Fußball

Streiks und Millioneneinnahmen Juventus hebt die Ronaldo-Goldgrube aus

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In Turin soll das Juve-Trikot mit der Nummer sieben so gut wie vergriffen sein.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der Wechsel von Cristiano Ronaldo bewegt die Menschen in Italien, sogar zum Streik. Die Kosten des Transfers können sportliche Einnahmen nicht decken. Juventus Turin startet daher eine Marketingoffensive - mit dem Zugpferd CR7.

Der Fußball-Klub Juventus Turin gehört wie Fiat zu großen Teilen der Industriellenfamilie Agnelli. Andrea Agnelli ist Präsident beim italienischen Meister und gleichzeitig auch Vorstandsmitglied beim Autohersteller. Die über 100 Millionen Euro Ablöse für Cristiano Ronaldo sieht die kleine Gewerkschaft USB als Anlass, auf die schlechten Arbeitsbedingungen im Fiat-Werk im süditalienischen Melfi aufmerksam zu machen. Für drei Tage wollen die Arbeiter dort die Arbeit niederlegen. Der Konzern solle das Geld lieber in "tausend Menschen statt nur einen" investieren, heißt es im Streikaufruf. Ronaldos neuen Arbeitgeber wird das kaum interessieren, denn die Ausgaben für die wohl schillerndste Figur im Fußballkosmos könnten im Bestfall bereits am Jahresende wieder ausgeglichen sein.

Neben der Ablösesumme kommen auf den italienischen Klub noch das Spielergehalt für die nächsten vier Jahre sowie Steuern und Abgaben an den Berater Jorge Mendes zu. Der Wechsel des portugiesischen Superstars kostet Juve also um die 400 Millionen Euro.

Das neue Marketing-Zugpferd

Damit das Geld wieder reinkommt, spannt die Alte Dame CR7 ganz vorne vor den Marketing-Karren. Seine geliebte Rückennummer sieben bleibt dem Portugiesen auch in Italien vorbehalten. Der vorige Inhaber Juan Cuadrado hatte sie ganz bereitwillig zur Verfügung gestellt und der Verein das Ganze medienwirksam in Szene gesetzt. "Geben ist seliger denn Nehmen", schrieb der Kolumbianer bei Instagram und hieß seinen neuen Teamkollegen willkommen.

"Geben" - das sollen auch die Fans von Juventus und Anhänger von Cristiano Ronaldo. Und zwar ihr Geld. Laut Prognosen rechnet der Verein damit, dass noch in diesem Jahr weltweit über drei Millionen Trikots des Weltfußballers verkauft werden. Der Preis pro Stück liegt im offiziellen Fan-Shop bei 137,45 Euro. Damit könnte ein Großteils des Transferpakets allein durch die Trikotverkäufe refinanziert werden - knapp drei Millionen Fans müssten ein Ronaldo-Trikot zum Originalpreis kaufen.

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Dazu verspricht man sich im Klub neue Sponsorenverträge, mehr Zuschauer in den Stadien und mehr Besucher im Juve-Museum in Turin. Ganz abgesehen von den sportlichen Einnahmen, sollte der 33-Jährige die Bianconeri tatsächlich zum Champions-League-Titel führen. In Madrid hat das schließlich auch geklappt.

Mit Ronaldo kommt das Geld

Finanziell lief es in Turin in der Vergangenheit auch ohne CR7 bestens. Über die letzten Jahre steigerte der Klub seine Umsätze auf 405 Millionen Euro in 2017. Die Merchandising-Branche war daran mit 28 Prozent beteiligt. Durch den Ronaldo-Transfer dürfte der Klub auch im Jahresumsatz zu den Finanz-Leadern im Fußball wie Manchester United, Real Madrid und dem FC Bayern München aufschließen.

Daher wird die Ankunft der neuen Vereinsikone am Montag hollywoodreif inszeniert. Erst Medizincheck, dann Vertragsunterschrift und anschließend eine Pressekonferenz für die Fußballwelt. Am Abend tritt der portugiesische Nationalspieler vor seine Anhänger. In diesem Rahmen wird erstmals für die Vorstellung eines einzigen Spielers das Stadion geöffnet. Ab 21 Uhr ist eine große Party im Allianz-Stadion geplant, zu der die Juve-Fans eingeladen sind. Feuerwerk, Lichtspiele und Musik - es werden keine Mühen und Kosten gescheut. Das muss Juve auch nicht, denn sie wissen: Mit Ronaldo kommt das Geld und auch der sportliche Erfolg. So war es zumindest immer bei seinen vorigen Stationen.

 

Quelle: n-tv.de