Fußball

"Nicht selbst bemitleiden" Klopps Pleitenserie ist jetzt historisch

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Es half alles nichts: Jürgen Klopps FC Liverpool verlor auch gegen den FC Everton.

(Foto: picture alliance / empics)

Der FC Liverpool taumelt nur noch durch die Premier League: Die Derby-Pleite gegen den FC Everton ist die vierte Heimniederlage in Folge - das gab es zuletzt vor fast 100 Jahren. Die Champions-League-Qualifikation ist in ernster Gefahr. Für Thomas Tuchel läuft es besser.

Der englische Fußballmeister FC Liverpool hat in der Premier League die vierte Niederlage in Serie kassiert. Im Lokalderby gegen den FC Everton unterlag das kriselnde Team von Trainer Jürgen Klopp mit 0:2 (0:1). Es war zugleich die vierte Heimniederlage der Reds hintereinander - das gab es zuletzt vor fast 100 Jahren im Dezember 1923 - und der erste Sieg für Everton in Anfield seit über 20 Jahren.

Schon nach wenigen Minuten ging Everton durch Richarlison (3. Minute) in Führung. Der frühere Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson (83.) sorgte per Foulelfmeter für den Endstand, nachdem Dominic Calvert-Lewin von Trent Alexander-Arnold gefoult worden war. Die knappe Entscheidung zum Strafstoß wurde durch den Videoschiedsrichter bestätigt.

Liverpool rutschte damit weiter in die Krise. Der Meister, der unter der Woche in der Champions League mit 2:0 gegen RB Leipzig gewonnen hatte, offenbarte ähnliche Probleme wie schon in den vergangenen Liga-Spielen. Zwar kontrollierte die Klopp-Elf den Ball, wurde aber zu selten gefährlich und zeigte in der Abwehr immer wieder Schwächen. Liverpool ist mit 40 Zählern Sechster, direkt dahinter folgt der punktgleiche Rivale Everton.

Liverpools Mittelfeldspieler Georginio Wijnaldum gestand Sky Sports: "Sie wissen, was das Derby für den Verein, die Fans und die Spieler bedeutet - es bedeutet viel und die Niederlage ist besonders schmerzhaft." Das Verletzungspech, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison des Titelverteidigers zieht, wollte der Niederländer nicht aus Ausrede für die Niederlagenserie anführen: "Wir müssen mit der Situation umgehen und dürfen uns nicht selbst bemitleiden. Wir müssen bis zum Ende der Saison Gas geben, das ist schmerzhaft und man konnte es in den Gesichtern der Spieler sehen. Das ist die Situation, in der wir uns gerade befinden und wir müssen damit umgehen."

Tuchels Serie hält

Hingegen blieb Trainer Thomas Tuchel mit dem FC Chelsea weiter unbesiegt. Allerdings kamen seine Blues mit den deutschen Nationalspielern Timo Werner und Antonio Rüdiger in der Startelf nicht über ein 1:1 (0:1) beim FC Southampton hinaus. Drei Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Atletico Madrid, das in Bukarest ausgetragen wird, bescherte Mason Mount (54.) der Tuchel-Elf per Strafstoß immerhin einen Punkt in Southampton. Kai Havertz stand verletzungsbedingt nicht im Kader.

Die Gastgeber waren im St. Mary's Stadium zuvor durch ein Tor von Liverpool-Leihgabe Takumi Minamino (33.) in Führung gegangen. Die Mannschaft des ehemaligen Leipzig-Coachs Ralph Hasenhüttl hätte in der zweiten Hälfte erneut in Führung gehen können, Jannik Vestergaard köpfte den Ball in der 74. Minute jedoch an den Querbalken. In der Premier-League-Tabelle blieb Chelsea zunächst auf dem vierten Platz.

Liverpool verpasste die Chance, die Blues mit einem deutlichen Sieg gegen Everton zu überholen oder zumindest nach Punkten mit dem Rivalen um einen Champions-League-Platz gleichzuziehen. Everton ist nun punktgleich mit Liverpool. Chelsea könnte am Sonntag von West Ham United mit einem Heimerfolg gegen Tottenham Hotspur überholt werden.

Quelle: ntv.de, ter/dpa