Fußball

Ohne Genehmigung geflogen? Infizierter CR7 verletzte Sicherheitsprotokoll

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Ronaldo hatte das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft verlassen und war nach Turin zurückgekehrt - trotz Quarantänepflicht.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der Fall um den positiv auf Corona getesteten Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo schlägt weiter Wellen: Hätte CR7 gar nicht zur Nationalmannschaft fliegen dürfen und auch nicht zurück in seine Villa nach Turin? Das meint zumindest der italienische Sportminister. Die Infektionen in der Serie A steigen.

Der italienische Sportminister Vincenzo Spadafora hat dem positiv auf Corona getesteten Cristiano Ronaldo vorgeworfen, die offiziellen Anweisungen der Gesundheitsbehörden nicht befolgt zu haben. Der fünfmalige Weltfußballer in Diensten von Juventus Turin sei ohne behördliche Genehmigung zur portugiesischen Nationalmannschaft und von dort wieder zurück nach Turin geflogen, sagte Spadafora im Gespräch mit Rai Radio 1. "Ich denke schon", sagte er auf die Frage, ob Ronaldo damit trotz seiner Corona-Quarantäne die geltenden Bestimmungen der Behörden verletzt habe.

Ob Ronaldo also vielleicht schon vor der Abreise positiv war? Für Portugals Trainer Fernando Santos war die Infektion des 35-Jährigen auf jeden Fall ein großes Rätsel. "Seit Montag sind wir hier völlig eingesperrt. Die Mitarbeiter und Spieler sind reingekommen und sonst niemand", sagte er. Die übrigen Nationalspieler waren alle negativ getestet worden. "Ihm geht es gut. Ich habe mit ihm gesprochen, er hat die Sonne genossen", hatte am Mittwoch Juve-Teamkollege Giorgio Chiellin über CR7 berichtet. Der fünfmalige Weltfußballer hatte das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft verlassen und war nach Turin zurückgekehrt - trotz Quarantänepflicht. Der Stürmer von Juventus hatte laut italienischen Medien das grüne Licht der lokalen Gesundheitsbehörden erhalten, die Quarantäne in seiner Villa in Turin zu verbringen.

"Wichtig ist, dass Sicherheitsprotokolle respektiert werden."

Der 35-Jährige zeige keine Krankheitssymptome, es gehe ihm gut, hieß es vonseiten des portugiesischen Verbandes. Die Gazetten rückten derweil auch die Umstände von Ronaldos Erkrankung in den Fokus. "La Repubblica" schrieb von CR7, dem "Fußballkönig, der auf Protokolle und Isolierung gepfiffen hat". Die Tageszeitung bezieht sich dabei auf die vergangene Woche. Da hatte der Torjäger trotz positiver Tests zweier Juve-Teambetreuer die angeordnete Quarantäne verlassen und war zur Nationalmannschaft gereist.

Ronaldo, der für mindestens zehn Tage in Quarantäne muss, fehlt nicht nur den Portugiesen am Abend in der Nations League gegen Schweden. Auch der Champions-League-Auftakt mit Juventus fällt für ihn flach, das Wiedersehen mit dem FC Barcelona und Lionel Messi ist in Gefahr. Will der Angreifer gegen seinen Erzrivalen am 28. Oktober auf dem Feld stehen, benötigt er laut Uefa-Vorgaben sieben Tage vor Anpfiff ein negatives Testergebnis.

Trotz mittlerweile 31 Corona-Fällen bei den Profis der Serie A soll die Meisterschaft in Italien vorerst nicht unterbrochen werden. Allerdings werden weiterhin nicht mehr als 1000 Zuschauer pro Spiel zugelassen. "Die Stadien werden mindestens bis Mitte November weitgehend leer sein", sagte Sportminister Spadafora. Die geltenden Sicherheitsprotokolle für die Serie A seien effizient: "Wichtig ist, dass sie respektiert werden." Ronaldo hatte dies wohl nicht getan.

Quelle: ntv.de, dbe/sid