein, er ist Zuhause, Familie und Heimat. Seit zwölf Jahren trage ich das legendäre rote Trikot, und das habe ich jeden einzelnen Tag mit Hingabe, Stolz und Leidenschaft getan und tue das auch immer noch." Das Wohl dieses fantastischen Klubs stehe einfach über allen Dingen, sagte der 27-Jährige, "und es ist auch mir sehr wichtig. In einer Familie ist man durchaus mal anderer Meinung, man streitet sich vielleicht auch, aber es bleibt immer innerhalb der Familie. Das werde ich auch weiter beherzigen."

Hoeneß: Agent ist ein "geldgieriger Piranha"

Sein Vater fand derweil deutlich drastischere Worte. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut", ereiferte sich George Alaba bei Sky: "Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen." Dies sei nur geschehen, "weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen", betonte Alaba senior.

Hoeneß hatte Alaba und dessen Agenten Pini Zahavi am Sonntag im Sport1-Doppelpass schwer attackiert. Zahavi bezeichnete er als "geldgierigen Piranha", Vater George lasse sich vom Agenten "sehr beeinflussen". Außerdem betonte Hoeneß, dass Alaba junior, der für eine Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrages angeblich 25 Millionen Euro Jahresgage fordert, nie in die Gehaltsklasse eines Manuel Neuer oder Robert Lewandowski vorstoßen werde.

Zahavi, der auch Lewandowskis aktuellen Kontrakt ausgehandelt hatte, wehrte sich ebenfalls bei Sky. "Ich habe zu keinem Zeitpunkt detailliert über eine etwaige Provisionszahlung mit den Bayern-Verantwortlichen gesprochen", betonte er. Das Thema sei nur bei einem Gespräch am Rande des Champions-League-Turniers in Lissabon aufgekommen. Dort habe Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic ihn gefragt, "wie ich mir das vorstellen würde. Ich sagte ihm, dass wir zunächst an einer Einigung mit dem Spieler arbeiten sollten, ich aber nicht mehr als das Übliche fordern werde." Konkret sei über Zahlen "bisher nicht gesprochen" worden. Die "Bild"-Zeitung dagegen will wissen, dass Zahavi gerne 20 Millionen Euro für eine Unterschrift seines Schützlings kassieren wolle.

Quelle: ntv.de, ter/sid