Fußball

Can auf dem Abstellgleis Khedira erlebt bei Turin zweiten Frühling

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Läuft bei ihm: Sami Khedira brilliert bei Juve und denkt weiter an die Nationalmannschaft.

(Foto: imago images / Gribaudi/ImagePhoto)

Fußball-Weltmeister Sami Khedira ist nach einer verkorksten Saison bei Juventus Turin inzwischen wieder eine feste Größe - und träumt sogar von der Nationalmannschaft. Kollege Emre Can befindet sich bei Juve dagegen auf dem Abstellgleis. Aber ein namhafter Klub klopft bei dem Nationalspieler schon an.

Sami Khedira erlebt nach einer verkorksten Saison seinen zweiten Frühling, Emre Can ist dagegen hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet: Während der Nationalspieler bei Juventus Turin offensichtlich auf dem Abstellgleis steht, zählt 2014er-Weltmeister Khedira beim italienischen Rekordmeister wieder zum Stammpersonal und ist auch in der Champions League eine feste Größe. Can wurde dagegen von Trainer Maurizio Sarri gar nicht für die Königsklasse gemeldet, was dem 25-Jährigen übel aufstößt.

"Ich bin sauer und wütend. Mir wurde etwas anderes versprochen", sagte Can, nachdem er von seiner Ausbootung durch Sarri erfahren hatte. "Das Gespräch hat nicht mal 60 Sekunden gedauert", sagte ein frustrierter Can, der auch am Dienstagabend beim Gruppenspiel der alten Dame gegen seinen Ex-Klub Bayer Leverkusen nur Zuschauer ist. Auch in der Serie A läuft es für Can alles andere als gut. In den bisherigen sechs Ligaspielen schaffte er es kein einziges Mal in die Startelf, wurde nur zweimal eingewechselt. "Darüber muss ich mir Gedanken machen", sagte Can, der aktuell nicht an dem Franzosen Adrien Rabiot und dem Waliser Aaron Ramsey vorbei kommt.

Durchstarten nach Herzproblemen

Dagegen kann Khedira mit den Neuzugängen mithalten und spielt an deren Seite entgegen aller Prognosen eine tragende Rolle. Der 77-malige Nationalspieler stand in den bislang sieben Pflichtspielen sechsmal beim Anpfiff auf dem Platz und ist wieder rundum zufrieden. "Es läuft ganz gut", sagte der 32-Jährige, der in der vergangenen Spielzeit nur 17 Pflichtspiele absolviert hatte. Khedira hatte sich mit zahlreichen Verletzungen herumschlagen müssen, hinzu kamen urplötzlich eintretende Herzprobleme. Aber auch davon ließ sich der ehemalige Bundesligaprofi nicht aus der Bahn werfen und spielte im Nachhinein die Probleme herunter. "Klar ist das Herz das Wichtigste, das zentrale Organ, und da klingen solche Meldungen erst einmal dramatisch. Aber in Deutschland haben etwa zwei Millionen Menschen solche Herzrhythmusstörungen, wie ich sie hatte", sagte er nach seiner OP dem "Kicker".

Khedira, über dessen Zukunft es im Sommer viele Spekulationen gegeben hatte, fühlt sich nach wie vor in Turin pudelwohl und hat nach eigenem Bekunden nie an einen Wechsel gedacht: "Nullkommanull! Weder ich noch mein Management haben mit irgendeinem Verein verhandelt, und ich habe mir auch nicht ernsthaft Gedanken gemacht, den Verein zu verlassen."

Khedira hakt Nationalmannschaft nicht ab

Gedanken macht sich Khedira, der nach dem WM-Debakel im vergangenen Jahr als Erster von Bundestrainer Jogi Löw aussortiert wurde, aber nach wie vor über die Nationalmannschaft. "Im Fußball geht es schnell, Fußball ist verrückt, deshalb ist das Thema nicht abgehakt."

Can zählt zwar nach wie vor zum Kreis der Nationalspieler, muss aber regelmäßig spielen, um sich nicht selbst um die EM-Fahrkarte zu bringen. Deshalb ist ein vorzeitiger Abschied von Juventus in der Winterpause ein Thema. Angeblich hat der französische Titelträger Paris St. Germain mit Trainer Thomas Tuchel bereits beim Can-Management angefragt.

Quelle: ntv.de, Jürgen Zelustek, sid

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