Fußball

Neue Dominanz des FC Bayern? Keine Angst, die Bundesliga bleibt spannend*

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Hurra, wieder Fußballmeister.

(Foto: REUTERS)

Knapper als sonst, aber der FC Bayern ist wieder deutscher Fußballmeister. Und nun? Hat der BVB eine historische Chance vertan? Gewinnen die Münchner auch in den nächsten sieben Spielzeiten den Titel? Wird die Bundesliga wieder langweilig? Nicht doch - *hoffentlich.

Und nun? Immerhin war es spannend. Doch nachdem die Entscheidung an diesem Samstag erst am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga gefallen ist, deutet viel darauf hin, dass es in der kommenden Saison wieder so oder ähnlich langweilig wird wie in den Jahren zuvor. Der FC Bayern München ist Deutscher Meister, zum siebten Mal hintereinander. Mit dem Sieg gegen die SG Eintracht Frankfurt hat er die Dortmunder Borussia auf Distanz gehalten. Die Münchner sind nach einer für sie ungewöhnlich schwachen Hinrunde und einer punktemäßig überragenden zweiten Saisonhälfte, ihrer historisch viertbesten, die verdienten Sieger. Und der insgesamt überraschend starke BVB kann nach dem Sieg in Mönchengladbach auf die drittbeste Punkteausbeute in 52 Bundesligajahren verweisen.

Gereicht hat das am Ende nicht. Und der mit - teils gekünstelter - Spannung erwartete Showdown war letztlich wenig spektakulär. Aber die Entscheidung fiel eben erst am letzten Spieltag. In den sechs Jahren zuvor kamen die Bayern stets mit einem zweistelligen Vorsprung ins Ziel, zusammengerechnet sind es sagenhafte 100 Punkte. Nun ist Spannung an sich kein Qualitätsmerkmal. Auch der Titelkampf in der Kreisklasse kann spannend sein. Aber wenn die Bundesliga im internationalen Vergleich schon so schwach wie selten ist, wenn ihre Klubs früh aus der Champions League ausschieden, wenn der Höhepunkt darin besteht, dass sich die Frankfurter unter nationaler Anteilnahme bis ins Halbfinale der zweitklassigen Europaliga kämpften, dann soll die Liga doch wenigstens aufregend sein.

Unmöglich ist das nicht

Für die kommende Saison bieten sich zwei Prognosen an. Das eine Szenario ist realistisch, das zweite ist eher vom Wunsch getragen, dass es doch bitte wieder spannend werden möge. Die These, dass der FC Bayern seine Mannschaft erneuert, sich mit viel Geld verstärkt und national wieder dominiert, ist wenig gewagt. Die Altmeister Franck Ribéry und Arjen Robben verlassen den Klub, die französischen Verteidiger Lucas Hernández und Benjamin Pavard haben Verträge unterschrieben, die Liste potentieller Zugänge ist lang und prominent. Die Frage ist also nicht, ob die Münchener zum achten Mal in Folge Meister werden. Wer soll ihnen ernsthaft gefährlich werden? Die Frage ist vielmehr, ob sie nach dem Achtelfinalaus gegen den FC Liverpool in dieser Saison in der Königsklasse wieder in die europäische Spitze vorstoßen können. Ihr Ziel dürfte das sein.

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Kopf hoch!

(Foto: imago images / DeFodi)

Die Antithese ist etwas steiler und lautet: Es wird wieder ähnlich spannend wie in dieser Saison. Weil sie beim FC Bayern, ob nun mit Trainer Niko Kovac oder doch nicht, den Umbruch erst einmal moderieren und verkraften müssen. Weil sich auch der BVB personell verstärken wird - mit Thorgan Hazard aus Mönchengladbach, vielleicht mit dem Leverkusener Julian Brandt - und gestärkt aus dieser Saison hervorgehen kann. Schließlich hat die Mannschaft von Trainer Lucien Favre den Umbruch schon hinter sich. Sie hat den Druck im Titelkampf gespürt und ist, trotz der sechs Punkte Vorsprung zur Halbzeit, letztlich auch an diesem Druck gescheitert. Aber sie kann daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen - ob nun mit Favre oder ohne hin.

Und dann gibt es ja noch die Rasenballsportler aus Leipzig, die mit ihrem neuen Chef Julian Nagelsmann zu einem echten Konkurrenten für die Münchner reifen könnten. Die Kombination aus einer jetzt schon guten Mannschaft und einem überaus ambitionierten Top-Trainer verspricht viel. Und da wir schon dabei sind: Was ist eigentlich mit Bayer 04 Leverkusen und Trainer Peter Bosz? Wie gesagt: Hinter diesen Überlegungen steckt vor allem der Wunsch, dass die Meisterschaft in der nächsten Saison nicht kampflos an den Branchenprimus geht. Unmöglich aber ist das nicht.

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Quelle: n-tv.de

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