Fußball

Nach Abschied in Liverpool Klopp liebäugelt mit "einem Jahr Pause"

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Jürgen Klopp bleibt wohl noch eine Weile in Liverpool. Aber dann?

(Foto: imago images/PA Images)

Erst Champions-League-Sieger, jetzt jahrzehntelang ersehnter englischer Meister: Jürgen Klopp hat sich beim FC Liverpool schon jetzt ein Denkmal gesetzt. Entsprechend entspannt ist er derzeit - zumal er bei der Champions-League-Entscheidung nur noch zuschauen kann. Eine Zukunftsvision hat der Trainer ebenfalls bereits.

Meistertrainer Jürgen Klopp hält sich in der Frage einer möglichen Zukunft als Fußball-Bundestrainer weiter bedeckt. "Ich weiß nicht, ob das dann auch noch in der Agenda stehen muss. Ich hätte nie damit gerechnet, deutscher Meister werden zu können, den DFB-Pokal oder alles andere. So oft ist das ja auch nicht passiert. Da draußen sind tausend Trainer, denen das viel öfter gelungen ist", sagte der 53 Jahre alte Liverpool-Coach in einem Interview des TV-Senders Sky. Fakt sei, dass er in Liverpool noch vier Jahre unter Vertrag stehe. "Aus heutiger Sicht habe ich absolut vor, das auch mindestens zu erfüllen. Ich sage mindestens!"

Wenn in Liverpool einmal Schluss sei, ergebe "es richtig Sinn, tatsächlich mal ein Jahr Pause zu machen", kündigte der Star-Trainer an. Es sei dann "sinnvoll, einen anderen Blick auf das Leben zu haben und sich nicht am Wochenende im Regen an die Seitenlinie zu stellen und sich mit anderen Trainern oder Mannschaften auseinanderzusetzen". Zunächst schaut Klopp aber voller Vorfreude auf die entscheidenden Spiele der Champions-League-Saison. "Es ist super, super spannend. Weil es so viele unterschiedliche Situationen gibt. Alle Mannschaften, die noch drin sind, haben eine relativ gute Chance", sagte Klopp. Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Saison für alle Teams sehr stressig gewesen, die Belastungen "wahnsinnig intensiv, verrückt intensiv", unterstrich Klopp, der Borussia Dortmund 2011 und 2012 zur deutschen Meisterschaft und 2013 ins Finale der Champions League geführt hatte.

Champions League geht ohne Titelverteidiger weiter

Auf einen Favoriten wollte sich Klopp aber nicht festnageln lassen. "Atlético hat der Sieg gegen uns richtig gut getan. Real schaut wieder erstarkt aus. Manchester City ist ein Brett, das kann ich aus mehrfacher eigener Erfahrung sagen. Es wird echt schwer, Man City zu schlagen." Barcelona habe etwas gutzumachen und "Bayern ist in einer unglaublichen Form, Leipzig die große Überraschung", sagte Klopp und fügte an: "Es wird auf jeden Fall interessant, das zu sehen."

Seit dem Ausscheiden der Reds habe ihn die Königsklasse nicht sonderlich interessiert, gab Klopp aber zu. "Aber das Spiel Bayern gegen Chelsea am 8. August werde ich mir ansehen", sagte er. Dass die Entscheidung in der K.-o.-Runde in nur einem Spiel falle, sei für alle Teams eine "völlig neue Herausforderung".

In seiner Saisonbilanz mit der Krönung des ersten Meistertitels für Liverpool nach 30 Jahren wollte sich Klopp zum angeblichen Interesse seines Klubs am Spanier Thiago vom FC Bayern nicht detailliert äußern. "Ich habe keine Ahnung, wer nächstes Jahr für mich spielt", sagte Klopp. "Thiago Alcantara ist ein toller Spieler, aber ein Spieler von Bayern München. Es gibt dazu nichts zu sagen - das habe ich jetzt mit viel zu vielen Worten getan", meinte Klopp. Der FC Bayern hatte erklärt, er sei bisher von keinem möglichen neuen Verein kontaktiert worden. Für einen Wechsel müsste Liverpool eine Ablöse zahlen, denn der 29-jährige Thiago steht bei den Münchnern noch bis zum Sommer 2021 unter Vertrag.

Quelle: ntv.de, ara/dpa