Fußball

Vuskovic und die BeleidigungenKatakomben-Eklat heizt Hamburger Derby spät auf

24.01.2026, 07:08 Uhr
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Luka Vuskovic muss nach dem Spiel beruhigt werden. (Foto: picture alliance / DeFodi Images)

Das 0:0 zwischen dem FC. St Pauli und dem Hamburger SV produziert keine sportlichen Schlagzeilen. Auf den Rängen duellieren sich die Anhänger der Stadtrivalen. Dabei nehmen die Fans der Heimmannschaft auch einen jungen Verteidiger und dessen Familie ins Visier. Der wehrt sich, nicht nur mit Worten.

Das sportlich enttäuschende 113. Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV nahm nach dem Abpfiff des torlosen Unentschiedens doch noch etwas Fahrt auf. Der HSV-Abwehrboss Luka Vuskovic schäumte im Interview bei Sky vor Wut. Es ging um seine Familie, es ging um seinen Bruder Mario, es ging um Beleidigungen.

"Ich weiß nicht, was die Fans hier von St. Pauli denken, es ist sehr respektlos, meinen Bruder zu beleidigen. Ich habe nichts Gutes über die Fans zu sagen", schimpfte der erst 18-jährige Kroate bei Sky, nachdem er zuvor über die Comeback-Pläne seines noch bis zum November wegen Doping gesperrten älteren Bruders berichtet hatte.

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Dann verschwand Vuskovic in die Kabine, nicht ohne seinen Finger auf die Lippen zu legen. Schweigen jetzt, bedeutete er aufgebracht den Anhängern des Kiezklubs. Seine Mitspieler mussten ihn beruhigen, doch spätestens im Kabinengang waren diese Bemühungen vergebens.

Dort soll der Kroate, so berichteten Augenzeugen später, gespuckt haben. "So etwas habe ich noch nie erlebt", schrie St. Paulis Karol Mets durch die Katakomben und auch der Co-Trainer der Heimmannschaft, Peter Nemeth, überzog ihn mit wenig freundlichen Worten.

Polzin: "Ich kann seinen Unmut nachvollziehen"

Als sich die Gemüter etwas runtergekühlt hatten, verteidigte der HSV-Trainer seinen Jungstar, der in der 54. Minute mit einem Kopfball die wohl beste Chance des mauen Spiels gehabt hatte. "Wir haben einen 18-jährigen Menschen, der sehr viel Last auf sich trägt, was mit Mario Vuskovic passiert ist", sagte Merlin Polzin.

Der Trainer ergänzte: "Ich kann Lukas Unmut extrem nachvollziehen. Wenn man diese Sprüche, Worte, Aufforderungen und Gesten entgegengebracht bekommt, dann hat das nichts mit dem zu tun, wofür nicht nur beide Vereine und die Stadt Hamburg als weltoffene Stadt stehen sollten."

Vuskovic spielt seit dem Sommer 2025 für den Hamburger SV. Der Teenager ist von den Tottenham Hotspur ausgeliehen. Der in Split geborene kroatische Nationalspieler hat bislang 18 Pflichtspiele für den HSV absolviert und dabei drei Tore erzielt. Sein Treffer zum 2:1 beim 3:2 gegen Werder Bremen Anfang Dezember gehört zu den bislang spektakulärsten Toren der Bundesliga-Saison.

Quelle: ntv.de, sue

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