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"In jedem Team, in dem ich war"Ex-Bundesliga-Profi gesteht illegale Sportwetten

25.02.2026, 05:49 Uhr
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Der Ex-Profi sieht sich nicht als Einzelfall. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

In der Branche ist es ein heikles Thema: Sportwetten als aktiver Profi. In einem Interview spricht ein ehemaliger Bundesligaspieler über seine Wettvergangenheit. Er will anonym bleiben, sagt aber auch: Er war damit nicht alleine.

Ein ehemaliger Bundesligaspieler bricht erstmals sein Schweigen über ein in der Branche verbotenes Thema: Sportwetten durch aktive Profis. In dem Gespräch mit dem "Stern" schildert der mittlerweile zurückgetretene Spieler detailliert, wie er über Jahre hinweg auf Spiele der eigenen Liga setzte - und dabei nach eigener Schätzung rund eine Million Euro verlor. "Ich muss zugeben: Ohne vorher einen Wettschein gekauft zu haben, haben mich viele Spiele nicht mehr gekickt. Richtigen Spaß hatte ich nur noch, wenn ich gewettet habe", sagte der Ex-Profi im "Stern"-Interview.

Der Spieler, der anonym bleiben möchte, berichtete von einem schleichenden Einstieg über Pokerabende mit Teamkollegen: "Ich kam zum Wetten übers Pokern", erzählte er. Aus zunächst kleinen Einsätzen seien mit wachsendem Gehalt immer höhere Summen geworden. Gegen Ende seiner Karriere habe er "an rund 25 von 34 Bundesligaspieltagen pro Saison" gewettet. Besonders brisant: Der ehemalige Profi sieht sich nicht als Einzelfall. "In jedem Team, in dem ich war, kannte ich Spieler, die wetten", sagte er dem "Stern" und schätzt, dass "vermutlich zwei bis drei pro Mannschaft" entsprechende Angebote nutzten.

Die Wetten liefen laut seiner Darstellung über inoffizielle, auf Sportler zugeschnittene Plattformen und Mittelsmänner, abgerechnet wurde teils bar. Große Gewinne habe es zwar gegeben - "manchmal 30.000 oder 40.000 Euro an einem Spieltag" -, doch langfristig habe er stets verloren: "Am Ende habe ich immer draufgelegt." Ein schlechtes Gewissen habe er lange nicht gehabt. "Ich habe nie auf eigene Spiele gewettet", betonte er, räumte aber ein, fahrlässig seine Karriere riskiert zu haben. Rückblickend überwiege für ihn dennoch die Faszination des verbotenen Kicks: "Der Adrenalinkick war immer da."

Aktiven Spielern ist es nach den Statuten von DFB und DFL untersagt, auf Wettbewerbe zu wetten, an denen ihre Mannschaft oder ihre Liga beteiligt ist. Die Regel soll jede Form von Interessenkonflikt und schon den Anschein möglicher Manipulation verhindern. Verstöße können empfindliche Sanktionen nach sich ziehen - von Geldstrafen und mehrmonatigen Sperren bis hin zu langen Spielsperren oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen durch die Klubs. Bekannt gewordene Fälle sind selten, wurden jedoch konsequent geahndet, um die Integrität des Wettbewerbs zu schützen.

Quelle: ntv.de, ses

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