Fußball

FC Liverpool patzt spät Klopp rastet aus - und wird bestraft

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Mal wieder (zu) lautstark an der Seitenlinie: Liverpool-Coach Jürgen Klopp.

(Foto: imago images/PA Images)

Der FC Liverpool nutzt die Patzer seiner Verfolger gegen den Aufsteiger West Bromwich Albion nicht. Teammanager Jürgen Klopp rastet in einer Szene so fuchsteufelswild aus, dass er verwarnt wird. Auch Stürmerstar Mohamed Salah sorgt für Aufregung.

Nachdem zwei der ärgsten Verfolger des FC Liverpools, Leicester City und Manchester United, sich am Vortag bei einem 2:2 die Punkte gegenseitig geklaut hatten und der FC Chelsea mit Nationalstürmer Timo Werner beim FC Arsenal verlor, hatten die Reds am 15. Spieltag der englischen Premier League die Chance, ihre Tabellenführung auszubauen. Doch beim 1:1 (1:0) gegen Aufsteiger West Bromwich Albion patzte nun auch das Team von Jürgen Klopp und hat jetzt nur drei statt fünf Punkte Vorsprung auf den neuen Tabellenzweiten FC Everton.

Vor einigen Zuschauern hatte der FC Liverpool das Spielgeschehen von Anfang an im Griff. Stürmer Sadio Mané sorgte früh für das 1:0. In der zwölften Minute nahm der Senegalese einen halbhohe Flanke des kaum angegriffenen Joel Matips gekonnt mit der Brust an, drehte sich halb um die eigene Achse und haute den Ball per Drop-Kick platziert ins linke Toreck.

Klopps Ausraster

Im weiteren Verlauf ließen die Reds mehrere Chancen ungenutzt. West Brom fand zunächst gar nicht statt, steigerte sich aber in der zweiten Hälfte. Zu einem Treffer reichte es dennoch zunächst nicht. Dieser gelang auch Trent Alexander-Arnold trotz mehrerer sehenswerter Freistöße nicht. Ein Wermutstropfen für Klopp: Kurz nach dem Wiederanpfiff verletzte sich Matip an den Adduktoren, musste ausgewechselt werden und verstärkt damit die Abwehrsorgen des deutschen Trainers.

Klopp selbst rückte dann in der 61. Minute in den Fokus. Der für Matip ins Spiel gekommene Rhys Williams unterbrach einen Konter des Gegners per Foul an der Mittellinie, aber der Reds-Coach hatte die Szene offensichtlich anders gesehen. Klopp rastete lautstark aus und hörte nicht auf, in Richtung Schiedsrichter Kevin Friend zu gestikulieren. Der Unparteiische zeigte dem immer noch stänkernden Trainer daraufhin die Gelbe Karte. Erst vergangene Woche, nach der Niederlage seiner Tottenham Hotspur gegen Liverpool, hatte Spurs-Coach José Mourinho in Richtung Klopp gestichelt: "Wenn ich mich an der Seitenlinie so aufführe wie er, würde ich nicht mehr dort stehen."

Nach einer einstudierten Ecken-Variante schlug der Aufsteiger dann doch noch zu (82.): Semi Ajayi stieg höher als alle Verteidiger und setzte seinen wuchtigen Kopfball an den rechten Pfosten. Von da sprang das Spielgerät ins Feld zurück, hoppelte auf der Torlinie entlang und rollte schließlich aufgrund des Effets ins Liverpool-Tor. Klopp nahm es mit einem ironischen Lächeln, dürfte aber in diesem Moment innerlich wieder gebrodelt haben.

Nur ein Grund Liverpool zu verlassen

Liverpool schaffte es in der zweiten Hälfte nie, sich in den Spielfluss aus Halbzeit eins zu spielen. Der späte Ausgleich war die logische Folge. In der 90. Minute vergab Roberto Firmino schließlich frei stehend die beste Chance auf den Ausgleich: Seinen Kopfball entschärfte West Bromwichs Torhüter gerade noch so. Nach zuvor fünf Siegen am Boxing-Day-Spieltag ließ Klopp zum ersten Mal Punkte liegen.

Im Vorfeld der Partie hatte es erneut Wirbel um Stürmer-Star Mohamed Salah gegeben wegen eines schon eine Woche alten Interviews mit der spanischen Zeitung "As". Darin hatte der Ägypter sich beklagt, dass er im abschließenden Champions-League-Gruppenspiel beim FC Midtjylland die Mannschaft nicht als Kapitän aufs Feld hatte führen dürfen. Ein Zerwürfnis mit Klopp wurde ihm im Anschluss nachgesagt, ein Wechsel des Angreifers diskutiert.

Klar, "du kannst niemanden zwingen zu bleiben, aber das war es auch. Das haben wir übrigens auch noch nie gemacht", sagte Klopp nun. "Es ist nur, dass ich nicht verstehen würde, warum jemand überhaupt wegwollen würde." Der einzige Grund, Liverpool im Moment zu verlassen, wäre dem Trainer zufolge: "das Wetter. Welchen Grund soll es sonst geben? Das ist einer der weltweit größten Klubs. Wir bezahlen gutes Geld. Wir haben ein sensationelles Stadion mit herausragenden Fans, wir haben Anhänger auf der ganzen Welt, und unsere Farbe ist Rot, was sowieso die schönste Farbe ist."

Quelle: ntv.de

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