Fußball

Vergabe der Fußball-WM 2018 Kaufte Russland Beckenbauers Stimme?

Die Justiz ermittelt noch zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, nun rückt auch die WM 2018 in den Fokus. Berater Fedor Radmann soll einem Bericht zufolge den russischen Bewerbern die Stimme Franz Beckenbauers im Jahr 2010 für insgesamt 4,5 Millionen Euro zum Kauf angeboten haben.

Die Korruptionsvorwürfe rund um die Fußball-WM 2006 sind noch nicht abschließend aufgearbeitet, da steht Franz Beckenbauer erneut im Mittelpunkt eines Verdachts. Nun geht es um einen Vorgang im Jahr 2010 vor der Vergabe des Turniers 2018. Wie der "Spiegel" berichtet, soll Beckenbauers Berater Fedor Radmann die Stimme des heute 74-Jährigen vorab zum Kauf angeboten haben. Dabei beruft sich das Nachrichtenmagazin auf Mails aus der Bewerbungsphase, die wiederum eine russische Quelle veröffentlicht hat.

Demnach hat das Portal "The Insider" dem Bericht zufolge die Echtheit der Mails geprüft. Radmann habe drei Millionen Euro vorab sowie weitere 1,5 Millionen Euro im Erfolgsfall verlangt, damit Beckenbauer für Russland abstimmt. Beckenbauer saß zu dieser Zeit im Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa. Am Ende bekam Russland den Zuschlag und setzte sich für das Turnier 2018 in der geheimen Abstimmung gegen Spanien und Portugal sowie Belgien und die Niederlande durch.

Beckenbauer äußerte sich bislang weder dazu, wie er damals votierte, noch zu den neuerlichen Vorwürfen. Eine "Spiegel"-Anfrage blieb demnach unbeantwortet. Radmanns Anwalt jedoch habe dementiert, dass sein Mandat Beckenbauers Stimme angeboten habe.

"Stimme für großzügige Gegenleistung"

Die Mails stammen dem Bericht zufolge aus dem mutmaßlich gehackten Mail-Account des ehemaligen Fußball-Funktionärs Sergej Kapkow. Darin finde sich demnach ein sogenanntes Faktenbuch mit Informationen über alle Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees.

Laut "Spiegel" heiße es darin wörtlich über Beckenbauer: "Früher hat er die Kandidatur Englands unterstützt. Aber nach unseren Kontakten mit den Beratern der australischen Bewerbung bekamen wir die Information über die Bereitschaft von FB, die Bewerbung Russlands zu unterstützen. Gewünscht ist ein Treffen in Moskau mit den höchsten Führern der Bewerbung. Der Berater Beckenbauers, Fedor Radmann, bietet dessen Stimme an für eine großzügige Gegenleistung für seine Beraterdienste."

Zwei Jahre nach der Vergabe im Jahr 2010 sei Beckenbauer Sportbotschafter geworden, den Vertrag hätten seine Vermarktungsfirma und der Verband russischer Gasproduzenten geschlossen. Dass Beckenbauer seine Stimme verkauft haben könnte, vermutete bereits das von britischen Journalisten veröffentliche Buch "The Ugly Game". Der 74-Jährige dementierte diese Vorwürfe.

Quelle: n-tv.de, tsi

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