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Raus ohne Applaus: Der BVB muss im Pokal nun zuschauen.
Raus ohne Applaus: Der BVB muss im Pokal nun zuschauen.(Foto: imago/MIS)
Donnerstag, 21. Dezember 2017

Stöger verzockt sich in München: Katastrophen-BVB erholt sich zu spät

Von Tobias Nordmann, München

Unter Coach Peter Bosz spielt Borussia Dortmund Fußball für ausgeflippte Adrenalin-Junkies. Sein Nachfolger Peter Stöger nimmt dem Spiel das Drama. Doch ausgerechnet im Pokal gegen den FC Bayern verwirft er seinen Plan.

Spätestens in der 13. Minute des DFB-Pokalspiels zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund musste Peter Stöger das Gefühl bekommen, dass er etwas falsch gemacht hatte. Denn sein personell ausgezehrter BVB - auch Pierre-Emerick Aubameyang fiel neben den vielen Langzeitverletzten noch aus -, der doch eigentlich stabil verteidigen sollte, wurde von der gierigen und kompromisslosen bayrischen Fußball-Rating-Agentur quasi mit Anpfiff auf Peter-Bosz-Niveau heruntergeramscht. Mit gnadenloser Wucht zertrümmerte die Elf von Trainer Jupp Heynckes im Pokal-Achtelfinale (2:1 für den FC Bayern) rund 60 Minuten lang jegliche Versuche des Österreichers, ein wehrhaftes schwarzgelbes Konstrukt auf dem Platz zu errichten.

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Das sollte eigentlich so aussehen: Mit Marc Bartra, Ömer Toprak und Sokratis drei zentrale Verteidiger in der Mitte, flankiert von den schnellen Außenspielern Marcel Schmelzer und Jeremy Toljan. Ganz anders also als zuletzt in der Liga, wo Coach Stöger in seinen ersten Spielen gegen Mainz (2:0) und Hoffenheim (2:1) eine tiefstehende Viererkette wieder zum Element schwarzgelber Fußballphilosophie gemacht hatte. Die Abkehr von der jüngst erst erworbenen Routine ging tüchtig schief. Während die Bayern im Gefühl eines Kontaktverbots genüsslich kombinierten, schauten die Borussen meist leidend und ratlos hinterher, taumelten zurück in hanebüchene Zeiten bosz'scher Orientierungslosigkeit und Adrenalinschocks. Via Twitter spotteten mehrere User, dass sich selbst der Effzeh aus Köln (Tabellenletzter und damals noch sieglos) vor anderthalb Wochen (schon ohne Stöger) in der Allianz-Arena ehrlicher gewehrt habe.

Bis zum absolut überfälligen 1:0 durch einen clever platzierten Kopfballschlenzer von Jérôme Boateng in der 13. Minute hatten die Münchener bereits vier herausragende Chancen liegen gelassen. Die Kopfbälle von Arturo Vidal und Niklas Süle, der den erkrankten Abwehrchef Mats Hummels vertreten musste, waren krachend an die Latte geklatscht, zweimal parierte Roman Bürki glänzend gegen Schüsse von Robert Lewandowski und dem wie immer gegen den BVB emsigen Franck Ribéry. "Die erste Halbzeit war gar nichts von uns. Wir haben alles vermissen lassen, was der Trainer uns gesagt hatte", schimpfte der BVB-Keeper.

Große Ziele für die Rückrunde

Knapp 35 Minuten schaute sich Stöger die Katastrophen-Darbietung seines Teams stoisch an, dann baute er seine Abwehr zur Viererkette zurück, ersetzte Batra gegen Mahmoud Dahoud. Ein Wechsel, der sich nicht sofort auszahlte, denn nur fünf Minuten später lupfte Thomas Müller sehenswert zum 2:0 für die Münchener ein, der aber in der viel besseren zweiten Halbzeit dringend benötige Kreativität ins Spiel der Schwarzgelben brachte. "Ich bin zufrieden", erklärte der BVB-Coach, "dass wir eine Reaktion gezeigt haben. Denn so, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, kann man kein Bundesligaspiel gewinnen und schon gar nicht im Pokal bei den Bayern." Der Totalverriss umfasste die Komponenten: schlechtes Passspiel, kein Zweikampfverhalten und kaum Mut in der Offensive.

An all dem will Stöger mit seinem Team in der Winterpause dringend arbeiten. "Wir wollen Spielrhythmus reinbringen, eine Spielidee und eine Grundabsicherung, die die Mannschaft braucht. Sie können davon ausgehen, dass wir in der Rückrunde eine Mannschaft sehen, an der die Dortmund-Fans viel Spaß haben werden, die attraktiv nach vorne spielt." Ansätze waren ja auch gegen die Bayern zu sehen, spät zwar erst und eigentlich auch nur dann, wenn Dahoud und Shinji Kagawa den Ball am Fuß führten, aber sie waren zu sehen: "Auch von unserer Körpersprache war die zweite Hälfte besser, ich hatte das Gefühl, das wir die Situation annehmen und uns stellen", analysierte der BVB-Coach. "Mit ein bisschen Glück können wir das Spiel drehen."

Dann nämlich, wenn der abgefälschte Schuss des spät eingewechselten Youngsters Alexander Isak in der zweiten Minute der Nachspielzeit nicht knapp neben, sondern knapp in den Bayern-Kasten geeiert wäre. Ist er aber nicht und so bleibt die Wahrheit: "Über die gesamten 90 Minuten waren die Bayern die bessere Mannschaft, das muss man klar so sagen."

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Quelle: n-tv.de