Fußball

Ex-Profi kämpft um sein Leben Klasnic braucht dritte neue Niere

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Ivan Klasnic.

Eigentlich soll sich Ivan Klasnic einer Blinddarm-OP unterziehen, doch dann stellen die Ärzte fest: Die Nieren des Ex-Fußball-Profis funktionieren nicht. Mutter und Vater spenden Organe, doch nun kämpft der Kroate mit 36 Jahren erneut um sein Leben.

Ivan Klasnic liegt im Krankenhaus. Zeit für Dialyse. Fünf Stunden dauert die Blutwäsche. Dreimal die Woche. Mit 36 Jahren kämpft er zum dritten Mal um sein Leben. Weil seine Nieren nicht richtig arbeiten. Vor knapp zehn Jahren, im Dezember 2006, erhält der Stürmer die schockierende Diagnose. Bei den Voruntersuchungen zu einer eigentlichen eher harmlosen Blinddarm-Operation. Die Blutwerte bereiten den Ärzten Sorgen. Klasnic braucht eine neue Niere. Seine Eltern bieten sich als Spender an.

Das ist Ivan Klasnic

  • Ivan Klasnic wurde am 29. Januar 1980 in Hamburg geboren, ist aber kroatischer Staatsbürger.
  • Seine erste Profistation war der FC St. Pauli, danach stürmte er für Werder Bremen, den FC Nantes, die Bolton Wanderers und den 1. FSV Mainz 05.
  • Für die kroatische Nationalmannschaft stand der Angreifer 41 Mal auf dem Feld, traf dabei zwölf Mal.

Zuerst die Mutter. Doch das Spenderorgan wird im Körper ihres Sohnes nicht richtig durchblutet. Nächste Operation. Diesmal der Vater. Nur acht Wochen später. Alles geht gut. Klasnic kehrt auf den Fußball-Platz zurück. Die Niere funktioniert – bis jetzt. "Die Ärzte hatten mir gesagt, dass die neue Niere nicht mein Leben lang halten wird. Trotzdem ist der Moment, in dem die Mediziner den Kopf schütteln, wenn sie die Werte sehen, natürlich schlimm", sagt Klasnic den Kollegen der "Bild"-Zeitung, die ihn zu einem Dialysetermin ins Krankenhaus begleitet haben.

1,5 Liter Wasser - mehr nicht

Nun muss Klasnic wieder warten. Auf eine fremde Niere. Seine dritte. Bis zu seiner nächsten Transplantation muss der Kroate weiter zur Dialyse und darf nicht mehr als 1,5 Liter Wasser täglich zu sich nehmen. Eine weitere Spende aus der Familie ist dem "Bild"-Bericht zufolge nicht möglich.

Ivans sechs Jahre älterer Bruder Josip hatte sich angeboten, doch im Körper des 36-Jährigen haben sich nach den zwei Transplantationen Antikörper gegen familiäre Organe gebildet. "Josip fand das schlimmer als ich, weil er mir nicht helfen konnte. Ich nehme das, wie es kommt. Wenn das Leben am seidenen Faden hängt, dann lernt man das irgendwann als Schicksal hinzunehmen. Alles was gut geht, ist ein Geschenk", erzählt Klasnic.

Eine quälend lange Wartezeit

*Datenschutz

Das so zehrende Warten geht weiter. Und sollte sich kein lebender Spender finden lassen, ist der Ex-Profi auf Organe eines Verstorbenen angewiesen. Die durchschnittliche Wartezeit hierfür beträgt in Deutschland sechs bis sieben Jahre, heißt es auf der Seite des Transplantationszentrums der Berliner Charité.

In Klasnics Familienheimat Kroatien wäre die Wartezeit kürzer, doch er kann sich dort nur registrieren lassen, wenn er auch in dem Land lebt. "Ich bin in Hamburg bei Familie und Freunden. Ich kann mich nur in einem Land für eine Spende registrieren lassen. Die Entscheidung fällt mir echt schwer", sagt Klasnic. "Ich kann nur an all die Menschen da draußen appellieren, sich einen Organspende-Ausweis zu besorgen. Klar ist es komisch, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen – aber man kann anderen damit das Leben schenken."

Quelle: n-tv.de, tno