Fußball

Kein Skandal, nur die Wahrheit Ja, Regeln gelten auch für den FC Bayern

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So sind die Regeln, Männer!

(Foto: imago images/Sven Simon)

Das Spiel des FC Bayern bei Hertha BSC fängt extra 30 Minuten früher an, damit die Münchner die Stadt noch rechtzeitig verlassen und Richtung Doha, zur Klub-WM, aufbrechen können. Doch die Behörden funken dazwischen. Kein Grund zur Wut. Eigentlich.

Die Bosse des FC Bayern haben natürlich recht. Zumindest in einem Punkt. Dass die Münchner die Nacht von Freitag auf Samstag in Berlin im Flieger bleiben mussten, dass sie nicht mehr wie geplant losfliegen konnten, das ist nicht so richtig gut. Das ist sogar richtig blöd. Vor allem für die Fußballer, die ja wirklich (ohne jede Ironie) arg strapaziert sind. Und das seit Wochen und Monaten. Doch damit endet dann auch die Zustimmung zur gewaltigen Wut der Münchner Alphatiere Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß.

Denn dass die Mannschaft in Berlin bleiben musste, das ist kein Skandal. Auch keine Unverschämtheit. Das ist Pech (die Maschine musste wegen des gewaltigen Wintereinbruchs enteist werden). Und dass das Team bleiben musste, liegt dann einfach an der konsequenten Auslegung einer Regel. Zwischen 0.00 und 5.00 dürfen vom Airport nämlich keine Maschinen abheben. Und wenn die Anfrage zur Startfreigabe eben erst um 0.03 Uhr kam, wie das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung erklärte, dann kam sie eben drei Minuten zu spät. Da hilft es dann auch nicht, dass die Maschine angeblich schon (oder erst) um 23.59 Uhr abflugbereit war. Regeln sind schließlich dazu da, eingehalten zu werden, nicht um sie zu brechen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber in diesem Fall halt nicht für den FC Bayern.

Die Begründung dürfte den Klub dabei durchaus schmerzen. Denn weder war ein "erhebliches öffentliches Interesse" gegeben (was im Widerspruch zum Selbstverständnis des Rekordmeisters steht), noch war der "Flug für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich". Beides hätte die Ausnahme der Regel möglich gemacht. Und hat sie aber eben zurecht nicht. Eine ungewohnte, bittere Niederlage für die sportlich längst wieder Unangreifbaren.

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Man kann die Weigerung zur Startfreigabe behördlich kleinkariert finden oder auch doof. Man kann sich auch sehr darüber ärgern, schließlich war das Spiel bei Hertha BSC im Olympiastadion extra um eine halbe Stunde vorverlegt worden, um die Hauptstadt noch am Abend Richtung Doha zu verlassen, wo es für das Team von Trainer Hansi Flick am Montag im Halbfinale der Klub-WM gegen Al Ahly SC aus Ägypten geht. Ein Flug noch in der Nacht, er hätte gerade den Spielern wichtige Zeit zur Erholung gegeben, völlig klar.

Aber die Wut nun an jenen auszulassen, die einfach nur das gesetzlich Richtige getan haben, das ist schon eher eine Unverschämtheit, vielleicht sogar die Arroganz der Mächtigen in einer ohnehin schon besonders privilegierten Branche. Aber immerhin kein Skandal.

Quelle: ntv.de

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